Woher das Grün kommt
Die begehrteste Farbe des Ekanits ist ein lebhaftes oliv- bis gelblichgrün; das GIA vergleicht die besten sri-lankischen Stücke mit dem Ton junger Bananenblätter. Die Ursache ist spektroskopisch beschrieben, und sie ist untypisch für Edelsteine. Es gibt kein einzelnes Chromophor wie Chrom oder Vanadium, das eine schmale Bande erzeugt. Stattdessen setzt sich die Farbe aus zwei Flanken zusammen: einem Absorptionskontinuum im kurzwelligen Bereich und einer Bande im Rot-Orange. Zwischen beiden bleibt ein Fenster verminderter Absorption im Grün-Gelb übrig, und genau dieses Fenster sehen Sie als Körperfarbe. Gemmologische Nachschlagewerke nennen zusätzlich Linien bei 630 und 658 Nanometern. Da die Farbe aus der Struktur und der Eigenchemie des metamikten Materials folgt und nicht aus einer Spurenelementbeimischung, lässt sie sich auch nicht durch Behandlung verschieben. Das ist der Grund, warum Erhitzungsversuche regelmäßig scheitern.
| Varietät | Farbe | Bemerkung |
|---|---|---|
| Klarer sri-lankischer Ekanit | lebhaft oliv- bis gelblichgrün | laut GIA die höchstbewertete Erscheinung, Farbton junger Bananenblätter |
| Trüber Ekanit | grün, schleierig | häufigster Handelszustand; Trübung durch nadelige Flüssigkeits- und Zweiphaseneinschlüsse |
| Sternekanit | grün bis bräunlich, als Kabochon | vierstrahliger Stern belegt; vier-, sechs- und achtstrahlig in der Literatur genannt |
| Brauner Ekanit | hell- bis dunkelbraun | verbreitet, geringere Nachfrage |
| Strohgelber Ekanit | strohgelb | nach gemmologischen Tabellen die Farbe der reinen Substanz |
| Dunkelroter Ekanit | dunkelrot | Farbe wird auf Einschlüsse zurückgeführt |
| Alterationsmaterial | orange bis blass bräunlich, erdig | Saum der Rohknollen, nicht schleifbar; unter langwelligem UV intensiv grünlich lumineszierend |
| Erhitztes Material | bräunlichgrün bis blass bräunlich, undurchsichtig | ab etwa 1000 bis 1400 Grad Celsius rekristallisiert, für Edelsteinzwecke unbrauchbar |
Das Farbspektrum vom Strohgelb bis zum Schwarzgrün
Neben dem klassischen Grün werden für Ekanit hell- bis dunkelbraune, strohgelbe, dunkelrote und schwärzliche Stücke beschrieben, gelegentlich auch nahezu farblose. Gemmologische Tabellen führen Strohgelb als Farbe des reinen Materials und begründen das Dunkelrot mit Einschlüssen. Die International Gem Society nennt die Spanne von hellgrün bis smaragdgrün, dazu Braun in allen Abstufungen. In der Praxis bestimmt weniger der Farbton als die Sättigung und die Klarheit den Eindruck: Die meisten Stücke sind laut GIA einschlussreich und wirken trüb, sodass ein an sich kräftiges Grün gedämpft erscheint. Bei Auktionen tauchen auch tiefgrüne Steine aus Mogok in Myanmar auf. Eine eigene Farbnomenklatur oder gar Handelsgraduierung hat sich für Ekanit wegen der geringen Stückzahlen nie entwickelt. Beschreibungen im Handel lauten schlicht grün, bräunlichgrün oder dunkelgrün.
Varietäten, Sterneffekt und was an Handelsnamen existiert
Eigentliche Varietätsnamen führt Ekanit nicht. Die einzige verbreitete Unterscheidung ist die zwischen facettiertem und kabochongeschliffenem Material, denn ein Teil der Steine zeigt Asterismus. Das GIA erwähnt vierstrahlige Sterne, die International Gem Society führt darüber hinaus vier-, sechs- und achtstrahlige Sterne sowie Chatoyance und Tyndall-Streuung auf und nennt einen vom GIA untersuchten Sternkabochon von 161 Karat. Ursache ist die dichte, kristallographisch orientierte Nadeleinschlusspopulation, die das GIA beschreibt. Als Handelsname begegnet Ihnen gelegentlich Sternekanit, mehr nicht. Verwandt und leicht zu verwechseln ist der mineralogische Gruppennachbar: Ekanit gehört zur Steacyit-Gruppe, deren Mitglieder ähnliche Thorium-Silikate sind. Alterationsprodukte am Rand der Knollen bilden orange bis blass bräunliche, erdige Säume, die unter langwelligem UV-Licht intensiv grünlich lumineszieren, weil sich Uranylgruppen gebildet haben. Frischer Ekanit ist dagegen UV-inert.
