Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Lexikon · Bestimmung

Edelsteine erkennen und unterscheiden

28 Verwechslungspaare, die im Handel tatsächlich vorkommen — und die Merkmale, an denen sie sich trennen lassen: mit blossem Auge, mit der Lupe und im Labor.

Wie man einen Edelstein bestimmt

Die Bestimmung folgt immer derselben Reihenfolge: zuerst das, was nichts kostet und nichts beschädigt. Farbe und Glanz im Tageslicht, dann das Verhalten beim Drehen — zeigt der Stein Pleochroismus, ist er doppelbrechend und damit nicht kubisch. Dann die Lupe: Einschlüsse verraten mehr über Herkunft und Natürlichkeit als jedes andere Merkmal. Erst danach kommen Refraktometer, Dichtebestimmung und Spektroskop.

Was Sie nie tun sollten: ritzen, erhitzen oder mit Lösungsmitteln testen. Jeder dieser Tests kann einen Stein dauerhaft entwerten — und keiner davon liefert ein Ergebnis, das ein zerstörungsfreies Verfahren nicht auch liefert.

Rote und rosa Steine4 Paare

Rubin oder Spinell

Jahrhundertelang galt jeder große rote Stein als Rubin. Erst ab den 1780er Jahren ließen sich beide trennen — bis dahin wanderten Spinelle in Kronen und Zepter.

RubinSpinell
Mohs-Härte98
KristallsystemTrigonalKubisch
Brechungsindex1,762–1,7701,712–1,762
Dichte3,99–4,00 g/cm³3,58–3,61 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeRubin ist doppelbrechend und zeigt Pleochroismus: purpurrot in einer, orangerot in der anderen Richtung. Spinell ist kubisch und zeigt in jeder Richtung dieselbe Farbe.

Im LaborRubin fluoresziert unter langwelligem UV kräftig rot, Spinell schwächer und oft orangestichig. Die Dichte trennt beide zuverlässig.

Granat oder Rubin

Pyrop und Almandin erreichen ein Rot, das dem eines mittelguten Rubins nahekommt — zu deutlich geringerem Preis.

GranatRubin
Mohs-Härte6,5–7,59
KristallsystemKubischTrigonal
Brechungsindex1,714–1,8881,762–1,770
Dichte3,50–4,30 g/cm³3,99–4,00 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeGranat ist kubisch, also einfachbrechend und ohne Pleochroismus. Rubin zeigt beim Drehen zwei Farben.

Im LaborGranat fluoresziert nicht. Das Absorptionsspektrum ist eindeutig: Rubin zeigt die Chromlinien im Rot, Almandin breite Eisenbanden.

Rosenquarz oder Morganit

Beide sind blassrosa und werden im Handel oft nur über den Preis unterschieden.

RosenquarzMorganit
Mohs-Härte77,5–8
KristallsystemTrigonalHexagonal
Brechungsindex1,544–1,5531,583–1,590
Dichte2,65 g/cm³2,71–2,90 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeRosenquarz ist fast immer trüb bis wolkig und selten sauber facettiert; Morganit ist in der Regel klar und augenrein.

Im LaborDer Brechungsindex trennt beide klar. Die Dichte liegt nur wenig auseinander und taugt allein nicht.

Kunzit oder Morganit

Zwei rosa Steine ähnlicher Größenordnung, beide oft in großen sauberen Kristallen.

KunzitMorganit
Mohs-Härte6,5–77,5–8
KristallsystemMonoklinHexagonal
Brechungsindex1,660–1,6761,583–1,590
Dichte3,17–3,19 g/cm³2,71–2,90 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeKunzit zeigt starken Pleochroismus — rosa, farblos und violett je nach Richtung. Er hat zudem vollkommene Spaltbarkeit, die als glänzende Ebene sichtbar sein kann.

Im LaborKunzit kann unter UV orange fluoreszieren. Vorsicht: Seine Farbe verblasst bei starkem Licht, Morganits nicht.

Blaue Steine5 Paare

Saphir oder Tansanit

Tansanit wird seit seiner Entdeckung 1967 als preiswertere Alternative zum blauen Saphir verkauft, obwohl er weder verwandt noch vergleichbar haltbar ist.

SaphirTansanit
Mohs-Härte96–7
KristallsystemTrigonalOrthorhombisch
Brechungsindex1,762–1,7701,691–1,700
Dichte3,99–4,01 g/cm³3,35 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeTansanit zeigt starken Trichroismus: blau, violett und bräunlich. Saphir zeigt allenfalls zwei Farbtöne desselben Blaus.

