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Sugilith Lexikon · Herkunft & Fundorte

Sugilith – Herkunft & Fundorte

Sugilith

Typlokalität Iwagi: mineralogisch wichtig, gemmologisch bedeutungslos

Die Typlokalität liegt auf Iwagi, einer kleinen Insel im Distrikt Ochi der japanischen Präfektur Ehime. Dort steckt Sugilith als akzessorischer Gemengteil in einem Ägirinsyenit und macht drei bis acht Volumenprozent des Gesteins aus, vergesellschaftet mit Albit, Ägirin und Pektolith. Die Körner sind klein, hellgelbbraun bis farblos und im Gestein verteilt; zusammenhängende Massen fehlen. Für die Mineralogie ist Iwagi die Referenz, auf die sich jede Analyse bezieht, für den Schmuckhandel ist der Fundort ohne Belang. Weitere Vorkommen dieses alkalimagmatischen Typs kennt man von Mont Saint-Hilaire in Québec, aus Ligurien und der Toskana in Italien, aus New South Wales in Australien sowie aus Madhya Pradesh in Indien. Auch Tadschikistan wird genannt. Alle diese Fundstellen liefern Sammlerstücke in Millimetergröße, kein Cabochonmaterial. Wenn Ihnen also Sugilith aus Japan, Kanada oder Italien als Schmuckstein angeboten wird, ist Skepsis angebracht: Entweder handelt es sich um eine Verwechslung oder um eine bewusst irreführende Herkunftsangabe.

Fundort Land Besonderheit
Wessels Mine, Kalahari-Manganfeld bei Hotazel, NordkapSüdafrika1975 entdeckt, Quelle der besten Gel-Qualitäten, ab 1979 im Handel
N'Chwaning I bis III, Kalahari-ManganfeldSüdafrikavorwiegend fasrige Ausbildung, hochwertige Sammlerstufen
Iwagi, Distrikt Ochi, Präfektur EhimeJapanTyplokalität, Ägirinsyenit, hellgelbbraunes bis farbloses Material
Mont Saint-Hilaire, QuébecKanadakleine Kristalle in alkalimagmatischem Milieu, Sammlermaterial
Ligurien und ToskanaItalienakzessorische Körner in manganhaltigen Gesteinen
Madhya PradeshIndienVorkommen in Manganerz, ohne kommerzielle Gewinnung
New South WalesAustralienSammlerfundstelle, kein Schmuckmaterial

Wessels Mine und N'Chwaning: die einzigen Schmuckvorkommen

Praktisch der gesamte Schmuck-Sugilith der Welt stammt aus zwei benachbarten Untertagebetrieben im Kalahari-Manganfeld bei Hotazel im Kuruman-Distrikt, Nordkap. Die Wessels Mine lieferte 1975 erstmals massives, tief violettes Material und ist bis heute die Quelle der besten Gel-Qualitäten. Die Gruben N'Chwaning I, II und III führen ebenfalls Sugilith, dort häufiger fasrig ausgebildet und in manganreichen Schiefern eingelagert; aus N'Chwaning stammen viele der schönsten Sammlerstufen, aber seltener großflächiges Cabochonmaterial. Der Abbau erfolgt in mehreren hundert Metern Tiefe. Die sugilithführenden Zonen sind an hydrothermale Überprägung entlang von Störungen gebunden und lassen sich nicht gezielt anfahren. Ob in einem Jahr Material auf den Markt kommt, hängt davon ab, welchen Streckenabschnitt der Manganbergbau gerade auffährt. Beide Betriebe liegen wenige Kilometer auseinander im selben Erzkörper, weshalb sich ihr Material chemisch kaum unterscheidet. Erkennbar sind allenfalls texturelle Unterschiede zwischen dichter und fasriger Ausbildung, und auch die sind kein sicheres Herkunftsmerkmal.

Nebenprodukt des Manganbergbaus und die Folgen für den Markt

Sugilith ist in Hotazel kein Abbauziel. Wirtschaftlich zählt Manganerz; das Silikat wird beim Vortrieb mitgewonnen und von Arbeitern und Zwischenhändlern aussortiert. Daraus folgt eine episodische, nicht planbare Versorgung. Wird eine reiche Linse abgebaut, kommt für ein bis zwei Jahre Material auf den Markt; danach kann dieselbe Qualität für Jahre praktisch verschwinden. Die ergiebigsten und farblich besten Zonen der Wessels Mine wurden in den 1980er und 1990er Jahren abgebaut. Was heute gehandelt wird, stammt überwiegend aus Altbeständen von Händlern und Schleifern, die damals eingekauft haben. Rechnen Sie deshalb nicht mit einer Rückkehr zu alten Preisen. Umgekehrt sollten Sie auch nicht jedem Anbieter glauben, der eine bestimmte Grube nennt: Ohne Belegkette ist eine genaue Grubenzuordnung bei geschliffener Ware nicht überprüfbar. Wenn Sie Material in einer bestimmten Qualität für ein Projekt benötigen, kaufen Sie es besser in einem Zug, statt auf Nachlieferung zu hoffen. Farbgleiche Ergänzungen sind auf diesem Markt schwer zu beschaffen.

Häufige Fragen

Wird heute noch Sugilith gefördert?
Ja, aber unregelmäßig und in geringen Mengen. Solange in Hotazel Manganerz abgebaut wird, fällt gelegentlich Sugilith an. Große, gleichmäßige Blöcke in Gel-Qualität sind jedoch seit Jahren nicht mehr in nennenswertem Umfang aufgetreten.
Kann man die Grube am fertigen Stein erkennen?
Nur eingeschränkt. Fasrige Textur mit seidigem Glanz spricht eher für N'Chwaning, dichte homogene Gel-Ware eher für die Wessels Mine. Eine sichere Zuordnung ist ohne Belegstufe und lückenlose Herkunftskette nicht möglich. Behandeln Sie Grubenangaben bei geschliffenem Material als Händlerinformation.
Gibt es Sugilith in Europa?
Ja, in Ligurien und der Toskana sind Vorkommen dokumentiert. Es handelt sich um winzige Körner in alkalimagmatischen und manganhaltigen Gesteinen, die ausschließlich für Sammler und die Forschung interessant sind. Schmuckmaterial aus europäischen Fundstellen existiert nicht.