Danburit ist ein Calcium-Bor-Silikat, das farblos, goldgelb oder zartrosa geschliffen wird und dabei oft mit Topas oder farblosem Beryll verwechselt wird. Große, saubere Steine über zehn Karat sind keine Seltenheit und machen den Stein für Sammler und Goldschmiede gleichermaßen interessant.
Danburit – die Kennzahlen
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Mineralklasse | Silikate, Gerüstsilikate (Tektosilikat mit Bor) |
| Chemische Formel | CaB2(SiO4)2, auch geschrieben als CaB2Si2O8 |
| Kristallsystem | orthorhombisch, Raumgruppe Pnam |
| Mohs-Härte | 7 bis 7,5 |
| Dichte | 2,97 bis 3,03 g/cm³, meist um 3,00 |
| Brechungsindex | 1,627 bis 1,641 (na 1,627–1,633, ng 1,633–1,641), biaxial |
| Doppelbrechung | 0,006 bis 0,009 |
| Glanz | Glasglanz, auf Bruchflächen fettglänzend |
| Spaltbarkeit | unvollkommen bis undeutlich nach {001}, im Schliff praktisch ohne Bedeutung |
| Bruch | muschelig bis uneben, spröde |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Farben | farblos, weiß, hellgelb bis goldgelb, gelbbraun, braun, zartrosa |
| Wichtigste Fundorte | Charcas (San Luis Potosí, Mexiko), Mogok (Myanmar), Mount-Bity-Region und Anjanabonoina (Madagaskar), Dalnegorsk (Primorje, Russland), Obira (Kyushu, Japan), Danbury (Connecticut, USA, Typlokalität) |
| Behandlungen | im Regelfall unbehandelt; vereinzelt Bestrahlung zur Farbvertiefung bei russischem Material; keine Synthese im Handel |
| Erstbeschreibung | 1839 durch Charles Upham Shepard, benannt nach der Typlokalität Danbury in Connecticut |
Ein Borsilikat mit dem Habitus eines Topas
Danburit gehört chemisch zu den Gerüstsilikaten und trägt Bor im Kristallgitter: CaB2(SiO4)2. Er kristallisiert orthorhombisch und bildet prismatische Kristalle mit meißelförmiger, keilartiger Spitze und rautenförmigem Querschnitt. Genau dieser Habitus hat ihn im 19. Jahrhundert immer wieder in Topas-Schubladen wandern lassen, und der Vergleich hält sich bis heute. Mit einer Mohs-Härte von 7 bis 7,5 liegt Danburit über Quarz und damit im Bereich, der für Schmuck tragfähig ist. Die Dichte bewegt sich zwischen 2,97 und 3,03 g/cm³, der Brechungsindex zwischen 1,627 und 1,641 bei einer sehr niedrigen Doppelbrechung von 0,006 bis 0,009. Optisch ist der Stein zweiachsig. Die Dispersion von 0,017 entspricht etwa der eines Quarzes und liegt deutlich unter der von Diamant. Danburit lebt deshalb nicht vom Feuer, sondern von Klarheit, Größe und sauberem Schliff. Als Schmuckstein bleibt er ein Fachhändler- und Sammlerthema, im Juweliergeschäft begegnet er Ihnen selten.
Woran Sie Danburit von Topas und farblosem Beryll trennen
Die drei Steine sehen im farblosen Zustand ähnlich aus, lassen sich aber mit Laborroutine sicher unterscheiden. Am zuverlässigsten arbeitet die Dichte: Danburit liegt bei rund 3,00 g/cm³, Topas dagegen bei 3,49 bis 3,57 g/cm³ und farbloser Beryll, also Goshenit, nur bei 2,66 bis 2,80 g/cm³. Der Unterschied ist so groß, dass schon eine Schwebemethode oder eine Wägung genügt. Der Brechungsindex trennt Danburit sauber vom Beryll, der mit 1,577 bis 1,583 deutlich tiefer liegt; gegenüber Topas mit 1,610 bis 1,638 überschneiden sich die Werte dagegen teilweise. Das dritte Kriterium ist die Spaltbarkeit: Topas besitzt eine vollkommene basale Spaltbarkeit, die man an typischen Spaltstufen und an der Vorsicht der Schleifer erkennt. Danburit hat lediglich eine unvollkommene Spaltbarkeit nach {001}, die im fertigen Stein kaum in Erscheinung tritt. Hinzu kommt die Optik: Beryll ist einachsig, Danburit und Topas sind zweiachsig.
