Farbsättigung, Transluzenz und Reinheit bestimmen den Wert
Bei Sugilith entscheiden drei Faktoren über den Preis. Erstens die Farbsättigung: Gefragt ist ein tiefes, leicht rotstichiges Purpur ohne graue oder bräunliche Trübung. Zweitens die Transluzenz. Der überwiegende Teil der Ware ist vollständig undurchsichtig; erst deutlich durchscheinendes Material bringt die Farbe zum Leuchten und erzielt Spitzenpreise. Drittens die Reinheit der Fläche: Schwarze Manganoxid-Adern, graue Wolken und weiße Pektolithschlieren mindern den Wert, sofern sie nicht als bewusst genutzte Zeichnung wirken. Anders als bei facettierten Steinen spielt das Karatgewicht kaum eine Rolle; ein zehn Karat schwerer Cabochon kostet pro Karat nicht mehr als ein fünf Karat schwerer derselben Qualität. Erst bei großen, fehlerfreien Platten für Intarsien und Schalen steigt der Preis pro Gramm überproportional, weil zusammenhängende Flächen selten sind. Ein vierter, weicher Faktor ist die Verarbeitung: Ein sauber symmetrischer Cabochon mit gleichmäßiger Wölbung und fehlerfreier Politur erzielt spürbar mehr als ein flüchtig geschliffenes Stück derselben Rohqualität.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Handelsware, blass | helles bis gräuliches Flieder, stark geadert, opak | ca. 1 bis 5 Euro pro Gramm (Trommelsteine, Perlen) |
| Handelsware, gut | gleichmäßiges Violett, geringe Aderung, opak | ca. 3 bis 10 Euro pro Karat |
| Feine Qualität | sattes Purpur, saubere Fläche, leicht transluzente Kanten | ca. 10 bis 50 Euro pro Karat |
| Gel-Sugilith | deutlich durchscheinend, tiefes gleichmäßiges Rotviolett | ca. 15 bis 150 US-Dollar pro Karat (Handelsangabe) |
| Gel-Sugilith, Spitzenqualität | hohe Transluzenz, keine Adern, große Fläche | mehrere hundert US-Dollar pro Karat im Großhandel (Handelsschätzung) |
| Sammlerstufe N'Chwaning | fasriges Aggregat auf Matrix, ungeschliffen | je nach Größe und Ästhetik zweistellig bis vierstellig in Euro |
Preisspannen vom Trommelstein bis zum Gel-Cabochon
Die Spanne ist außergewöhnlich breit. Blasse, stark geaderte Trommelsteine und Perlen aus Restmaterial werden im Handel für etwa 1 bis 5 Euro pro Gramm abgegeben. Ordentliche opake Cabochons mit gleichmäßigem Violett liegen nach Handelsangaben bei ungefähr 3 bis 10 Euro pro Karat, gute, dunkle und saubere Ware bei rund 10 bis 50 Euro pro Karat. Für Gel-Sugilith nennen Händlerquellen Spannen von etwa 15 bis 150 US-Dollar pro Karat; Spitzenstücke mit tiefem, gleichmäßigem Violett und guter Transluzenz erreichen im Großhandel mehrere hundert US-Dollar pro Karat. Ein häufig gehandeltes Beispiel ist ein Gel-Cabochon von gut 20 Karat zu etwa 555 US-Dollar, also rund 27 Dollar pro Karat. Diese Werte sind Handelsschätzungen und schwanken erheblich, weil kein liquider Markt mit Referenzpreisen existiert. Vergleichen Sie Angebote deshalb nie allein über den Preis pro Karat, sondern immer zusammen mit Fotos bei Tages- und Durchlicht, die Farbe, Transluzenz und Aderung zeigen.
Imitate, Verschnitte und Verwechslungen
Auf kaum einem anderen Markt sind Imitate so verbreitet. Gemmologische Labore haben als vermeintlichen Sugilith angebotenes Material als gefärbten Marmor, gefärbten Quarzit, gefärbten Magnesit, gefärbten Serpentin und erhitzten Beryll identifiziert. Weit verbreitet sind auch Blöcke aus zerkleinertem Sugilith oder Fremdmaterial in eingefärbtem Kunstharz sowie reine Keramik-, Kunststoff- und Glasnachbildungen. Prüfen Sie die Dichte mit der hydrostatischen Waage: 2,74 bis 2,80 g/cm³ sind zu erwarten, Magnesit liegt bei etwa 3,0, Howlith bei 2,6, Kunstharzverschnitte deutlich unter 2,5. Die Spotmethode am Refraktometer liefert an polierter Fläche etwa 1,61. Gefärbte Ware zeigt unter der Lupe Farbanreicherung in Rissen und an Bohrlöchern. Die häufigste ehrliche Verwechslung ist Charoit mit Brechungsindex 1,550 bis 1,559, Dichte 2,54 bis 2,78 und unverwechselbarer Faserstruktur. Auch Sogdianit und Purpurit werden gelegentlich verwechselt; beide sind jedoch deutlich seltener und im Handel kaum präsent. Verlangen Sie bei teurer Ware ein Laborgutachten.
