Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Sugilith Lexikon · Schliff & Bearbeitung

Sugilith – Schliff & Bearbeitung

Sugilith

Cabochon, Platte, Perle: warum kaum facettiert wird

Sugilith wird ganz überwiegend als Cabochon geschliffen, daneben zu Platten für Intarsien, zu Perlen, Kugeln und kleinen Skulpturen verarbeitet. Der Grund ist die Transparenz: Undurchsichtiges Material kann kein Licht durch Facetten zurückwerfen, eine Facettierung brächte also keinen Gewinn. Nur die seltenen Gel-Qualitäten sind transluzent genug, dass ein Facettenschliff sinnvoll wäre, doch selbst dort zieht der Handel den Cabochon vor, weil die gewölbte Fläche Farbtiefe und Zeichnung besser zeigt und kein Material an den Pavillon verloren geht. Bewährt haben sich flache bis mittelhohe Ovale und Freiformen, die der natürlichen Zeichnung folgen. Für Intarsienarbeiten werden dünne Platten von ein bis drei Millimetern gesägt und mit Türkis, Malachit, Lapislazuli und Opal kombiniert, eine im amerikanischen Südwesten verbreitete Technik. Kugeln, Trommelsteine und Donuts entstehen meist aus Restmaterial, das für Cabochons zu stark geadert ist, und sind entsprechend günstiger zu haben als flächige Ware.

Ausbeute: was Adern und Klüfte kosten

Die Ausbeute ist niedrig und schwer kalkulierbar. Rohstücke sind fast immer von Manganoxid-Adern, Braunit-Schlieren und Haarrissen durchzogen, die erst beim Sägen sichtbar werden. Ein Block, der außen tief violett wirkt, kann innen grau gewolkt sein. Erfahrene Schleifer sägen deshalb zunächst eine Probescheibe und planen den Zuschnitt erst danach. Bei durchschnittlichem Material müssen Sie mit einem Verlust von siebzig Prozent und mehr rechnen, bis ein sauberer Cabochon übrig bleibt. Das erklärt einen Teil der Preisspanne zwischen Roh- und Fertigware. Bei Gel-Material wird jede Scheibe einzeln beurteilt, und der Zuschnitt folgt konsequent der besten Farbzone, auch wenn dabei ungewöhnliche Formen entstehen. Freiformen sind bei Sugilith daher kein Zeichen von Nachlässigkeit, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Kalkulieren Sie deshalb beim Einkauf von Rohmaterial immer den Verschnitt mit ein. Ein Kilopreis, der zunächst günstig wirkt, kann sich nach dem Sägen als teurer erweisen als ein fertiger Cabochon aus derselben Qualität.

Sprödigkeit, Spaltbarkeit und die Politur

Die Spaltbarkeit nach der Basisfläche ist unvollkommen und bereitet beim derben Kalahari-Material keine Probleme, da die Körner regellos orientiert sind. Kritisch ist dagegen die Sprödigkeit: Sugilith neigt beim Sägen und beim Aufkitten zum Ausbrechen an Kanten, besonders entlang von Manganoxid-Adern, die als Schwächezonen wirken. Arbeiten Sie mit reichlich Wasser, moderatem Druck und einer feinen Diamantfolge; harte Übergänge zwischen den Körnungen erzeugen Unterschleifungen entlang der Adern. Für die Endpolitur haben sich Zinnoxid und Ceroxid auf Leder oder Filz bewährt. Zu hohe Drehzahl und Reibungswärme führen zu einer stumpfen, wachsartigen Oberfläche. Eine gute Politur ist an einem gleichmäßigen, leicht glasigen Glanz zu erkennen; bleibt die Fläche matt oder fleckig, ist das meist ein Zeichen für weichere Fremdanteile oder eine zu heiß gefahrene Politur.

Häufige Fragen

Kann man Sugilith facettieren?
Technisch ja, bei ausreichend transluzentem Gel-Material. Praktisch wird es kaum gemacht, weil der Cabochon Farbe und Zeichnung besser zeigt und deutlich weniger Material kostet. Facettierter Sugilith ist eine Rarität und meist ein Sammlerobjekt, kein Handelsprodukt.
Welche Körnungsfolge empfehlen Sie beim Schleifen?
Bewährt hat sich eine Diamantfolge von 80 über 220, 600 und 1200 bis 3000, anschließend Politur mit Zinnoxid oder Ceroxid auf Leder. Arbeiten Sie durchgehend nass, mit geringem Druck und niedriger Drehzahl, um Wärmestau und Ausbrüche an Manganoxid-Adern zu vermeiden.
Warum bleibt meine Politur stumpf?
Meist liegen weichere Fremdanteile wie Pektolith oder Manganoxid in der Fläche, die sich unterschiedlich schnell abtragen und Unterschleifungen erzeugen. Auch zu hoher Anpressdruck und Reibungswärme führen zu einem wachsartigen Schleier. Gehen Sie eine Körnung zurück und polieren Sie kühler und langsamer.