Kupfer für Türkisblau und Apfelgrün
Das bekannteste Gesicht des Smithsonits ist das kräftige Türkisblau bis Apfelgrün der Kelly Mine in New Mexico. Verantwortlich ist Kupfer, das Zink im Kristallgitter ersetzt. Zweiwertiges Kupfer absorbiert im roten und gelben Bereich des Spektrums und lässt Blaugrün durch, derselbe Mechanismus, der auch Malachit, Azurit und Türkis färbt. Je höher der Kupfergehalt, desto satter und blauer der Ton; kupferärmere Partien wirken heller und gehen ins Grünliche. Weil Kupfer und Zink in Lagerstätten häufig gemeinsam auftreten, ist dies die verbreitetste Farbvariante. Im Handel begegnet Ihnen dafür der alte Name „Bonamit“, der für blaugrünes bis apfelgrünes Material aus New Mexico gebraucht wurde. Mineralogisch ist das keine eigene Spezies. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Farbe die ganze Traubenoberfläche durchzieht und nicht nur eine dünne Deckschicht bildet.
| Varietät | Farbe | Bemerkung |
|---|---|---|
| Kupferhaltiger Smithsonit (Bonamit) | Türkisblau bis Apfelgrün | bekannteste Variante, Leitfundort Kelly Mine in New Mexico, Handelsname ohne eigenen Speziesrang |
| Kobalthaltiger Smithsonit | Rosa bis Violett | vor allem Tsumeb sowie Sinaloa und Chihuahua in Mexiko, bei Sammlern gesucht |
| Turkey Fat Ore | Gelb bis Honiggelb | Farbe durch Cadmium beziehungsweise feinverteilte Greenockit-Einschlüsse, traubig bis derb |
| Monheimit (eisenhaltig) | Braun bis Rotbraun | eisenreiche Mischkristalle in Richtung Siderit, meist trüb, ohne Schmuckwert |
| Dry Bone Ore | grauweiß bis beige | derbe, poröse Erzvarietät, historisch wichtiges Zinkerz, als Schmuckstein wertlos |
| Farbloser bis weißer Smithsonit | farblos, weiß | chemisch reinste Variante, liefert das seltene facettierbare Material |
Kobalt für Rosa, Cadmium für Gelb, Eisen für Braun
Kobalt erzeugt Rosa- bis Violetttöne. Solches Material stammt vor allem aus Tsumeb in Namibia und aus mexikanischen Gruben in Sinaloa und Chihuahua; es gilt unter Sammlern als besonders begehrt, weil kobalthaltige Zinklagerstätten selten sind. Cadmium steht hinter den gelben bis honiggelben Varianten. Bergleute nannten dieses Material „Turkey Fat Ore“, nach der Farbe von Truthahnfett. Als eigentliche Ursache werden dabei feinverteilte Einschlüsse von Greenockit diskutiert, einem Cadmiumsulfid, nicht zwingend nur eingebautes Cadmium. Eisen färbt braun bis rötlichbraun und trübt das Material zugleich; eisenreiche Varianten wurden früher als Monheimit bezeichnet. Weiße und farblose Smithsonite sind chemisch die reinsten und für Sammler am wenigsten interessant. Neuere Untersuchungen stellen einzelne der klassischen Farbzuschreibungen in Frage, ohne das Grundprinzip zu ändern. Für den Kauf heißt das: Lassen Sie sich die Fundstelle nennen, denn sie schränkt das mögliche Farbspektrum bereits deutlich ein.
Glanz, Fluoreszenz und optische Auffälligkeiten
Smithsonit besitzt eine ungewöhnlich hohe Doppelbrechung von rund 0,227 und eine Dispersion von 0,037. In den seltenen facettierten Steinen führt das zu deutlichem Farbenspiel, aber auch dazu, dass Sie durch die Tafel hindurch die hinteren Facettenkanten doppelt sehen. An traubigen Aggregaten zeigt sich statt Glasglanz ein seidiger bis perlmuttartiger Schimmer, der vom radialstrahligen, faserigen Aufbau herrührt. Unter ultraviolettem Licht fluoresziert Smithsonit fundortabhängig: blassgrün, blassblau oder rosastichig, wobei viele Stücke gar nicht reagieren. Die Fluoreszenz taugt daher nicht als Bestimmungsmerkmal, sondern allenfalls als Hinweis auf die Herkunft. Verlässlich ist dagegen die Kombination aus hoher Dichte, weißem Strich und dem Aufbrausen in kalter, verdünnter Salzsäure. Diese Säureprobe hinterlässt allerdings eine matte Stelle und gehört deshalb an eine unauffällige Rückseite. Prüfen Sie bei einem angebotenen Stein deshalb zuerst das Gewicht und erst danach die Optik, das spart Zeit und Ärger.
