Reinigung: lauwarm, mild, von Hand
GemSelect gibt für Andesin-Labradorit eine schlichte Anweisung: mit warmem Wasser und einem weichen Tuch reinigen, bei Bedarf mit milder Seife. Ultraschall- und Dampfreinigung sollen vermieden werden. Das deckt sich mit dem, was die physikalischen Daten erwarten lassen. Ultraschall setzt Kavitationsenergie frei, die in einem Material mit zwei vollkommenen Spaltrichtungen und spröder Tenazität vorhandene Risse aufweiten kann; Abduriyim und Mitarbeiter beschreiben für tibetisches Material ausdrücklich Klüfte, lattenförmige Hohlkanäle und unregelmäßige Versetzungen, also genau die Angriffspunkte, an denen Ultraschall arbeitet. Dampfreiniger bringen zusätzlich einen Temperatursprung ins Spiel. Praktisch heißt das: lauwarmes Wasser, ein Tropfen Spülmittel, eine weiche Bürste am Fassungsrand, abspülen, mit einem fusselfreien Tuch trocknen. Legen Sie den Stein nicht heiß ab und lassen Sie ihn nicht auf einer Heizung trocknen.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | Kavitationsenergie kann vorhandene Klüfte und Hohlkanäle aufweiten | Vermeiden; GemSelect rät ausdrücklich davon ab |
| Dampfreiniger | verbindet Druck mit Temperatursprung | Vermeiden |
| Hitze, etwa beim Löten | GemSelect: Hitze kann die Farbe verändern; behandelte Farbe entstand selbst bei 1170 °C | Stein vor allen thermischen Arbeiten ausfassen |
| Mechanische Belastung | Mohs 6 bis 6,5, vollkommene Spaltbarkeit in zwei Richtungen, spröde | Zargenfassung wählen, Stoßbelastung meiden |
| Kratzer im Alltag | Quarzhaltiger Staub ist härter als der Stein | Getrennt lagern, im Stoffbeutel oder gepolsterten Fach |
| Scheuernde Reinigungsmittel | Schleifkörper mattieren die polierte Oberfläche | Nur mildes Spülmittel und weiche Bürste verwenden |
| Bäder in der Werkstatt | Beizen und Rhodinierbäder belasten Fassung und Stein | Stein vorher entnehmen oder kalt und kurz arbeiten |
| Licht | Zur Lichtechtheit liegen in den ausgewerteten Quellen keine belastbaren Angaben vor | Vorsorglich nicht dauerhaft in direkter Sonne auslegen |
Hitze, Chemikalien und Licht
Hitze ist der kritischste Punkt. GemSelect hält fest, dass Hitze die Farbe verändern kann. Bei kupferdiffundiertem Material liegt der Grund auf der Hand: Die Farbe wurde selbst durch eine Hochtemperaturbehandlung erzeugt – Zhou, Wang und Shen nennen 1170 Grad Celsius über 72 Stunden – und ein erneuter Wärmeeintrag greift in dasselbe System ein. Halten Sie Andesin deshalb vom Lötfeuer, vom Dampfstrahler und von heißen Bädern fern. Gegen Chemikalien ist die Empfindlichkeit die eines jeden Silikats: Säuren und Laugen greifen die Oberfläche kaum an, aber Reinigungsmittel mit Schleifkörpern zerkratzen einen Stein der Härte 6 bis 6,5 mühelos, und Rhodinierbäder oder Beizen setzen der Fassung wie dem Stein zu. Zur Lichtechtheit liegen in den ausgewerteten Quellen keine belastbaren Angaben vor; diese Lücke sollte nicht durch Vermutungen gefüllt werden.
Lagerung und was Sie selbst prüfen können
Lagern Sie Andesin getrennt von härteren Steinen. Quarz mit Härte 7, Topas mit 8 und Korund mit 9 ziehen bei jedem Kontakt Kratzer. Ein Stoffbeutel oder ein gepolstertes Fach genügt. Was Sie zu Hause prüfen können, ist begrenzt: Die Chronologie von Hughes hält fest, dass eine einfache Brechungsindexmessung diffusionsbehandelte Andesine nicht zuverlässig erkennt; erst die direkte Analyse der Zusammensetzung mit der Elektronenstrahlmikrosonde führte weiter. Die Immersionsmikroskopie, mit der man Farbzonen sichtbar macht, hängt laut derselben Quelle stark von der Erfahrung des Prüfers ab, weil behandelte Steine Zonenmuster nachbilden, die auch an natürlichen Oregon-Sonnensteinen vorkommen. Verlassen Sie sich deshalb auf die schriftliche Behandlungsangabe Ihres Händlers und bei größeren Käufen auf ein Labor. Ein Hinweis, den Sie mit der Lupe durchaus finden können, sind glasige Oberflächenreste an Rohsteinen: Abduriyim und Mitarbeiter fanden solche Beläge an etwa 15 bis 20 Prozent ihrer Proben, und Rossman führte kupferhaltige Flussmittelreste an Rohware ausdrücklich als Behandlungsindiz an. An geschliffenen Steinen ist dieser Beleg jedoch weggeschliffen.
