Reinheit steht vor Farbe
Bei Danburit entscheidet in erster Linie die Reinheit über den Preis. Weil der Stein farblich zurückhaltend bleibt und mit einer Dispersion von 0,017 kaum Feuer zeigt, fällt jede Trübung, jeder Schleier und jeder Einschluss sofort auf. Der Markt erwartet bei facettierter Ware lupenreine bis augenreine Qualität. Typische Einschlüsse sind Flüssigkeitsbahnen, Heilrisse und dunkle Sulfidkörner aus der Erzparagenese in Mexiko. Letztere sind besonders störend, weil sie als schwarze Punkte im hellen Stein stehen. Milchige Zonen kommen bei mexikanischem Material häufiger vor und drücken den Preis deutlich. Farbe wirkt als Zuschlag: Zartrosa steht an der Spitze, dann kräftiges Goldgelb, dann blasses Gelb, dann farblos. Der Abstand ist aber moderat. Ein lupenreiner farbloser Zwölfkaräter erzielt mehr als ein eingeschlossener gelber Stein derselben Größe. Für Sie heißt das: Kaufen Sie zuerst Reinheit, dann Größe, dann Farbe.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Rohware, Schleifqualität | Kristallbruchstücke, teils mit Calcitanhaftung | etwa 1 bis 3 Euro je Karat |
| Handelsware farblos, unter 3 ct | augenrein bis leicht eingeschlossen, einfacher Schliff | 15 bis 45 Euro je Karat |
| Gute Qualität farblos, 3 bis 10 ct | augenrein, guter Schliff ohne Fenster | 40 bis 90 Euro je Karat |
| Spitzenqualität farblos, über 10 ct | lupenrein, präzise Proportionen, lebhafte Brillanz | 90 bis 150 Euro je Karat |
| Goldgelb, über 10 ct | gesättigtes Gelb, augenrein, Madagaskar oder Mogok | bis etwa 180 US-Dollar je Karat laut Handelsangabe |
| Rosa, über 10 ct | zartrosa, augenrein, mexikanische Herkunft | bis etwa 190 US-Dollar je Karat laut Handelsangabe |
| Trübe oder eingeschlossene Ware | milchige Zonen, sichtbare Sulfidpunkte | unter 15 Euro je Karat, oft nur als Sammlerstufe |
Die Größenschwelle bei zehn Karat
Danburit ist einer der wenigen Steine, bei denen Sie große Gewichte zu moderaten Preisen bekommen. Das Rohmaterial aus Charcas und Dalnegorsk liefert Kristalle, aus denen sich saubere Steine von zehn, fünfzehn und mehr Karat schleifen lassen. Der Markt honoriert das mit einem klaren Sprung im Karatpreis. Handelsangaben nennen für farblose Steine rund 50 US-Dollar je Karat im mittleren Bereich, während Steine ab etwa fünfzehn Karat mit bis zu 115 US-Dollar je Karat notiert werden. Bei gelber Ware steigt das Niveau von rund 75 auf bis zu 180 US-Dollar je Karat oberhalb von zehn Karat, bei rosa Ware von rund 100 auf bis zu 190 US-Dollar je Karat. Umgerechnet liegen die Endkundenpreise in Europa für saubere farblose Steine über zehn Karat typischerweise bei 90 bis 150 Euro je Karat. Steine über zwanzig Karat gelten als ausgesprochen selten und werden einzeln verhandelt.
Verwechslung statt Fälschung
Eine Synthese von Danburit für den Schmuckmarkt gibt es nicht, und gezielte Imitationen lohnen sich bei diesem Preisniveau nicht. Das eigentliche Risiko ist deshalb die Fehldeklaration in beide Richtungen: Farbloser Topas, Goshenit, Bergkristall, synthetischer weißer Saphir oder schlicht Glas werden gelegentlich als Danburit verkauft, und umgekehrt wird echter Danburit aus Unkenntnis als „weißer Topas“ angeboten. Die Prüfung ist unkompliziert. Die Dichte von rund 3,00 g/cm³ trennt ihn sicher von Topas mit 3,49 bis 3,57 und von Beryll mit 2,66 bis 2,80. Der Brechungsindex von 1,627 bis 1,641 schließt Bergkristall mit 1,544 bis 1,553 und Glas mit meist einfachbrechendem Verhalten aus. Bei russischem Material sollten Sie nach einer Bestrahlung fragen, die zur Farbvertiefung beschrieben ist und als stabil gilt. Verlangen Sie bei Steinen über fünf Karat eine Bestätigung der Bestimmung durch ein gemmologisches Labor.