Im LaborDie Härte entscheidet die Praxisfrage: Saphir übersteht einen Alltagsring, Tansanit nicht. Dichte und Brechungsindex trennen zusätzlich.

Iolith oder Tansanit

Iolith wird im Handel als „Wassersaphir" angeboten und trifft Tansanits violettblauen Ton erstaunlich genau.

IolithTansanit
Mohs-Härte7–7,56–7
KristallsystemOrthorhombischOrthorhombisch
Brechungsindex1,522–1,5781,691–1,700
Dichte2,57–2,66 g/cm³3,35 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeBeide sind stark pleochroitisch. Iolith kippt jedoch in einer Richtung nach gelblichgrau bis farblos — ein Ton, den Tansanit nicht zeigt.

Im LaborIolith ist deutlich leichter und hat einen niedrigeren Brechungsindex.

Lapislazuli oder Sodalith

Sodalith ist ein Hauptbestandteil des Gesteins Lapislazuli — beide sind tiefblau und undurchsichtig.

LapislazuliSodalith
Mohs-Härte5–65,5–6
KristallsystemKubisch (Lazurit)Kubisch
Brechungsindex1,5001,483–1,487
Dichte2,38–2,90 g/cm³2,14–2,40 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeLapislazuli trägt fast immer goldene Pyriteinschlüsse und weiße Calcitschlieren. Sodalith zeigt weiße Adern, aber keinen Pyrit.

Im LaborSodalith fluoresziert unter langwelligem UV häufig orange. Lapislazuli ist zudem schwerer.

Türkis oder Chrysokoll

Beide entstehen durch Verwitterung kupferhaltiger Erze, oft in denselben Lagerstätten, und zeigen dasselbe Blaugrün.

TürkisChrysokoll
Mohs-Härte5–62–4
KristallsystemTriklinAmorph
Brechungsindex1,610–1,6501,461–1,570
Dichte2,60–2,90 g/cm³1,93–2,40 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeChrysokoll ist deutlich weicher und wird häufig verquarzt gehandelt. Türkis wirkt dichter und wachsartig glänzend.

Im LaborDer Härteunterschied ist erheblich. Vorsicht bei beiden: Der überwiegende Teil der Handelsware ist stabilisiert oder gefärbt.

Aquamarin oder Topas

Blauer Topas kostet einen Bruchteil und ist im geschliffenen Zustand kaum von einem hellen Aquamarin zu unterscheiden.

AquamarinTopas
Mohs-Härte7,5–88
KristallsystemHexagonalOrthorhombisch
Brechungsindex1,567–1,5901,609–1,643
Dichte2,68–2,74 g/cm³3,49–3,57 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeTopas hat vollkommene Spaltbarkeit in einer Richtung; Spaltrisse erscheinen als glatte, spiegelnde Flächen. Aquamarin zeigt eher röhrenförmige Einschlüsse.

Im LaborTopas ist merklich schwerer. Fast aller blaue Topas im Handel ist bestrahlt — Aquamarin praktisch nie.

Grüne Steine6 Paare

Smaragd oder Tsavorit

Tsavorit erreicht dasselbe Grün, ist härter, meist sauberer und trotzdem weniger bekannt.

SmaragdTsavorit
Mohs-Härte7,5–87–7,5
KristallsystemHexagonalKubisch
Brechungsindex1,565–1,6021,734–1,759
Dichte2,69–2,78 g/cm³3,57–3,73 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeSmaragd zeigt fast immer ein dichtes Einschlussgeflecht, den Jardin. Ein völlig reiner grüner Stein dieser Größe ist eher Tsavorit — oder ein synthetischer Smaragd.

Im LaborTsavorit ist kubisch und damit einfachbrechend; Smaragd ist hexagonal und doppelbrechend. Der Unterschied ist im Polariskop sofort sichtbar.

Tsavorit oder Demantoid

Beide sind grüne Granate, beide selten, beide teuer — und werden regelmäßig verwechselt.

TsavoritDemantoid
Mohs-Härte7–7,56,5
KristallsystemKubischKubisch
Brechungsindex1,734–1,7591,880–1,889
Dichte3,57–3,73 g/cm³3,82–3,88 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeDemantoid zeigt deutlich mehr Feuer als jeder andere grüne Stein; seine Dispersion übertrifft die des Diamanten. Russische Exemplare tragen die charakteristischen Pferdeschweif-Einschlüsse.

Im LaborDer Brechungsindex trennt beide eindeutig, ebenso die Dichte.

