Was bei Ekanit den Preis bestimmt
Drei Größen entscheiden: Klarheit, Größe und Farbsättigung, in dieser Reihenfolge. Das GIA hält fest, dass die meisten Stücke einschlussreich sind und trüb wirken; augenreines Material ist deshalb die eigentliche Ausnahme und der eigentliche Preistreiber. Größe kommt hinzu, weil die Rohknollen selten sind und untersuchte Rohstücke oft nur rund drei Gramm wiegen. Geschliffene Steine über fünf Karat gelten im Handel als schwer beschaffbar. Die Farbe folgt an dritter Stelle: Ein lebhaftes gelblichgrün wird nach GIA höher bewertet als bräunliche Töne. Was bei anderen Edelsteinen den Preis mitbestimmt, fehlt hier: Es gibt keine Behandlungen, also keinen Aufschlag für unbehandelte Ware, und es gibt keine Herkunftsbestimmung, also keinen Provenienzaufschlag. Die Radioaktivität wirkt preisdämpfend, weil sie die Verwendung im Schmuck ausschließt und die Käuferschicht auf Sammler und Institute begrenzt.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Augenreiner Großstein über 5 ct | klar, nur minimale Trübung, lebhaft bräunlichgelbgrün, Mischschliff | 80 US-Dollar je Karat, 779 US-Dollar für 9,74 ct (Händlerangebot) |
| Klarer Einkaräter, Ladenware | tiefgrün, gute Klarheit, Ratnapura-Distrikt, Oval 7,50 x 5,84 x 3,45 mm | 75 Pfund für 0,97 ct |
| Kleiner Stein mit Qualitätskarte | sri-lankisch, gute Reinheitsbewertung des Händlers | 29.800 Yen für 1,430 ct |
| Auktionsware ohne Zertifikat | Kissenschliff, tiefgrün, Mogok, Sammlungsprovenienz | 178,50 US-Dollar für 5,87 ct inklusive Aufgeld, rund 30 US-Dollar je Karat |
| Trübe Handelsware | schleierig durch Nadeleinschlüsse, häufigster Zustand | keine belegte Preisspanne; liegt deutlich unter klarer Ware |
| Sternkabochon | vierstrahliger Stern, GIA untersuchte ein Stück von 161 ct | keine belegte Preisspanne |
| Rohknollen | xenomorph, untersuchte Stücke 2,90 bis 2,95 g | keine belegte Preisspanne |
| Ausnahmestücke | 498 ct aus Welimada, 43,8 ct aus einem Londoner Labor | nicht gehandelt, Museums- und Sammlungsgut |
Belegte Preise und was sie wert sind
Eine Marktstatistik für Ekanit existiert nicht; was es gibt, sind Einzelbelege. Ein britischer Spezialhändler verkaufte ein klares grünes Oval von 0,97 Karat aus dem Ratnapura-Distrikt mit den Maßen 7,50 mal 5,84 mal 3,45 Millimetern für 75 Pfund. Ein amerikanischer Händler bot einen augenreinen Stein von 9,74 Karat im rechteckigen Mischschliff zu 80 US-Dollar je Karat an, insgesamt 779 US-Dollar. Ein japanisches Ladengeschäft verlangt für einen sri-lankischen Stein von 1,430 Karat 29.800 Yen. Bei Bonhams erzielte ein Kissenschliff von 5,87 Karat aus Mogok 178,50 US-Dollar einschließlich Aufgeld, also gut 30 US-Dollar je Karat. Als Orientierung lässt sich daraus ableiten: Facettierter Ekanit bewegt sich im Bereich etwa 30 bis 90 Euro je Karat, wobei Auktionsware am unteren, klare Ladenware am oberen Rand liegt. Diese Umrechnung ist gerundet und wechselkursabhängig.
Fälschungen, Verwechslungen und die einfachste Prüfung
Der historische Verwechslungspartner ist Glas. Die Erstfinder hielten das Material zunächst für entglastes natürliches oder antikes Glas, und erst die kristallographisch orientierten Nadeleinschlüsse entschieden die Frage. Da metamikter Ekanit isotrop misst, hilft das Polariskop nicht weiter. Das GIA weist darauf hin, dass die gemmologischen Kennwerte denen von Kornerupin nahekommen; gemmologische Nachschlagewerke nennen zusätzlich Brasilianit, der sich über niedrigere Dichte und niedrigeren Brechungsindex trennen lässt. Die sichere und zugleich einfachste Prüfung ist die Radioaktivität. Ein geschliffener Ekanit von nur 0,6 Karat liefert nach Messungen des ORAU-Museums rund 1.200 Impulse pro Minute über dem Untergrund an einem Pancake-Zählrohr. Glas, Kornerupin und Brasilianit tun das nicht. Ergänzend passen Dichte um 3,27 und Brechungsindex um 1,59. Von gezielten Fälschungen ist in der Fachliteratur nichts berichtet, was angesichts der niedrigen Preise plausibel ist.
