Nicht tragbar: Härte 3 und ein Überzug von Mikrometern
Bornit ist kein Schmuckstein für den Alltag, und die Gründe summieren sich. Mit einer Mohs-Härte von 3 bis 3,25 liegt er unterhalb von Fensterglas und wird schon von Haushaltsstaub zerkratzt, der überwiegend aus Quarz mit Härte 7 besteht. Er ist spröde und bricht an Kanten aus. Seine Dichte von über 5 g/cm³ macht ihn zudem unangenehm schwer: Ein Anhänger von drei Zentimetern wiegt spürbar mehr, als er aussieht. Der entscheidende Punkt ist aber die Oberfläche. Die bunten Farben sind keine Materialeigenschaft des Steins, sondern eine Reaktionsschicht von wenigen Mikrometern Dicke. Hautfett, Schweiß, Parfüm, Handcreme und schlichte Reibung an Textilien verändern oder entfernen sie. Ein täglich getragener Bornit ist nach wenigen Wochen stumpf bronzebraun. Für Ringe, Armbänder und alles, was Kontakt hat, scheidet das Material aus. Wer ein tragbares Kupferblau sucht, ist mit Türkis, Chrysokoll oder Azurit-Malachit besser bedient.
Stufe, Trommelstein, Vitrine: die realistischen Verwendungen
Drei Verwendungen sind sinnvoll und werden Bornit gerecht. Erstens die Mineralstufe für die Vitrine: Hier bleibt die gewachsene Oberfläche unberührt, die Anlauffarben behalten ihre natürliche Struktur, und der Stein steht in dem Zusammenhang, der ihn interessant macht, nämlich mit Calcit, Quarz, Pyrit oder Chalkopyrit auf der Matrix. Zweitens der Trommelstein oder Rohstein als Handstück und für Sammlungskästen. Hier ist mit Abrieb zu rechnen, aber das Stück wird nicht getragen und ist ersetzbar. Drittens der Einsatz im Unterricht und in der Ausbildung: Bornit ist ein Standardmineral für die Erzmikroskopie und für Strichproben, weil der Unterschied zu Chalkopyrit so gut demonstrierbar ist. Für alle drei Zwecke gilt: Kaufen Sie nach Fundort und Erhaltungszustand, nicht nach Farbintensität. Die grellsten Stücke im Regal sind statistisch die, die am wenigsten mit Bornit zu tun haben.
Wenn es doch Schmuck sein soll: Fassung und Kompromisse
Soll ein Bornit gefasst werden, reduzieren Sie das Risiko konstruktiv. Wählen Sie Schmuckformen ohne Alltagskontakt: Anhänger an langer Kette, Brosche, Manschettenknopf für seltene Anlässe, Objekt auf einem Ständer. Fassen Sie in eine geschlossene Zargenfassung, die den Stein rundum stützt und die empfindlichen Kanten vollständig abdeckt; Krappen konzentrieren Druck auf Punkte und sprengen sprödes Material. Ein umlaufender erhöhter Fassungsrand schützt die Oberfläche vor Streifkontakt. Vermeiden Sie jede Fassungsarbeit mit Wärmeeintrag am eingesetzten Stein; löten Sie die Fassung fertig, bevor der Stein hineinkommt, und setzen Sie kalt. Goldschmiede arbeiten bei so weichem Material häufig mit einer eingeklebten Unterlage und einem dünnen Bergkristall-Deckel als Dublette, was die Anlaufschicht versiegelt und schützt. Rechnen Sie in jedem Fall damit, dass sich das Aussehen über die Jahre verändert. Wer das nicht akzeptiert, sollte auf ein anderes Material ausweichen.
