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Buntkupferkies (Bornit) Lexikon · Herkunft & Fundorte

Buntkupferkies (Bornit) – Herkunft & Fundorte

Buntkupferkies

Dzhezkazgan: Bornit als Hauptkupfererz eines Weltvorkommens

Die bedeutendste Bornitlagerstätte der Welt liegt in Zentralkasachstan. Der Bergbaudistrikt Dzhezkazgan, kasachisch Zhezqazghan, in der Region Ulytau erschließt sandsteingebundene Kupfervorkommen des Chu-Sarysu-Beckens, in denen Bornit neben Chalkosin und Chalkopyrit der wichtigste Kupferträger ist. Das Erz sitzt in roten und grauen Sandsteinen des Oberkarbons; die Kupfersulfide füllen Porenräume und ersetzen Zement und Fossilreste. Für Sammler interessant ist, dass Dzhezkazgan neben derbem Erz auch Stufen mit gut ausgebildeten Bornitkristallen und mit Calcit als Begleitmineral geliefert hat. Solche Stücke gehören zu den teuersten Bornitstufen überhaupt: Ein Kleinkabinettstück von 8,5 Zentimetern Kantenlänge wurde im internationalen Fachhandel zuletzt mit 1.200 US-Dollar ausgepreist, umgerechnet gut 1.100 Euro. Weil der aktive Abbau industriell auf Kupfergewinnung ausgerichtet ist, kommen Sammlerstufen nur unregelmäßig auf den Markt, und ältere Funde aus sowjetischer Zeit prägen das Angebot.

Fundort Land Besonderheit
Dzhezkazgan (Zhezqazghan), Region UlytauKasachstangrößte Bornitlagerstätte der Welt, sandsteingebunden; Stufen mit Calcit bis über 1.100 Euro
Butte, Silver Bow County, MontanaUSAhistorisches Großrevier mit Chalkosin und Enargit; Kabinettstufen um 1.250 Euro
Carn Brea Mine bei Pool und Wheal Jewel, GwennapEngland (Cornwall)klassische Fundstellen des 19. Jahrhunderts, Abbau eingestellt, nur Altmaterial
Mansfelder Kupferschiefer und Revier SangerhausenDeutschlandschichtgebundene Erzlinsen im Zechstein, Abbau 1199 bis 1990, Kupfergehalt 2 bis 3 Prozent
Flambeau Mine, Rusk County, WisconsinUSApreiswerte, klar deklarierte Kabinettstufen ab etwa 40 Euro
Příbram, BöhmenTschechienklassische Bergbauregion; nahe der Typlokalität Jáchymov im Erzgebirge
Kupfergürtel von Katanga, Kambove und UmgebungDR Kongosedimentär gebundene Kupfererze, Bornit als Begleiter von Chalkosin
ZacatecasMexikoHauptquelle des säurebehandelten Chalkopyrits, der als Pfauenerz verkauft wird

Butte, Cornwall und der Mansfelder Kupferschiefer

Drei weitere Reviere bestimmen das Bild des Bornits im Handel. Butte im Silver Bow County, Montana, war über ein Jahrhundert eines der größten Kupferreviere der Welt; Bornit tritt dort mit Chalkosin, Enargit, Chalkopyrit, Pyrit und Quarz auf. Butte-Stufen sind gesucht und teuer, ein Kabinettstück mit Quarz und Pyrit lag zuletzt bei 1.350 US-Dollar. Cornwall liefert das klassische historische Material: Die Carn Brea Mine bei Pool, Wheal Jewel bei St Day in Gwennap und die Pennance Mine bei Lanner sind seit dem 19. Jahrhundert für Bornit bekannt, der Abbau ist längst eingestellt. In Deutschland ist der Mansfelder Kupferschiefer mit dem Revier Sangerhausen die wichtigste Fundstelle. Dort bildet Bornit in dem vor rund 260 Millionen Jahren im Zechsteinmeer abgelagerten Schiefer schichtgebundene Erzlagen; der Abbau lief von 1199 bis 1990. Weitere deutsche Vorkommen liegen im Siegerland, bei Berggießhübel und im Erzgebirge.

Woher das Handelsmaterial tatsächlich kommt

Zwischen den mineralogischen Fundorten und dem, was in Edelsteinläden liegt, klafft eine Lücke. Das preiswerte Material, das als Buntkupferkies oder Pfauenerz angeboten wird, stammt ganz überwiegend aus Zacatecas in Mexiko, daneben aus China und Peru. Es handelt sich dabei fast immer um Chalkopyrit aus Blei-Zink-Silber-Lagerstätten, der nach der Förderung mit Säure behandelt wird, um die bunte Oberfläche zu erzeugen. Deutsche Anbieter verkaufen solche Rohsteine der Größenklasse 50 bis 70 Millimeter in 200-Gramm-Portionen für rund 15 Euro und gepolierte Herzformen ab etwa 4 Euro. Echte Bornitstufen mit nachvollziehbarem Fundort kommen dagegen aus der Flambeau Mine in Rusk County, Wisconsin, aus Příbram in Böhmen, aus dem Katanga-Kupfergürtel der DR Kongo, aus Bolivien, aus der San-Martín-Mine in Mexiko und aus alten europäischen Sammlungen. Sie liegen preislich in einer völlig anderen Klasse.

Häufige Fragen

Gibt es Bornit in Deutschland?
Ja. Die bekannteste Vorkommensgruppe ist der Mansfelder Kupferschiefer mit dem Revier Sangerhausen in Sachsen-Anhalt, wo Bornit schichtgebundene Erzlagen bildet. Weitere Fundpunkte liegen im Siegerland, bei Berggießhübel in Sachsen und im Erzgebirge, etwa im Raum Schlema-Alberoda. Der Bergbau ist überall eingestellt, Material stammt aus Halden und alten Sammlungen.
Welcher Fundort gilt als der beste für Sammlerstufen?
Für kristallisierten Bornit Dzhezkazgan in Kasachstan, oft mit Calcit, sowie Butte in Montana. Beide Reviere erzielen im Fachhandel vierstellige Beträge für Kabinettstufen. Historisch bedeutsam, aber nicht mehr abgebaut, sind die cornischen Gruben Carn Brea, Wheal Jewel und Pennance. Preiswerte, aber klar deklarierte Stufen liefert die Flambeau Mine in Wisconsin.
Woran erkenne ich, dass eine Fundortangabe glaubwürdig ist?
Eine belastbare Angabe nennt Grube, Ort und Region, nicht nur das Land. „Carn Brea Mine, Pool, Cornwall“ ist prüfbar, „Peacock Ore, Mexiko“ nicht. Seriöse Händler geben zudem an, ob das Stück aus aktivem Abbau, von einer Halde oder aus einer Altsammlung stammt. Fehlt die Angabe ganz, ist meist behandeltes Massenmaterial gemeint.