Fluoreszenz als schnelles Erkennungsmerkmal
Viele Danburite reagieren auffällig auf langwelliges UV-Licht. Beschrieben ist eine blaue bis blaugrüne, oft himmelblaue Fluoreszenz, die bei einem Teil des Materials nach dem Abschalten der Lampe kurz nachleuchtet. Unter kurzwelligem UV fällt die Reaktion schwächer und eher violettblau aus. Zusätzlich ist Danburit thermolumineszent: beim Erwärmen kann er rotes Licht abgeben, ein Verhalten, das im Handel keine Rolle spielt, aber bei Sammlern gut dokumentiert ist. Nicht jedes Stück leuchtet, die Bandbreite reicht von inert bis kräftig. Als alleiniges Prüfmerkmal taugt die Fluoreszenz deshalb nicht, als schneller Vorsortierer in einer Partie farbloser Steine dagegen sehr gut: Topas zeigt meist nur schwaches Gelb oder bleibt inert, Goshenit reagiert in der Regel gar nicht. Wenn Sie eine UV-Lampe zur Hand haben, sparen Sie sich damit im ersten Durchgang einige Messungen am Refraktometer. Die Bestätigung erfolgt anschließend über Dichte und Brechungsindex.
Angebot und Preisniveau im Überblick
Danburit ist kein seltenes Mineral, aber facettierfähiges Material in guter Reinheit kommt nur aus wenigen Lagerstätten. Mexiko liefert seit Jahrzehnten den mengenmäßig wichtigsten Anteil, Madagaskar und Myanmar steuern die gelben und goldgelben Qualitäten bei. Rohmaterial wird im Handel oft für wenige Euro je Karat gehandelt, geschliffene Ware liegt deutlich darüber. Für farblose Steine unter drei Karat bewegen sich die Endkundenpreise typischerweise zwischen 15 und 45 Euro je Karat. Zwischen drei und zehn Karat sind 40 bis 90 Euro je Karat üblich. Oberhalb von zehn Karat und bei einwandfreier Reinheit zieht das Niveau auf 90 bis 150 Euro je Karat an; ein deutscher Fachhändler führte etwa einen Stein von 9,24 Karat zu 924 Euro, also genau 100 Euro je Karat. Goldgelbe und zartrosa Steine über zehn Karat werden nach Handelsangaben mit bis zu 190 US-Dollar je Karat notiert. Steine über 20 Karat gelten als ausgesprochen selten.
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Kurz gefasst
Danburit ist ein ehrlicher Stein für Käufer, die Größe und Klarheit über Farbe stellen. Er ist mit Mohs 7 bis 7,5 ausreichend hart, praktisch nie behandelt und in sauberen Stücken über zehn Karat erschwinglich, während vergleichbare Größen bei Topas oder Beryll oft ähnlich viel kosten. Kaufen Sie bevorzugt lupenreine Steine ab fünf Karat in gutem Brillant- oder Fantasieschliff und lassen Sie sich die Dichte bestätigen. Für Ringe empfehlen wir eine schützende Fassung, für Anhänger und Ohrschmuck gibt es keine Einschränkung.
Die mineralogischen Kennzahlen dieses Clusters wurden gegen mineralogische Fachquellen und Laborberichte abgeglichen; Preisangaben sind Handelsspannen und keine verbindlichen Notierungen.
Über dieses Lexikon
Die Angaben zu Danburit stammen aus dem Lexikon von Edelsteine-24 – Direktimport seit 2002 mit eigenem gemmologischem Labor. Die Inhalte richten sich an Käufer, Sammler und alle, die den Stein fachlich einordnen möchten.
