Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

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Ekanit Lexikon · Herkunft & Fundorte

Ekanit – Herkunft & Fundorte

Ekanit

Typlokalität Eheliyagoda im Ratnapura-Distrikt

Die Typlokalität des Ekanits sind die Edelsteingruben von Eheliyagoda im Ratnapura-Distrikt der Provinz Sabaragamuwa auf Sri Lanka. So steht es in der Erstbeschreibung von 1961 in Nature: Dort wurde das Material ursprünglich gefunden, und von dort stammten die beiden geschliffenen Steine, die F. L. D. Ekanayake 1953 auf dem Markt in Colombo stutzig machten. Eheliyagoda liegt im klassischen Edelsteingebiet Sri Lankas, in dem seit Jahrhunderten Seifen ausgebeutet werden: verwitterte, umgelagerte Schwermineralanreicherungen in den Talfüllungen, aus denen auch Saphir, Spinell, Chrysoberyll und Zirkon kommen. Ekanit ist dort ein seltener Begleiter, kein Hauptprodukt. Die Erstbeschreibung nennt für das größte damals bekannte Stück ein Gewicht von rund 44 Gramm. Bis heute bezeichnet der Handel Ekanit fast durchweg als sri-lankisch, und Händlerbeschreibungen verorten konkrete Steine im Ratnapura-Distrikt beziehungsweise im Tal von Sabaragamuwa.

Fundort Land Besonderheit
Eheliyagoda, Ratnapura-Distrikt, SabaragamuwaSri LankaTyplokalität laut Erstbeschreibung 1961; Edelsteinseifen
Ampegama, ca. 20 km NNW von Galle, SüdprovinzSri Lankabeschriebenes Primärvorkommen im Kalksilikatgestein, Knollen bis 3 cm
Okkampitiya, Provinz UvaSri Lankalaut IGS eines der ergiebigsten Gebiete; Material auf rund 560 Mio. Jahre datiert
Ellawala, Provinz SabaragamuwaSri Lankasekundäre Lagerstätte, Wirtsgestein unbekannt
WelimadaSri LankaHerkunft eines Ausnahmestücks von 498 Karat
MogokMyanmartiefgrüner Kissenschliff von 5,87 ct, Auktion Bonhams
Mont Saint-Hilaire, Québec, und Tombstone Mountains, YukonKanadaalkaline bzw. syenitische Paragenese; Sammlungsmaterial
Albaner BergeItalienEkanit in vulkanischen Auswürflingen

Ampegama, Ellawala, Okkampitiya: die tatsächlichen Liefergebiete

Das GIA nennt drei sri-lankische Hauptfundgebiete für gemmologisch untersuchtes Material. Ampegama in der Südprovinz, etwa 20 Kilometer nordnordwestlich von Galle, ist der Ort mit beschriebenem Primärvorkommen im Kalksilikatgestein. Ellawala liegt in der Provinz Sabaragamuwa, Okkampitiya in der Provinz Uva; für beide ist das Wirtsgestein bislang unbekannt, das Material stammt aus sekundären Anreicherungen. Die International Gem Society bezeichnet Eheliyagoda und Okkampitiya als die ergiebigsten Quellen. Weitere sri-lankische Nennungen sind Rakwana, Passara, Makumbura und Welimada, letzteres als Herkunft eines 498-karätigen Ausnahmestücks. Ekanit aus Okkampitiya wurde auf rund 560 Millionen Jahre datiert. Da die Rohsteine aus den Seifen nur geringe Abrundung zeigen, schließt das GIA auf kurze Transportwege; die Lagerstätten sind demnach eher eluvial oder kolluvial als fluviatil. Für den Käufer bedeutet das: Eine Herkunftsangabe unterhalb der Landesebene ist bei Ekanit ungewöhnlich, aber grundsätzlich möglich.

Vorkommen außerhalb Sri Lankas

Ekanit ist nicht auf Sri Lanka beschränkt, nur stammt praktisch alles schleifbare Material von dort. Belegt sind Funde am Mont Saint-Hilaire in Québec und in den Tombstone Mountains im kanadischen Yukon, wo das Mineral in einem syenitischen Geschiebe auftrat. Aus Italien werden Vorkommen in vulkanischen Auswürflingen der Albaner Berge gemeldet, dazu Fundpunkte in Russland und Zentralasien, teils in Kirgisistan. Ein 2018 bei Bonhams versteigerter Kissenschliff von 5,87 Karat wird ausdrücklich Mogok in Myanmar zugeschrieben und stammte aus der Sammlung Bill Larson. Weitere Nennungen betreffen Kalifornien. Alle diese Vorkommen liefern jedoch überwiegend Mineralstufen für Sammlungen, keine Edelsteinrohware in nennenswerten Mengen. Marktanteile im üblichen Sinn lassen sich für Ekanit nicht beziffern, weil kein regelmäßiger Handel und keine Produktionsstatistik existieren. Praktisch gilt: Wer Ekanit kauft, kauft mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen sri-lankischen Stein.

Häufige Fragen

Woher stammt der Name Ekanit?
Vom Entdecker. F. L. D. Ekanayake, ein sri-lankischer Zollbeamter und ambitionierter Gemmologe, erkannte 1953 auf dem Edelsteinmarkt in Colombo zwei dunkelgrüne Steine als möglicherweise neues Mineral, während fast alle Fachleute sie für Glas hielten. Nach mehrjähriger Prüfung bestätigten B. W. Anderson, G. F. Claringbull, R. J. Davis und D. K. Hill 1961 in Nature die neue Spezies und benannten sie nach ihm. Der Name ist also keine Ortsbezeichnung, sondern eine Ehrung. Die Typlokalität sind die Gruben von Eheliyagoda im Ratnapura-Distrikt.
Gibt es heute noch Nachschub aus Sri Lanka?
Ja, wenn auch in sehr kleinen Mengen. Das GIA hält fest, dass Ekanit zwar selten gefunden, aber auf dem sri-lankischen Edelsteinmarkt durchaus gehandelt wird, trotz seiner Radioaktivität. Untersuchtes Material umfasste Rohstücke von etwa 2,90 bis 2,95 Gramm und geschliffene Steine von 0,65 und 2,73 Karat. Händler beschreiben größere saubere Steine als zunehmend schwer zu beschaffen. Verlässliche Fördermengen gibt es nicht, weil Ekanit in den Seifen als Nebenprodukt anfällt und nicht gezielt abgebaut wird.
Ist Ekanit aus Myanmar etwas Besonderes?
Er ist vor allem selten. Ein bei Bonhams versteigerter Kissenschliff von 5,87 Karat aus der Sammlung Bill Larson wird Mogok zugeschrieben und war tiefgrün. Ein gemmologischer Qualitätsunterschied zwischen Mogok- und Sri-Lanka-Material ist in der Fachliteratur nicht beschrieben, und eine Herkunftsbestimmung im Labor existiert für Ekanit nicht. Der Zuschlag lag bei 178,50 US-Dollar einschließlich Aufgeld, also rund 30 US-Dollar je Karat, was gegen einen Herkunftsaufschlag spricht. Sammlerwert hat die Provenienz, nicht der Fundort als solcher.