Kelly Mine, New Mexico: der Maßstab für Blaugrün
J. S. Hutchason stieß 1866 bei Magdalena in Socorro County auf reiche Bleiausbisse; der nach dem Grubenbesitzer Kelley benannte Ort Kelly erhielt seinen heutigen Namen 1879 durch einen Schreibfehler in der Eintragung. Nach dem Bau der Billings-Schmelze 1881 und dem Bahnanschluss 1885 wuchs der Ort auf über 2000 Einwohner und war 1904 der führende Zinkproduzent New Mexicos. Das Erz war zu großen Teilen Smithsonit, der den Kalkstein verdrängt hatte. Die Erze erschöpften sich in den frühen 1930er Jahren, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb endgültig aufgegeben. Geblieben sind die weltberühmten traubigen Krusten in kräftigem Türkisblau bis Apfelgrün, oft mit hellblauen Aurichalcitbüscheln besetzt. Gute Kabinettstufen aus alten Sammlungen werden heute im vier- bis fünfstelligen Dollarbereich gehandelt. Umgerechnet liegen gute Kabinettstufen damit im vierstelligen Eurobereich, Spitzenstücke deutlich darüber.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Kelly Mine, Magdalena District, Socorro County, New Mexico | USA | weltberühmte türkisblaue bis apfelgrüne Trauben, oft mit Aurichalcit; Betrieb nach 1945 eingestellt |
| Tsumeb Mine | Namibia | große, teils durchsichtige Kristalle, kobalthaltiges rosa Material; Grube seit 1996 stillgelegt |
| Berg Aukas und Kaokoveld | Namibia | weitere Zinkvorkommen mit Smithsonit, qualitativ unter Tsumeb |
| Lavrion | Griechenland | antikes Silber-Blei-Revier, blaugrüne traubige Massen, klassische europäische Stücke |
| Monteponi und Masua, Sardinien | Italien | gelbe bis honigfarbene stalaktitische Aggregate |
| Ojuela Mine, Mapimí, Durango | Mexiko | traubige Aggregate in vielen Farben, reiche Oxidationszone |
| Choix (Sinaloa) und Santa Eulalia (Chihuahua) | Mexiko | kräftig rosa und leuchtend grünes Material |
| Kabwe (Broken Hill) | Sambia | historisches Zinkerzrevier mit Smithsonit in Sammlerqualität |
Tsumeb und Namibia: die Kristalle
Die Tsumeb Mine in Namibia gilt als eine der mineralogisch reichsten Lagerstätten der Welt; über 250 Mineralarten sind von dort belegt. Ihre außergewöhnlich tiefreichende und mehrfach überprägte Oxidationszone brachte Smithsonit in einer Qualität hervor, die anderswo fehlt: große, gut ausgebildete Rhomboeder und Skalenoeder, teils durchsichtig und damit facettierbar, dazu kobalthaltiges Material in Rosa und Violett und kupferhaltiges in kräftigem Blaugrün. Aus Tsumeb stammt ein erheblicher Teil der wenigen existierenden facettierten Smithsonite. Die Grube ist seit 1996 nicht mehr in Betrieb, neues Material kommt praktisch nicht nach, und Tsumeb-Stufen tragen deshalb einen erheblichen Herkunftsaufschlag. Im Kaokoveld und bei Berg Aukas in Namibia treten weitere Zinkvorkommen mit Smithsonit auf, die aber nie die Qualität von Tsumeb erreichten. Achten Sie bei Tsumeb-Angeboten besonders auf die Provenienz, denn bei geschlossenen Gruben ist die Herkunftsangabe ein wesentlicher Teil des Preises.
Lavrion, Sardinien und die übrigen Vorkommen
Der Bergbaubezirk Lavrion südlich von Athen wurde bereits in der Antike auf Silber und Blei betrieben und im 19. Jahrhundert wieder aufgenommen, auch zur Aufarbeitung der antiken Halden. Von dort stammen blaugrüne traubige Smithsonitmassen, die zu den klassischen europäischen Stücken zählen. Auf Sardinien lieferten die Gruben von Monteponi und Masua gelbe bis honigfarbene stalaktitische Aggregate. Weitere bedeutende Fundstellen sind die Ojuela Mine bei Mapimí in Durango sowie Choix in Sinaloa und Santa Eulalia in Chihuahua, Mexiko, mit rosa und leuchtend grünem Material, Kabwe, das frühere Broken Hill in Sambia, und die 79 Mine bei Hayden in Arizona mit grünen Stücken. Auch in Deutschland tritt Smithsonit auf, etwa im Aachener Raum und im Sauerland, jedoch ohne Schmuck- oder Sammlerbedeutung ersten Ranges.