Peridot oder Diopsid

Chromdiopsid trifft das gelbstichige Grün des Peridots fast genau und wird als günstigere Alternative angeboten.

PeridotDiopsid
Mohs-Härte6,5–75,5–6,5
KristallsystemOrthorhombischMonoklin
Brechungsindex1,654–1,6901,664–1,730
Dichte3,27–3,37 g/cm³3,22–3,38 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupePeridot ist so stark doppelbrechend, dass die hinteren Facettenkanten mit bloßem Auge doppelt erscheinen. Diopsid zeigt das nicht in dieser Deutlichkeit.

Im LaborDiopsid ist weicher und für Ringe kaum geeignet. Die Dichte trennt zusätzlich.

Prasiolith oder Peridot

Prasiolith wird als „Grüner Amethyst" verkauft und liegt farblich nahe am Peridot.

PrasiolithPeridot
Mohs-Härte76,5–7
KristallsystemTrigonalOrthorhombisch
Brechungsindex1,544–1,5531,654–1,690
Dichte2,65 g/cm³3,27–3,37 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeDer Doppelbrechungstest entscheidet: Peridot zeigt sichtbare Kantendopplung, Prasiolith nicht.

Im LaborPrasiolith ist deutlich leichter. Nahezu aller Prasiolith im Handel entsteht durch Erhitzen von Amethyst.

Aventurin oder Jade

Beide sind grün, undurchsichtig bis durchscheinend und werden zu Cabochons und Schnitzereien verarbeitet.

AventurinJade
Mohs-Härte6,5–76–7
KristallsystemTrigonalMonoklin (Jadeit) / Monoklin (Nephrit)
Brechungsindex1,544–1,5531,652–1,688
Dichte2,64–2,69 g/cm³3,24–3,43 g/cm³ (Jadeit) / 2,90–3,03 (Nephrit)

Ohne Gerät oder mit der LupeAventurin funkelt durch eingelagerte Fuchsitplättchen — ein punktuelles Blitzen, das Jade nie zeigt. Jade wirkt dafür fettig glänzend.

Im LaborJade ist außerordentlich zäh und lässt sich kaum absplittern; Aventurin bricht muschelig. Vorsicht: Ein großer Teil des Handelsmaterials beider Arten ist gefärbt.

Malachit oder Serpentin

Beide sind grün, undurchsichtig und werden als preiswertes Kunsthandwerk verarbeitet.

MalachitSerpentin
Mohs-Härte3,5–43–5
KristallsystemMonoklinMonoklin
Brechungsindex1,655–1,9091,555–1,571
Dichte3,60–4,05 g/cm³2,44–2,62 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeMalachit zeigt konzentrische, scharf abgesetzte Bänderung in mehreren Grüntönen. Serpentin ist fleckig oder geadert, aber nie konzentrisch gebändert.

Im LaborMalachit ist deutlich schwerer. Beide sind weich und vertragen weder Säure noch Ultraschall.

Gelbe und orange Steine3 Paare

Spessartin oder Citrin

Beide erscheinen in einem warmen Orange, das im Handel gern als Mandarin oder Madeira beschrieben wird.

SpessartinCitrin
Mohs-Härte7–7,57
KristallsystemKubischTrigonal
Brechungsindex1,790–1,8201,544–1,553
Dichte4,12–4,20 g/cm³2,65 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeSpessartin ist deutlich lebhafter und zeigt mehr Feuer. Citrin wirkt daneben stumpf.

Im LaborDie Dichte liegt weit auseinander, ebenso der Brechungsindex — beides eindeutige Trennmerkmale.

Citrin oder Topas

Der Handelsname „Goldtopas" für Citrin hat die Verwechslung über Jahrzehnte gefestigt — er ist wettbewerbsrechtlich angreifbar.

CitrinTopas
Mohs-Härte78
KristallsystemTrigonalOrthorhombisch
Brechungsindex1,544–1,5531,609–1,643
Dichte2,65 g/cm³3,49–3,57 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeTopas ist härter und wirkt lebhafter. Citrin ist meist gleichmäßiger gefärbt, weil er überwiegend aus erhitztem Amethyst entsteht.

Im LaborDie Dichte trennt beide klar. Erhitzter Citrin zeigt oft eine bräunliche Zonierung, die natürlicher Citrin nicht hat.

Heliodor oder Citrin

Beide sind gelb, transparent und in ähnlichen Größen erhältlich.

