Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

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Sugilith Lexikon · Farben & Varietäten

Sugilith – Farben & Varietäten

Sugilith

Dreiwertiges Mangan als Ursache des Violetts

Die Farbe des Sugiliths entsteht durch Mangan, das in der Kristallstruktur in dreiwertiger Form auf oktaedrischen Plätzen sitzt. Mn³⁺ ist ein starker Farbträger und erzeugt durch elektronische Übergänge im Ligandenfeld die charakteristischen Violett- und Purpurtöne. Je höher der Mangangehalt, desto satter und dunkler die Farbe; manganarme Partien erscheinen blass fliederfarben, rosa oder bei überwiegendem Eisengehalt hellgelbbraun bis farblos, wie es beim japanischen Typmaterial der Fall ist. Verbreitete Behauptungen, Lithium oder Magnesium seien für die Farbe verantwortlich, sind gemmologisch nicht haltbar: Lithium ist Strukturbestandteil und optisch inaktiv. Anders als bei Amethyst spielt Bestrahlung keine Rolle. Die Farbe ist im Kristall verankert und nicht an Strahlungsdefekte gebunden, was Sugilith gegenüber Licht vergleichsweise stabil macht, solange keine extreme Hitze einwirkt. Für die Bewertung heißt das: Die Farbe eines Steins lässt sich nicht nachträglich vertiefen, sondern nur durch Erhitzen aufhellen. Sattes Violett ist damit eine Eigenschaft des Rohmaterials und keine Frage der Verarbeitung.

Varietät Farbe Bemerkung
Gel-Sugilithtiefes, gleichmäßiges Rotviolettdeutlich durchscheinend, höchste Handelsqualität, fast nur aus der Wessels Mine
Royal Azel / Royal Lavulitesattes Purpur bis Traubengelee-ViolettHandelsnamen der ersten Anbieter, keine mineralogische Varietät
Wesselitviolett, derbveralteter Handelsname nach der Wessels Mine
Cybelenviolett bis rosaviolett, fasrigfasrige Aggregate, vorwiegend aus N'Chwaning, meist Sammlermaterial
Manganarmer SugilithFlieder, blass rosa bis gräulichgeringe Sättigung, preiswerte Massenware für Trommelsteine und Perlen
Japanisches Typmaterial (Iwagi)hellgelbbraun bis farbloseisenbetont, manganarm; mineralogische Referenz ohne Schmuckwert
Sugilith-Chalcedonviolett, transluzentChalcedon mit Sugilitheinschlüssen; leichter und härter, korrekt als Quarz zu deklarieren

Das Farbspektrum von Flieder bis Traubengelee

Das Spektrum reicht vom hellen, gräulichen Flieder über Magenta-Rosa und Rotviolett bis zu einem tiefen, fast schwarzblauen Purpur. Im Handel hat sich für die beste Farbe die Bezeichnung „Traubengelee-Violett“ eingebürgert, ein sattes, leicht rotstichiges Purpur mit hoher Sättigung. Nahezu jedes Stück ist gescheckt: Schwarze Adern aus Manganoxid, graue Wolken, weiße Pektolithschlieren und gelegentlich bräunliche Zonen durchziehen die violette Grundmasse. Gleichmäßig durchgefärbtes Material ohne solche Einschlüsse ist die Ausnahme und bestimmt den Spitzenpreis. Eine Besonderheit ist violetter Chalcedon mit fein verteilten Sugilithpartikeln, der im Handel gelegentlich als Sugilith geführt wird; er ist härter, leichter und gehört korrekt bezeichnet zum Quarz. Die dunkelsten Stücke wirken poliert oft fast schwarz und gewinnen erst bei durchfallendem Licht ihre Farbe. Beurteilen Sie Farbe deshalb immer am polierten Stein bei Tageslicht und nicht an einer Rohbruchfläche, die durch Streulicht heller und blasser wirkt, als der fertige Cabochon später aussieht.

Royal Azel, Royal Lavulite und andere Handelsnamen

Als das südafrikanische Material Anfang der 1980er Jahre in den Handel kam, war der mineralogische Name noch kaum bekannt. Händler führten es deshalb unter eigenen Bezeichnungen. Royal Azel und Royal Lavulite sind die beiden bekanntesten; daneben kursieren Lavulit, Luvulit, Wesselit nach der Wessels Mine und Cybelen für fasrige Ware aus N'Chwaning. Keiner dieser Namen bezeichnet eine mineralogisch definierte Varietät. Sie stammen aus dem Marketing der ersten Anbieter und wurden zum Teil markenrechtlich geschützt. Heute hat sich Sugilith als Handelsbezeichnung durchgesetzt, die alten Namen begegnen Ihnen aber weiter bei älteren Sammlungsstücken und im amerikanischen Markt. Achten Sie darauf, dass ein klangvoller Handelsname keine Qualitätsaussage ist: Ein als Royal Azel angebotener Stein kann blass und stark geadert sein. Verlassen Sie sich auf Farbe, Transluzenz und Reinheit.

Häufige Fragen

Verblasst Sugilith im Sonnenlicht?
Die Farbe beruht auf dreiwertigem Mangan im Kristallgitter und ist damit deutlich lichtstabiler als etwa bei bestrahltem Amethyst. Dauerhafte direkte Sonnenbestrahlung und Hitze über etwa 200 Grad sollten Sie dennoch vermeiden, da Erhitzen die Farbe nachweislich aufhellen kann.
Gibt es gefärbten Sugilith?
Echter Sugilith wird selten gefärbt, da er dicht und wenig porös ist. Der Handel kennt dagegen zahlreiche gefärbte Fremdmaterialien, die als Sugilith verkauft werden. Poröse Sugilithpartien können jedoch mit Farbstoff nachgetönt sein; ein Aceton-Test an verdeckter Stelle oder ein Blick in Bohrlöcher deckt das auf.
Was unterscheidet Sugilith farblich von Charoit?
Charoit zeigt ein helleres, meist gräulich-lila bis lavendelfarbenes Bild mit deutlich verwobener Faserstruktur und seidigem Schiller. Sugilith wirkt dichter, körnig und kann eine wesentlich tiefere, rötlichere Sättigung erreichen. Der Faserschiller fehlt Sugilith vollständig.