Reinigen ohne Ultraschall und Dampf
Für die Reinigung genügt lauwarmes Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel, eine weiche Zahnbürste und ein fusselfreies Tuch. Bürsten Sie vorsichtig, spülen Sie mit klarem Wasser nach und trocknen Sie den Stein sofort ab. Ultraschallbäder sind tabu. Die Kavitation setzt hochfrequente Druckimpulse frei, die bei einem Mineral mit vollkommener Spaltbarkeit nach zwei Richtungen vorhandene Haarrisse aufweiten und den Stein im ungünstigen Fall spalten. Dasselbe gilt für Dampfstrahler, die zusätzlich einen Temperatursprung erzeugen. Verzichten Sie ebenso auf Scheuermittel, Zahnpasta und Polierpasten für Metall: Sie enthalten Schleifkörper, die härter sind als Feldspat, und mattieren die Politur. Kommt Ihnen der Schiller stumpf vor, liegt das fast immer an einem Fettfilm aus Hautfett und Kosmetik. Ein Tropfen Spülmittel löst ihn zuverlässiger als jedes Spezialmittel.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | Druckimpulse weiten Haarrisse, Spaltflächen können aufreißen | nicht anwenden; von Hand reinigen |
| Dampfstrahler | Druck und Temperatursprung wirken zusammen | nicht anwenden |
| Punktuelle Hitze, Löten | Spannungen durch Temperaturgefälle lösen Sprünge entlang der Spaltflächen aus | vor allen Lötarbeiten ausfassen; nicht auf Heizkörper legen |
| Tages- und UV-Licht | Labradoreszenz ist ein Struktureffekt und vollständig lichtstabil | keine Einschränkung, auch für Vitrinen geeignet |
| Säuren und Laugen | gegenüber schwachen Säuren beständig, Flusssäure greift an, starke Säuren ätzen bei längerem Kontakt | Reinigungsmittel, Chlorwasser und Desinfektionsmittel fernhalten |
| Kosmetik, Parfüm, Haarspray | hinterlassen einen Fettfilm, der den Schiller stumpf erscheinen lässt | Schmuck zuletzt anlegen und zuerst ablegen |
| Staub und Reibung | Quarzstaub der Härte 7 ist härter als Feldspat und mattiert die Politur | Ringe bei Haus-, Garten- und Handwerksarbeit ablegen |
| Stoß und Druck auf die Kante | vollkommene Spaltbarkeit nach zwei Richtungen, glatte Spaltflächen möglich | Zargenfassung wählen, Kanten leicht gebrochen schleifen |
| Lagerung | wird von Quarz, Topas, Korund und Diamant zerkratzt | einzeln im Stoffbeutel oder gefütterten Fach aufbewahren |
Hitze, Licht und Chemikalien
Licht schadet dem Spektrolith nicht. Die Labradoreszenz ist ein Struktureffekt und deshalb vollständig lichtstabil; auch jahrelange Vitrinenbeleuchtung oder Sonnenlicht verändern sie nicht. Hitze dagegen ist gefährlich, weniger wegen der absoluten Temperatur als wegen des Gefälles: Punktuelles Erwärmen, etwa beim Löten oder durch einen heißen Föhn, erzeugt Spannungen, die den Kristall entlang einer Spaltfläche aufreißen lassen. Legen Sie Schmuck mit Spektrolith nicht auf Heizkörper und nicht ins Autofenster. Chemisch ist Feldspat gegenüber schwachen Säuren und Laugen recht beständig, wird von Flusssäure jedoch angegriffen und zeigt bei längerem Kontakt mit starken Säuren Anätzungen. Im Alltag heißt das: Parfüm, Haarspray, Handdesinfektionsmittel, Chlorwasser und Reinigungsmittel vom Stein fernhalten. Bedenklich sind weniger einzelne Spritzer als der wiederholte Kontakt über Jahre, der den Politurglanz an den Kanten angreift. Legen Sie Schmuck mit Spektrolith deshalb erst nach dem Frisieren und Schminken an und nehmen Sie ihn vor dem Duschen, Schwimmen und Putzen als Erstes ab.
Lagerung und einfache Echtheitsprüfung
Lagern Sie Spektrolith einzeln, in einem Stoffbeutel oder einem gefütterten Fach. Der Grund ist die Härte: Mit 6 bis 6,5 ist der Stein weicher als Quarz, Topas, Korund oder Diamant und wird von jedem dieser Nachbarn im Schmuckkästchen zerkratzt. Auch Sandkörner in einer Stofftasche genügen. Für die Echtheitsprüfung reichen Beobachtung und Lupe. Echte Labradoreszenz erscheint in scharf abgegrenzten Farbfeldern, die beim Kippen schlagartig aufleuchten und ebenso schlagartig erlöschen; der übrige Stein bleibt dabei schwarz. Ein gleichmäßiger, fließender Regenbogenschimmer über die gesamte Oberfläche deutet auf eine aufgedampfte Beschichtung hin. Prüfen Sie außerdem Kanten und Rückseite auf Abrieb oder abgeplatzte Schichten. Glasimitationen verraten sich durch eingeschlossene Luftblasen, muschelige Bruchkanten ohne jede ebene Spaltfläche und ein spürbar wärmeres Anfühlen. Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Kante des Cabochons: Am echten Stein sehen Sie dort mit der Lupe feine, spiegelnd ebene Spaltflächen, die unter etwa 86 Grad aufeinandertreffen. Dieses Merkmal lässt sich weder mit Glas noch mit einer Beschichtung nachbilden.