HeliodorCitrin
Mohs-Härte7,5–87
KristallsystemHexagonalTrigonal
Brechungsindex1,567–1,5901,544–1,553
Dichte2,66–2,87 g/cm³2,65 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeHeliodor ist als Beryll härter und zeigt oft feine Röhreneinschlüsse parallel zur Achse.

Im LaborDer Brechungsindex liegt weit genug auseinander, um beide am Refraktometer sicher zu trennen.

Farblose Steine4 Paare

Diamant oder Moissanit

Moissanit ist die optisch überzeugendste Diamantimitation und täuscht einfache Wärmeleittester, weil er ähnlich gut leitet.

DiamantMoissanit
Mohs-Härte109,25
KristallsystemKubischHexagonal
Brechungsindex2,4172,648–2,691
Dichte3,51 g/cm³3,20–3,22 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeMoissanit ist doppelbrechend: Bei leicht geneigter Betrachtung durch die Tafel erscheinen die hinteren Facettenkanten doppelt. Diamant zeigt das nie.

Im LaborMoissanit hat eine mehr als doppelt so hohe Dispersion — daher der auffällige bunte Überblitz. Kombinierte Tester messen zusätzlich die elektrische Leitfähigkeit.

Zirkon oder Diamant

Farbloser Zirkon war vor der Erfindung des Zirkonias die verbreitetste Diamantimitation — und wird bis heute mit dem synthetischen Zirkonia verwechselt, mit dem er nichts zu tun hat.

ZirkonDiamant
Mohs-Härte7,510
KristallsystemTetragonalKubisch
Brechungsindex1,810–2,0242,417
Dichte3,90–4,71 g/cm³3,51 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeZirkon ist extrem stark doppelbrechend; die Kantendopplung ist mit der Lupe unübersehbar. Zudem sind die Facettenkanten oft leicht abgestoßen, weil Zirkon spröde ist.

Im LaborZirkon ist deutlich schwerer als Diamant. Der Brechungsindex liegt spürbar niedriger.

Danburit oder Topas

Farbloser Danburit und farbloser Topas sind in Größe, Glanz und Preisklasse ähnlich.

DanburitTopas
Mohs-Härte7–7,58
KristallsystemOrthorhombischOrthorhombisch
Brechungsindex1,627–1,6391,609–1,643
Dichte2,97–3,02 g/cm³3,49–3,57 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeTopas hat vollkommene Spaltbarkeit, Danburit nicht — bei Topas sind Spaltansätze an Kanten häufig.

Im LaborTopas ist erheblich schwerer. Danburit fluoresziert unter UV oft hellblau.

Phenakith oder Diamant

Phenakith wurde im 19. Jahrhundert als „Diamant des Armen" gehandelt.

PhenakithDiamant
Mohs-Härte7,5–810
KristallsystemTrigonalKubisch
Brechungsindex1,654–1,6702,417
Dichte2,95–2,97 g/cm³3,51 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupePhenakith ist doppelbrechend und zeigt weit weniger Feuer.

Im LaborDer Brechungsindex liegt weit unter dem des Diamanten, die Dichte deutlich darunter.

Dunkle und opake Steine2 Paare

Onyx oder Obsidian

Beide sind tiefschwarz und werden zu Cabochons, Perlen und Platten verarbeitet.

OnyxObsidian
Mohs-Härte6,5–75–5,5
KristallsystemTrigonal (kryptokristallin)Amorph
Brechungsindex1,530–1,5401,480–1,510
Dichte2,58–2,64 g/cm³2,35–2,60 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeObsidian ist Glas: In dünnen Kanten schimmert er durchscheinend, oft mit Gasbläschen. Onyx ist mikrokristallin und bleibt undurchsichtig.

Im LaborDie Härte trennt beide, die Dichte kaum — sie liegt fast gleich. Fast aller schwarze Onyx im Handel ist gefärbter Achat — das ist zulässig, muss aber angegeben werden.

Hämatit oder Pyrit

Beide zeigen metallischen Glanz und werden als Schmuckstein und Sammlerstufe gehandelt.

HämatitPyrit
Mohs-Härte5,5–6,56–6,5
KristallsystemTrigonalKubisch
Brechungsindex2,940–3,220Nicht transparent
Dichte4,90–5,30 g/cm³4,95–5,10 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeDer Strich entscheidet: Hämatit hinterlässt auf unglasiertem Porzellan einen rotbraunen Strich, Pyrit einen grünschwarzen. Pyrit ist zudem messingfarben, nicht grau.

Im LaborDie Dichte hilft hier nicht — beide liegen bei rund 5 g/cm³. Entscheidend bleibt der Strich. Pyrit neigt zudem bei feuchter Lagerung zur Zersetzung.

