Reinigung: unkomplizierter als bei den meisten Raritäten
Phenakit ist chemisch beständig und mit Härte 7,5 bis 8 mechanisch robust, sodass die Reinigung unproblematisch ist. Lauwarmes Wasser, ein Tropfen milder Seife und eine weiche Bürste genügen; spülen Sie nach und trocknen Sie den Stein mit einem fusselfreien Tuch. Fettfilme, die die Brillanz eines farblosen Steins besonders schnell trüben, lassen sich so zuverlässig entfernen. Ultraschallbäder werden von Fachquellen dennoch nicht empfohlen. Der Grund ist nicht die chemische Empfindlichkeit, sondern die Sprödigkeit in Verbindung mit der vorhandenen, wenn auch nur deutlich bis unvollkommen ausgebildeten Spaltbarkeit: Wenn der Stein feine Risse enthält — und viele Natursteine tun das —, kann der Ultraschall sie erweitern. Dampfreiniger scheiden wegen des abrupten Temperaturwechsels aus. Wenn Sie auf maschinelle Reinigung nicht verzichten wollen, lassen Sie den Stein vorher von einem Gemmologen auf Risse prüfen. Im Zweifel bleibt Seifenwasser die sichere und völlig ausreichende Lösung.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | chemisch unkritisch, aber vorhandene feine Risse können sich erweitern | von Fachquellen nicht empfohlen; nur nach Rissprüfung durch einen Gemmologen |
| Dampfreiniger | abrupter Temperaturwechsel erzeugt Spannungen im spröden Material | nicht verwenden |
| Lötflamme und Reparaturhitze | Sprödigkeit, Spannungsrisse bei raschem Temperaturwechsel | Stein vor jeder Lötarbeit ausfassen |
| Säuren, Laugen, Chlorwasser | Silikat selbst sehr beständig; Fassung und Edelmetall leiden | Schmuck bei Reinigungsarbeiten und im Schwimmbad ablegen |
| Sonne und Spotlicht | farblose Steine unempfindlich; bei blassen Farben wird Nachlassen berichtet | farbige Steine dunkel lagern, farblose unkritisch |
| Kratzer im Alltag | mit 7,5 bis 8 härter als Quarzstaub, Politur bleibt lange erhalten | normales Tragen auch im Ring möglich |
| Stoß auf die Rundiste | spröde, muscheliger Bruch, Absplitterungen möglich | bei täglichem Tragen Zargenfassung wählen |
| Lagerung mit anderen Steinen | wird von Diamant, Korund und Spinell zerkratzt, beschädigt Quarz und Opal | einzeln im weichen Beutel oder gefütterten Fach aufbewahren |
Hitze, Licht und Chemikalien
Gegen Säuren und Laugen ist Phenakit als dicht gepacktes Silikat sehr widerstandsfähig; Haushaltsreiniger, Chlorwasser und Kosmetika greifen den Stein selbst nicht an. Trotzdem sollten Sie Schmuck bei Reinigungsarbeiten ablegen, weil die Fassung und das Edelmetall leiden und weil Rückstände in Fassungsspalten zurückbleiben. Schroffe Temperaturwechsel sind das eigentliche Thema: Ein spröder Stein reagiert auf plötzliche Erwärmung oder Abkühlung mit inneren Spannungen, die vorhandene Risse vergrößern können. Halten Sie ihn deshalb von Lötflammen fern und lassen Sie Reparaturen nur an ausgefassten Steinen ausführen. Beim Licht ist zu differenzieren: Farbloser Phenakit ist unempfindlich. Bei den blassen gelben, rosa und bräunlichen Steinen wird im Handel berichtet, dass die Farbe bei längerer Lichteinwirkung nachlässt; systematische Untersuchungen dazu sind uns nicht bekannt. Lagern Sie farbige Steine deshalb vorsorglich dunkel und meiden Sie dauerhafte Sonnen- und Spotbeleuchtung.
Lagerung und Echtheitsprüfung
Lagern Sie Phenakit getrennt von Diamant, Korund, Chrysoberyll und Spinell, die ihn zerkratzen können; umgekehrt beschädigt er Quarz, Feldspat, Opal und alle weicheren Steine. Ein weicher Beutel oder ein gefüttertes Einzelfach genügt. Zur Echtheitsprüfung kommen Sie mit einfachen Mitteln weit. Der wichtigste Test ist die Kantendopplung: Blicken Sie mit einer zehnfachen Lupe schräg durch die Tafel; bei Phenakit erscheinen die hinteren Facettenkanten wegen der Doppelbrechung von 0,016 sichtbar doppelt, bei Bergkristall mit 0,009 praktisch nicht. Ein Refraktometer bestätigt 1,654 bis 1,670 bei einachsig positivem Verhalten. Die Dichte von 2,93 bis 3,00 g/cm³ trennt ihn zusätzlich von Quarz mit 2,65 und von Topas mit 3,49 bis 3,57. Unter dem Polariskop zeigt Quarz wegen seiner optischen Aktivität eine charakteristische Ringfigur mit gestörtem Kreuzzentrum, Phenakit ein normales einachsiges Kreuz. Bei größeren Käufen empfehlen wir ein Laborzertifikat.
