Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

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Variscit Lexikon · Qualität & Preis

Variscit – Qualität & Preis

Variscit

Was den Preis wirklich bestimmt

Bei Variscit zählen drei Dinge: Farbe, Musterung und Größe. Gefragt ist ein sattes, gleichmäßiges Apfel- bis Smaragdgrün ohne graue oder gelbliche Trübung. Blasse, milchige Ware ist Massenmaterial. Die Matrix darf den Stein gliedern, aber nicht zerreißen: Ein feines, gleichmäßiges schwarzes Netz oder eine ruhige weiße Aderung steigert den Wert, grobe braune Flecken mindern ihn. Größe spielt eine Rolle, weil zusammenhängende Partien mit einheitlicher Farbe selten sind; ab etwa 25 Millimetern Kantenlänge wird gute Ware spürbar teurer. Dazu kommt die Herkunft als Preisfaktor eigener Art: Nachweisbares Material aus dem Clay Canyon oder aus der australischen Fundstelle erzielt Aufschläge, die mit der reinen Optik nicht mehr zu erklären sind. Politur und Verarbeitungsgüte runden das Bild ab, weil weiches Material leicht Orangenhaut zeigt.

Qualitätsstufe Merkmale Preisspanne
Massenwareblasses oder graustichiges Grün, unruhige Matrix, kleine Formate, meist stabilisiertetwa 0,30 bis 2 Euro je Karat
Mittlere Handelsqualitätgleichmäßiges Grün, ordentliche Politur, erkennbare, aber ruhige Zeichnungetwa 3 bis 12 Euro je Karat
Gute Schmuckqualitätsattes Apfel- bis Smaragdgrün, feine Netzzeichnung, größere einheitliche Flächenetwa 15 bis 55 Euro je Karat
Australisches Spitzenmaterialintensives Apfelgrün mit feiner Zeichnung, sehr begrenzte Mengeim oberen Bereich der Schmuckqualität, Aufschläge üblich
Sammlerstufe Clay Canyonzonierte Knolle mit Variscitkern, Wardit- und Crandallitschalendreistellig bis vierstellig je Stück
Belegstück Typlokalitätkleinstückiges, blasses Material aus Meßbach im VogtlandSammlerpreis, ohne Schmuckwert

Preisspannen im Handel

Variscit ist ein vergleichsweise preiswerter Schmuckstein, weil die Nachfrage begrenzt ist. Einfache Cabochons mit blassem Grün, unruhiger Matrix oder kleiner Abmessung werden für etwa 0,30 bis 2 Euro je Karat gehandelt. Gute Ware mit kräftigem, einheitlichem Grün und sauberer Zeichnung liegt bei rund 15 bis 55 Euro je Karat. Rohmaterial wird meist nach Gewicht verkauft und bewegt sich, je nach Qualität, in der Größenordnung weniger Cent bis unter einem Euro je Gramm. Ein fertiger Cabochon von 20 bis 30 Karat kostet damit im mittleren Segment rund 30 bis 100 Euro. Ganz anders funktioniert der Sammlermarkt: Zonierte Stufen aus dem Clay Canyon mit Wardit und Crandallit erreichen dreistellige bis vierstellige Beträge je Stück. Diese Zahlen sind Handelsangaben und schwanken mit dem Angebot.

Stabilisierung, Dubletten und falsche Etiketten

Variscit wird selten gefärbt, solange er als Variscit verkauft wird. Behandlungen treten vor allem dort auf, wo Material als Türkis ausgegeben werden soll: dann wird gefärbt und mit Wachs oder Kunstharz getränkt. Verbreitet und unproblematisch ist dagegen die Stabilisierung poröser Ware mit Kunstharz, die den Stein schleiffähig und alltagstauglich macht; sie gehört offengelegt. Ebenfalls üblich sind Dubletten: Eine dünne Variscitscheibe wird auf Basalt, dunklen Stein oder Glas geklebt, was Stabilität gibt und die Farbe vertieft. Sehen Sie sich deshalb die Seitenansicht jedes Cabochons an. Die sicherste Prüfung gegen Türkis bleibt der Brechungsindex: rund 1,57 bei Variscit, etwa 1,61 bei Türkis. Dazu kommen die Dichte um 2,6, der schwache rosa Schimmer unter dem Chelsea-Filter und die Absorptionsbande bei 690 Nanometern. Lassen Sie sich die Behandlung schriftlich bestätigen, wenn Sie einen größeren Betrag ausgeben.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich guten Variscit?
An einem satten, gleichmäßigen Grün ohne graue Trübung, an einer Zeichnung, die den Stein ordnet statt ihn zu zerlegen, und an einer fehlerfreien, spiegelnden Politur. Prüfen Sie den Cabochon von der Seite auf Klebefugen, die auf eine Dublette hinweisen, und fragen Sie nach, ob das Material stabilisiert wurde. Bei größeren Steinen sollte die Farbe über die ganze Fläche durchhalten.
Ist stabilisierter Variscit weniger wert?
In der Regel ja, aber der Abschlag ist moderat, und bei porösem Material ist die Stabilisierung oft die Voraussetzung dafür, dass der Stein überhaupt tragbar ist. Entscheidend ist die Offenlegung. Unbehandeltes Material mit ausreichender Dichte und guter Farbe erzielt den höchsten Preis. Ein stabilisierter Stein, der als unbehandelt verkauft wird, ist dagegen ein Reklamationsgrund.
Gibt es synthetischen Variscit?
Synthetischer Variscit spielt im Handel keine Rolle, weil sich der Aufwand bei diesen Preisen nicht lohnt. Verbreiteter sind Imitationen: gefärbter Howlith, gefärbter Magnesit, Pressmaterial aus Mineralpulver und Kunstharz sowie schlicht falsch bezeichneter Türkis oder Chrysokoll. Alle lassen sich über Dichte und Brechungsindex ausschließen, ein gemmologischer Kurzbefund kostet wenig und lohnt sich bei höherwertiger Ware.