Steine mit Lichteffekten4 Paare

Mondstein oder Labradorit

Beide sind Feldspäte mit Lichteffekt und werden häufig unter demselben Namen angeboten — „Regenbogenmondstein" ist meist weißer Labradorit.

MondsteinLabradorit
Mohs-Härte6–6,56–6,5
KristallsystemMonoklinTriklin
Brechungsindex1,518–1,5261,559–1,573
Dichte2,56–2,59 g/cm³2,68–2,72 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeMondstein zeigt ein weiches, bläulich-weißes Schweben (Adulareszenz). Labradorit zeigt flächige Farbfelder in Blau, Grün und Gold, die beim Kippen umspringen.

Im LaborDie Dichte unterscheidet sich messbar. Beide sind spaltbar und für Ringe nur geschützt gefasst geeignet.

Sunstone oder Aventurin

Beide funkeln durch eingelagerte Plättchen; der Effekt heißt in beiden Fällen Aventurisieren.

SunstoneAventurin
Mohs-Härte6–6,56,5–7
KristallsystemTriklinTrigonal
Brechungsindex1,537–1,5501,544–1,553
Dichte2,62–2,65 g/cm³2,64–2,69 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeSunstone ist ein Feldspat mit kupfer- oder hämatitfarbenen Plättchen, meist transparent bis durchscheinend. Aventurin ist Quarz, grün und undurchsichtig.

Im LaborDie Brechungsindizes liegen auseinander. Oregon-Sunstone kann zusätzlich Farbzonen von rot nach grün zeigen.

Opal oder Mondstein

Weißer Opal ohne kräftiges Farbspiel und Mondstein wirken auf den ersten Blick ähnlich milchig.

OpalMondstein
Mohs-Härte5,5–6,56–6,5
KristallsystemAmorphMonoklin
Brechungsindex1,37–1,471,518–1,526
Dichte1,98–2,25 g/cm³2,56–2,59 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeOpal zeigt bewegliche Farbflecken, die beim Drehen die Farbe wechseln. Mondstein zeigt einen einzigen bläulichen Schein, der über die Wölbung wandert.

Im LaborOpal ist deutlich leichter und enthält Wasser — er verträgt weder Hitze noch trockene Lagerung. Beide gehören nicht ins Ultraschallbad.

Alexandrit oder Andalusit

Beide wechseln scheinbar die Farbe — aus völlig verschiedenen Gründen.

AlexandritAndalusit
Mohs-Härte8,57–7,5
KristallsystemOrthorhombischOrthorhombisch
Brechungsindex1,746–1,7551,629–1,650
Dichte3,73 g/cm³3,13–3,21 g/cm³

Ohne Gerät oder mit der LupeAndalusit ist nicht farbwechselnd, sondern stark pleochroitisch: Er zeigt gleichzeitig grün und rotbraun, je nach Blickrichtung. Alexandrit ändert die Farbe beim Wechsel der Lichtquelle, unabhängig von der Richtung.

Im LaborAlexandrit ist erheblich härter und schwerer. Echter Alexandrit mit starkem Wechsel gehört zu den seltensten Farbsteinen überhaupt.

Wann das Labor unvermeidlich ist

Synthesen der neueren Generation — hydrothermaler Smaragd, flussgezüchteter Rubin, CVD- Diamant — lassen sich mit Lupe und Refraktometer nicht mehr sicher von Naturstein trennen. Sobald ein vierstelliger Betrag im Spiel ist, ersetzt kein Hausmittel den Laborbericht.

Häufige Fragen

Welches Werkzeug lohnt sich für Einsteiger?
Eine gute 10-fach-Lupe mit achromatischer Optik und eine starke, kalte Lichtquelle. Damit lassen sich Einschlüsse, Facettenkanten und Politur beurteilen — das deckt die Mehrzahl aller Alltagsfragen ab.
Verrät das Gewicht etwas?
Sehr viel. Die Dichte trennt Paare, die optisch kaum zu unterscheiden sind — Rubin (3,99) von Spinell (3,60), Diamant (3,52) von Zirkonia (5,7). Eine hydrostatische Waage kostet wenig und ist zerstörungsfrei.
Sind Einschlüsse ein Makel oder ein Beweis?
Beides. Sie senken die Reinheitsstufe und sind zugleich der zuverlässigste Beleg für natürliche Entstehung. Ein völlig einschlussfreier Farbstein zu niedrigem Preis ist der klassische Hinweis auf Glas oder Synthese.