Farbe, Reinheit, Schliff und Gewicht — auf Englisch Colour, Clarity, Cut, Carat. Vier Kriterien, von denen drei am Stein abgelesen und eines gewogen wird. Der Preis ergibt sich aus allen vieren zugleich, nie aus einem allein.
Farbe: je weniger, desto besser
Bei farblosen Brillanten wird nicht die Farbe bewertet, sondern ihr Fehlen. Die Skala beginnt bei D für völlig farblos und läuft bis Z für deutlich gelblich. Beurteilt wird im Vergleich mit Meistersteinen, bei genormter Beleuchtung und mit Blick durch die Seite — nicht durch die Tafel, weil der Schliff dort die Tönung verdeckt.
| GIA | Bezeichnung nach CIBJO | Praktisch |
|---|---|---|
| D | Hochfeines Weiß+ | Höchste Stufen. Der Aufpreis gegenüber F ist erheblich, der sichtbare Unterschied im gefassten Zustand gering. |
| E | Hochfeines Weiß | |
| F | Feines Weiß+ | Gilt noch als farblos. F und G sind das übliche Ziel für anspruchsvollen Schmuck. |
| G | Feines Weiß | |
| H | Weiß | In Weißgold und Platin noch unauffällig, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. |
| I – J | Leicht getöntes Weiß (+) | In Gelbgold kaum wahrnehmbar, in Weißgold beginnt die Tönung sichtbar zu werden. |
| K – L | Getöntes Weiß (+) | Tönung von oben erkennbar. Preislich deutlich günstiger. |
| M – Z | Getönt 1 bis 4 | Deutlich gelblich. Ab einer kräftigen, reinen Farbe beginnt eine eigene Kategorie, die Fancy Colours. |
Reinheit: was bei zehnfacher Vergrößerung zu sehen ist
Maßgeblich ist allein die zehnfache Vergrößerung durch eine Lupe, nicht das Mikroskop. Bewertet werden Zahl, Größe, Lage, Art und Auffälligkeit der Einschlüsse. Ein einzelner Einschluss direkt unter der Tafel wiegt schwerer als drei am Rand.
| Stufe | Bedeutung | Bei zehnfacher Lupe |
|---|---|---|
| FL / IF | lupenrein | keine inneren Merkmale erkennbar |
| VVS1 / VVS2 | sehr, sehr kleine Einschlüsse | äußerst schwer zu finden |
| VS1 / VS2 | sehr kleine Einschlüsse | schwer bis sehr schwer erkennbar |
| SI1 / SI2 | kleine Einschlüsse | leicht bis deutlich erkennbar, mit bloßem Auge meist nicht |
| P1 / P2 / P3 | Piqué 1 bis 3 | mit bloßem Auge gerade, deutlich beziehungsweise leicht erkennbar |
Für Schmuck ist SI1 in vielen Fällen die wirtschaftlich klügste Stufe: mit bloßem Auge sauber, aber deutlich günstiger als VS. Entscheidend ist, wo der Einschluss sitzt. Ein Zertifikat mit Einschlussdiagramm zeigt das; eine reine Buchstabenangabe nicht.
Schliff: das einzige menschengemachte C
Der Schliff ist ausführlich auf zwei eigenen Seiten behandelt: die Proportionen beschreiben die Geometrie, die Schliffbewertung das Notensystem. Kurz gefasst: Die Note reicht von Excellent bis Poor und fasst Erscheinung, Konstruktion und Handwerk zusammen.
Karat: eine Gewichtsangabe, keine Größenangabe
Ein metrisches Karat sind genau 0,2 Gramm, unterteilt in hundert Punkte. Weil das Gewicht mit der dritten Potenz des Durchmessers wächst, sieht ein Zwei-Karat-Stein nicht doppelt so groß aus wie ein Einkaräter, sondern nur etwa ein Viertel breiter. Die Umrechnung steht auf der Seite zu Größe und Karat.
Welches C man zuerst aufgibt
Ein Budget lässt sich auf vier Arten verteilen. In der Praxis hat sich diese Reihenfolge bewährt:
- Beim Schliff nicht sparen. Er ist als Einziges nicht am Stein zu ändern und fällt sofort auf.
- Bei der Reinheit zuerst nachgeben. Von VS auf SI1 spart deutlich, ohne dass mit bloßem Auge ein Unterschied bleibt.
- Bei der Farbe je nach Fassung. In Gelbgold sind I oder J unauffällig, in Platin wird es ab J sichtbar.
- Beim Gewicht knapp unter die Schwelle gehen. 0,90 Karat kosten je Karat spürbar weniger als 1,00 Karat und messen nur 0,2 Millimeter weniger.
Die Reihenfolge
Schliff vor Farbe vor Reinheit vor Gewicht — jedenfalls dann, wenn der Stein getragen und nicht gehandelt wird. Beim Handel dreht sich die Reihenfolge um, weil dort das Zertifikat den Preis macht.
Quellen: Deutscher Diamant Club, Qualitätskriterien nach CIBJO/IDC · GIA, 4Cs – Diamond Cut · GIA, The GIA Diamond Cut Grading System for Round Brilliant Cut Diamonds