Was das keilförmige Prisma hergibt
Danburitkristalle sind prismatisch gestreckt, haben einen rautenförmigen Querschnitt und enden in einer meißelartigen, keilförmigen Spitze. Diese Form ist für den Schleifer günstig, weil sie längliche Rohlinge liefert, aus denen sich Ovale, Kissen, Baguetten und Smaragdschliffe mit guter Ausbeute herausarbeiten lassen. Runde Brillantschliffe kosten dagegen mehr Material, weil die Breite des Prismas den begrenzenden Faktor bildet. Die Ausbeute liegt bei sauberem Rohmaterial häufig im Bereich von 25 bis 35 Prozent, bei Stücken mit Trübungszonen deutlich darunter. Weil Danburit selten hochsättig gefärbt ist, muss der Schleifer nicht auf Farbausrichtung achten; der Pleochroismus ist mit blassgelb zu gelb so schwach, dass er ohne Folge bleibt. Das gibt ihm Freiheit, die Tafel dort zu legen, wo die Ausbeute am größten ist. Einziges Kriterium bleibt die Vermeidung von Einschlussbahnen, die im farblosen Stein sofort ins Auge fallen.
Brillanz statt Feuer: welcher Schliff passt
Mit einer Dispersion von nur 0,017 liefert Danburit kaum Spektralfarben. Ein Schliff, der auf Feuer setzt, geht deshalb ins Leere. Was funktioniert, ist konsequente Lichtrückführung: eine korrekt berechnete Pavillontiefe, saubere Winkel und viele kleine Facetten, die weißes Licht zurückwerfen. Der klassische runde Brillantschliff eignet sich gut, ebenso Portugiesenschliff und moderne Fantasieschliffe mit konkaven Facetten, wie sie im amerikanischen Fassettiererhandwerk üblich sind. Treppen- und Smaragdschliffe wirken bei farblosem Material schnell leblos und zeigen jeden Einschluss. Bei den seltenen gelben und rosa Steinen dürfen die Schliffe flacher ausfallen, weil hier die Farbe mitwirkt. Kritisch ist die Kalette: Ein zu flacher Pavillon erzeugt ein Fenster, also eine durchsichtige Zone in der Mitte, durch die man auf den Untergrund schaut. Bei einem farblosen Stein ruiniert das die Wirkung vollständig und ist der häufigste Schliffmangel bei billiger Ware.
Spröde, aber nicht spaltfreudig
Die Spaltbarkeit nach {001} ist unvollkommen bis undeutlich und spielt beim Schleifen keine nennenswerte Rolle. Darin unterscheidet sich Danburit grundlegend von Topas, dessen vollkommene basale Spaltbarkeit den Schleifer zwingt, die Tafel bewusst schräg zur Spaltebene zu legen. Beim Danburit dürfen Sie den Rohling frei orientieren. Was bleibt, ist Sprödigkeit: Der Bruch ist muschelig bis uneben, und scharfe Kanten sowie dünne Spitzen von Tropfen- und Markiseformen können beim Aufkitten, beim Dopfen oder beim Fassen absplittern. Gearbeitet wird üblicherweise mit Diamantscheiben und anschließender Politur auf Zinn oder Ceroxid; die Härte von 7 bis 7,5 macht den Vorgang unproblematisch. Vorsicht ist beim Erwärmen geboten, weil der Stein thermolumineszent ist und kräftig gelbe Farben durch Hitze verblassen können. Kitt sollte deshalb bei niedriger Temperatur gelöst werden, besser noch arbeitet man mit einem Kaltkleber.
