Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Spektrolith Lexikon · Pflege & Echtheit

Spektrolith – Pflege & Echtheit

Spektrolith

Reinigen ohne Ultraschall und Dampf

Für die Reinigung genügt lauwarmes Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel, eine weiche Zahnbürste und ein fusselfreies Tuch. Bürsten Sie vorsichtig, spülen Sie mit klarem Wasser nach und trocknen Sie den Stein sofort ab. Ultraschallbäder sind tabu. Die Kavitation setzt hochfrequente Druckimpulse frei, die bei einem Mineral mit vollkommener Spaltbarkeit nach zwei Richtungen vorhandene Haarrisse aufweiten und den Stein im ungünstigen Fall spalten. Dasselbe gilt für Dampfstrahler, die zusätzlich einen Temperatursprung erzeugen. Verzichten Sie ebenso auf Scheuermittel, Zahnpasta und Polierpasten für Metall: Sie enthalten Schleifkörper, die härter sind als Feldspat, und mattieren die Politur. Kommt Ihnen der Schiller stumpf vor, liegt das fast immer an einem Fettfilm aus Hautfett und Kosmetik. Ein Tropfen Spülmittel löst ihn zuverlässiger als jedes Spezialmittel.

Einfluss Verhalten Empfehlung
UltraschallbadDruckimpulse weiten Haarrisse, Spaltflächen können aufreißennicht anwenden; von Hand reinigen
DampfstrahlerDruck und Temperatursprung wirken zusammennicht anwenden
Punktuelle Hitze, LötenSpannungen durch Temperaturgefälle lösen Sprünge entlang der Spaltflächen ausvor allen Lötarbeiten ausfassen; nicht auf Heizkörper legen
Tages- und UV-LichtLabradoreszenz ist ein Struktureffekt und vollständig lichtstabilkeine Einschränkung, auch für Vitrinen geeignet
Säuren und Laugengegenüber schwachen Säuren beständig, Flusssäure greift an, starke Säuren ätzen bei längerem KontaktReinigungsmittel, Chlorwasser und Desinfektionsmittel fernhalten
Kosmetik, Parfüm, Haarsprayhinterlassen einen Fettfilm, der den Schiller stumpf erscheinen lässtSchmuck zuletzt anlegen und zuerst ablegen
Staub und ReibungQuarzstaub der Härte 7 ist härter als Feldspat und mattiert die PoliturRinge bei Haus-, Garten- und Handwerksarbeit ablegen
Stoß und Druck auf die Kantevollkommene Spaltbarkeit nach zwei Richtungen, glatte Spaltflächen möglichZargenfassung wählen, Kanten leicht gebrochen schleifen
Lagerungwird von Quarz, Topas, Korund und Diamant zerkratzteinzeln im Stoffbeutel oder gefütterten Fach aufbewahren

Hitze, Licht und Chemikalien

Licht schadet dem Spektrolith nicht. Die Labradoreszenz ist ein Struktureffekt und deshalb vollständig lichtstabil; auch jahrelange Vitrinenbeleuchtung oder Sonnenlicht verändern sie nicht. Hitze dagegen ist gefährlich, weniger wegen der absoluten Temperatur als wegen des Gefälles: Punktuelles Erwärmen, etwa beim Löten oder durch einen heißen Föhn, erzeugt Spannungen, die den Kristall entlang einer Spaltfläche aufreißen lassen. Legen Sie Schmuck mit Spektrolith nicht auf Heizkörper und nicht ins Autofenster. Chemisch ist Feldspat gegenüber schwachen Säuren und Laugen recht beständig, wird von Flusssäure jedoch angegriffen und zeigt bei längerem Kontakt mit starken Säuren Anätzungen. Im Alltag heißt das: Parfüm, Haarspray, Handdesinfektionsmittel, Chlorwasser und Reinigungsmittel vom Stein fernhalten. Bedenklich sind weniger einzelne Spritzer als der wiederholte Kontakt über Jahre, der den Politurglanz an den Kanten angreift. Legen Sie Schmuck mit Spektrolith deshalb erst nach dem Frisieren und Schminken an und nehmen Sie ihn vor dem Duschen, Schwimmen und Putzen als Erstes ab.

Lagerung und einfache Echtheitsprüfung

Lagern Sie Spektrolith einzeln, in einem Stoffbeutel oder einem gefütterten Fach. Der Grund ist die Härte: Mit 6 bis 6,5 ist der Stein weicher als Quarz, Topas, Korund oder Diamant und wird von jedem dieser Nachbarn im Schmuckkästchen zerkratzt. Auch Sandkörner in einer Stofftasche genügen. Für die Echtheitsprüfung reichen Beobachtung und Lupe. Echte Labradoreszenz erscheint in scharf abgegrenzten Farbfeldern, die beim Kippen schlagartig aufleuchten und ebenso schlagartig erlöschen; der übrige Stein bleibt dabei schwarz. Ein gleichmäßiger, fließender Regenbogenschimmer über die gesamte Oberfläche deutet auf eine aufgedampfte Beschichtung hin. Prüfen Sie außerdem Kanten und Rückseite auf Abrieb oder abgeplatzte Schichten. Glasimitationen verraten sich durch eingeschlossene Luftblasen, muschelige Bruchkanten ohne jede ebene Spaltfläche und ein spürbar wärmeres Anfühlen. Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Kante des Cabochons: Am echten Stein sehen Sie dort mit der Lupe feine, spiegelnd ebene Spaltflächen, die unter etwa 86 Grad aufeinandertreffen. Dieses Merkmal lässt sich weder mit Glas noch mit einer Beschichtung nachbilden.

Häufige Fragen

Darf Spektrolith ins Ultraschallbad?
Nein. Die vollkommene Spaltbarkeit nach zwei Richtungen macht den Stein für die Druckimpulse im Ultraschallbad besonders anfällig. Vorhandene Haarrisse weiten sich, und im ungünstigen Fall springt der Stein entlang einer Spaltfläche auf. Auch Dampfstrahler scheiden aus, weil sie zusätzlich einen Temperatursprung erzeugen. Reinigen Sie ausschließlich von Hand mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und einer weichen Bürste.
Bleicht der Schiller im Sonnenlicht aus?
Nein. Die Farben entstehen durch Interferenz an inneren Entmischungslamellen, nicht durch einen Farbstoff oder ein Farbzentrum. Solche Struktureffekte sind vollständig lichtstabil. Sie können Spektrolith unbedenklich in einer beleuchteten Vitrine ausstellen oder im Sommer tragen. Was sich verändert, ist allein die Oberfläche: Feine Kratzer und ein Fettfilm lassen den Schiller stumpf wirken, beides ist aber umkehrbar.
Was tun, wenn der Stein matt geworden ist?
Zuerst reinigen. In den meisten Fällen liegt es an einem Film aus Hautfett, Creme und Haarspray, den warmes Wasser mit mildem Spülmittel und eine weiche Bürste lösen. Bleibt der Eindruck stumpf, ist die Politur zerkratzt. Dann hilft nur Nachpolieren durch einen Goldschmied oder Schleifer: Der Stein wird ausgefasst, mit Zinn- oder Ceroxid neu poliert und wieder eingesetzt. Bei flacher Wölbung geht dabei kaum Substanz verloren.