Farbumfang ist das erste Kriterium
Der Preis eines Spektroliths beginnt bei der Frage, wie viele Spektralfarben er zeigt. Ein Stein mit reinem Blau ist die Regel und wird wie guter Labradorit bezahlt. Kommt Grün und Gold dazu, steigt der Preis moderat. Entscheidend ist der warme Bereich: Orange, Kupferrot, Purpur und Violett setzen die dicksten Lamellenpakete voraus und sind deshalb selten. Ein Cabochon, der Blau, Grün, Gold und Rot gleichzeitig auf einer Fläche zeigt und beim Kippen nacheinander durch diese Farben läuft, kostet ein Vielfaches eines gleich großen blauen Steins. Achten Sie dabei auf die Sättigung. Blasse, milchig überlagerte Farben entstehen, wenn die Oberfläche nicht genau in der Schillerebene liegt oder wenn feine Risse das Licht streuen. Beurteilen Sie den Stein immer unter einer punktförmigen Lichtquelle und in Bewegung, niemals unter diffuser Deckenbeleuchtung.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Werkstein und Bastelware | Platten- und Bruchmaterial, Schiller nur punktuell, grauer Untergrund | Trommelsteine etwa 3 bis 12 Euro je Stück, Rohbrocken ab 5 Euro |
| Rohware in Schmucksteinqualität | vorsortierte Stücke mit erkennbarer Schillerebene, Klüfte möglich | 0,50 bis 2 Euro je Karat, rund 2 bis 9 Euro je Gramm |
| Einfache Ware | Schiller nur in Blau, schmales Winkelfenster, Fläche unter 50 Prozent aktiv | 1 bis 5 Euro je Karat |
| Standardware | sattes Blau bis Blaugrün, gleichmäßiger Schiller über den größten Teil der Fläche, saubere Politur | 5 bis 12 Euro je Karat; Cabochon 18 mal 13 mm etwa 60 bis 150 Euro |
| Gute mehrfarbige Ware | mindestens drei Spektralfarben, tiefschwarzer Grund, breites Winkelfenster, rissfrei | 10 bis 40 Euro je Karat; Cabochon 18 mal 13 mm etwa 120 bis 500 Euro |
| Spitzenqualität mit Rot und Violett | volles Spektrum einschließlich Orange, Kupferrot und Purpur, Fläche nahezu vollständig aktiv | 50 bis 140 Euro je Karat |
| Sammleranschliffe und Platten | große polierte Fläche ab 60 mm, mehrere Kristalle mit unterschiedlichen Farbfeldern | 25 bis 200 Euro je Stück |
| Fertigschmuck in Silber | Anhänger oder Ohrschmuck mit finnischem Stein, Zargenfassung | 60 bis 160 Euro je Stück |
Schillerfläche, Winkelfenster und Grundkörper
Das zweite Kriterium ist die Fläche. Gefragt ist nicht die Größe des Steins, sondern der Anteil der polierten Oberfläche, der tatsächlich aufleuchtet, und wie breit das Winkelfenster ist, in dem er das tut. Gute Ware feuert über achtzig Prozent der Fläche und bleibt über einen Kippbereich von mehreren Dutzend Grad aktiv; schwache Ware zeigt nur ein schmales Band oder erlischt bereits bei geringer Drehung. Prüfen Sie zusätzlich den Grundkörper: Je tiefer das Schwarz, desto kontrastreicher wirkt der Schiller. Grauer, milchiger Untergrund mindert den Eindruck. Risse sind bei Spektrolith häufig, weil das Gestein im Bruch durch Klüfte zerlegt wird; feine Haarrisse entlang der Spaltrichtungen sind tolerierbar, durchgehende Risse mindern den Wert erheblich und gefährden den Stein beim Fassen. Kantenausbrüche deuten auf unsauberes Schleifen hin.
Preisspannen, Verwechslungen und Fälschungen
Für Rohware in Schmucksteinqualität werden im Handel etwa 0,50 bis 2 Euro je Karat aufgerufen, das entspricht rund 2 bis 9 Euro je Gramm. Fertige Cabochons einfacher Qualität liegen bei 1 bis 5 Euro je Karat, gute mehrfarbige Ware bei 10 bis 40 Euro je Karat, Spitzenstücke mit vollem Spektrum bei 50 bis 140 Euro je Karat. Ein Silberanhänger mit ordentlichem finnischen Stein kostet im deutschen Fachhandel etwa 60 bis 160 Euro. Echte Fälschungen sind selten, weil der Effekt strukturell ist und sich nicht nachbilden lässt. Verbreitet sind dagegen zwei Täuschungen: gewöhnlicher Labradorit aus Madagaskar oder der Ukraine, der als Spektrolith etikettiert wird, und beschichtete Steine, deren buntes Schimmern von einer aufgedampften Metallschicht stammt. Letztere erkennen Sie am gleichmäßigen Öl- oder Benzinschimmer, der sich beim Kippen nicht in scharf begrenzte Farbfelder auflöst.
