Was den Preis bestimmt
Bei Smithsonit entscheiden Farbe, Erhaltung der Oberfläche und Herkunft. Gefragt ist ein sattes, gleichmäßiges Türkisblau oder ein klares Rosa; blasse, graustichige oder eisenbraune Ware ist Massenmaterial. Bei Stufen zählt die unversehrte Traubenoberfläche mehr als alles andere: Ein einziger Abplatzer legt die weiße Bruchfläche frei und ist durch nichts zu kaschieren. Die Größe der einzelnen Halbkugeln spielt ebenfalls eine Rolle, große, gleichmäßige Trauben sind seltener als feinkörnige Krusten. Dazu kommt die Herkunft als eigenständiger Preisfaktor: Kelly Mine und Tsumeb sind geschlossen, Material von dort kommt nur aus Altbeständen und trägt entsprechende Aufschläge. Bei geschliffener Ware zählen zusätzlich Politurgüte und die Frage, ob eine Spaltfläche angeschnitten wurde. Facettierte Steine bewertet man nach Größe, Reinheit und Farbintensität; hier ist alles über 10 Karat außergewöhnlich.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Rohmaterial, Standardqualität | blass, trüb, eisenhaltig oder stark porös | wenige Cent je Karat |
| Cabochon, einfache Qualität | blasse oder ungleichmäßige Farbe, mittelmäßige Politur | etwa 0,70 bis 1 Euro je Karat |
| Cabochon, gute Schmuckqualität | kräftiges Türkisblau, Apfelgrün oder Rosa, gleichmäßige Farbe, spiegelnde Politur | bis etwa 30 Euro je Karat |
| Facettierter Stein | durchsichtig, meist unter 5 Karat, sichtbare Dispersion | etwa 20 bis 50 Euro je Karat |
| Facettierter Spitzenstein | über 10 Karat, kräftige Farbe, sauber geschliffen | bis etwa 300 Euro je Karat |
| Sammlerstufe, kleines Kabinettformat | Kelly Mine oder Tsumeb, unversehrte Trauben, ggf. mit Aurichalcit | etwa 1800 bis 2400 US-Dollar |
| Sammlerstufe, großes Kabinettformat | Spitzenfarbe, dokumentierte Provenienz, ungeteilte Platte | etwa 8500 bis 12500 US-Dollar |
Preisspannen im Handel
Rohmaterial in gewöhnlicher Qualität wird für Bruchteile eines Euro je Karat gehandelt, bessere Partien beginnen bei knapp unter einem Euro je Karat. Einfache Cabochons liegen bei rund 0,70 bis 1 Euro je Karat, gute Ware mit kräftiger, gleichmäßiger Farbe erreicht bis etwa 30 Euro je Karat. Facettierte Smithsonite sind die eigentliche Rarität: Sie beginnen bei etwa 20 bis 50 Euro je Karat und erreichen bei außergewöhnlicher Qualität rund 300 Euro je Karat. Bei Sammlerstufen gelten andere Maßstäbe. Kleine Kabinettstücke aus der Kelly Mine werden im Bereich von etwa 1800 bis 2400 US-Dollar angeboten, große Kabinettstufen erreichen 8500 bis 12500 US-Dollar. Diese Zahlen sind Handelsangaben und schwanken erheblich mit Angebot und Provenienz. Vergleichen Sie vor einem größeren Kauf mehrere Angebote, denn gerade bei Sammlerstufen sind die Preisunterschiede zwischen den Händlern beträchtlich.
Behandlungen, Verwechslungen und wie Sie prüfen
Smithsonit wird kaum behandelt. Üblich ist allenfalls, traubige Aggregate mit Öl oder Wachs einzureiben, um den Glanz zu heben; das lässt mit der Zeit nach, hinterlässt klebrige Oberflächen und sollte offengelegt werden. Gefärbt wird praktisch nicht. Die größere Gefahr sind Verwechslungen: Blaugrüner Smithsonit wird mit Türkis, Chrysokoll, Hemimorphit oder Aurichalcit verwechselt, rosa Material mit Rhodochrosit oder Cobaltocalcit. Der entscheidende Test ist die Dichte. Mit 4,3 bis 4,5 Gramm je Kubikzentimeter ist Smithsonit deutlich schwerer als Türkis mit etwa 2,8, Chrysokoll mit 2,0 bis 2,4 und Hemimorphit mit rund 3,4. Ein Stein, der sich auffallend schwer anfühlt, ist ein gutes Indiz. Zusätzlich braust Smithsonit in kalter, verdünnter Salzsäure auf, was Türkis und Chrysokoll nicht tun. Die Säureprobe hinterlässt allerdings eine matte Stelle und gehört deshalb an eine unauffällige Rückseite oder in die Hand eines Labors.
