Reinigen ohne Ultraschall und Dampf
Reinigen Sie Pollucit mit lauwarmem Wasser, einem Tropfen mildem Spülmittel und einer weichen Bürste; danach klar spülen und mit einem fusselfreien Tuch trocken tupfen. Von Ultraschallbädern und Dampfstrahlern raten wir ab. Die Begründung liegt im Material: Die Wikipedia führt die Tenazität als spröde, eine gemmologische Tabelle weist eigens auf die Sprödigkeit hin, und die IGS beschreibt weißliche Einschlüsse als materialtypisch. Ultraschall wirkt genau an solchen inneren Grenzflächen. Hinzu kommt das zeolithische Wasser im Gitter, das den Stein gegenüber schnellen Temperaturwechseln empfindlicher macht als ein wasserfreies Silikat. Die IGS selbst hält fest, dass Pollucit mit quarzähnlicher Härte keine besondere Pflege verlangt — das bezieht sich jedoch auf Kratzfestigkeit, nicht auf Stoß und Temperatur. Wir halten die vorsichtigere Handhabung für angemessen, gerade weil Ersatz für einen ausgebrochenen Stein schwer zu beschaffen ist.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | Spröde Tenazität, materialtypische weißliche Einschlüsse als innere Grenzflächen | Nicht verwenden; von Hand mit lauwarmem Seifenwasser reinigen |
| Dampfreiniger | Kombination aus Hitze und Druck bei zeolithischem Wasser im Gitter | Nicht verwenden |
| Hitze (Löten, Heißdop, Trockenofen) | Das Gitter führt Wasser als n H2O; schnelle Temperaturwechsel erzeugen Spannungen | Lötarbeiten vor dem Fassen ausführen, kalt dopen, langsam abkühlen lassen |
| Säuren und Laugen | In Flusssäure leicht löslich, in heißer Salzsäure schwer löslich | Kontakt mit fluorwasserstoffhaltigen Ätz- und Rostentfernern strikt vermeiden; Haushaltsreiniger meiden |
| Licht | Farbloses Material ohne beschriebene lichtempfindliche Farbursache | Unkritisch; bei getönten Stücken vorsorglich längere direkte Sonne vermeiden |
| Stoß und Druck | Härte 6,5 bis 7, Zähigkeit als gut eingestuft, zugleich ausdrücklich spröde, muscheliger Bruch ohne Spaltbarkeit | Zargenfassung bevorzugen, Ringe nicht im Alltag tragen, einzeln lagern |
| Nachbarsteine in der Schatulle | Korund, Spinell und Topas sind härter und zerkratzen die Politur | Einzeln in weichem Fach oder Stoffbeutel aufbewahren |
Hitze, Licht und Chemikalien
Licht ist unkritisch: Pollucit ist farblos, und eine lichtempfindliche Farbursache, die ausbleichen könnte, ist in den Quellen nicht beschrieben. Hitze dagegen verdient Respekt. Das Kristallgitter enthält Wasser, das die Formel als n H2O führt; bei Lötarbeiten, Heißdopen oder im Reinigungsofen riskieren Sie Spannungsrisse. Chemisch ist die Lage klar dokumentiert: Die Wikipedia nennt Pollucit in Flusssäure leicht löslich und in heißer Salzsäure nur schwer löslich. Flusssäure kommt in Haushalt und Werkstatt praktisch nicht vor, in Ätz- und Rostentfernern auf Basis von Fluorwasserstoff aber durchaus — halten Sie den Stein davon fern. Übliche Schmuckreiniger, Seife und Parfüm sind unproblematisch, sollten aber nach dem Auftragen abtrocknen dürfen, bevor Sie den Schmuck anlegen. Bei gefasster Ware gilt ohnehin: Der empfindlichere Partner ist meist die Fassung.
Lagerung und Echtheitsprüfung mit einfachen Mitteln
Lagern Sie Pollucit einzeln, in einem weich gefütterten Fach oder einem Stoffbeutel, getrennt von härteren Steinen wie Korund, Spinell oder Topas, die die Politur beschädigen können. Für die Prüfung genügen zwei Messungen. Das Refraktometer zeigt einen einzelnen Wert zwischen 1,517 und 1,525, ohne jede Bewegung bei Drehung — Quarz mit 1,544 bis 1,553 und einer Doppelbrechung von 0,009 fällt damit sofort heraus. Die hydrostatische Wägung liefert 2,85 bis 2,94 g/cm³; Quarz liegt bei etwa 2,66. Zwischen Polarisatoren bleibt Pollucit dunkel, weil er kubisch ist; Anomalien in Form von Spannungsdoppelbrechung sind möglich, da die Wikipedia „isotrop oder sehr schwach anisotrop“ vermerkt. Gegen Glas hilft das alles nur teilweise, denn Glas ist ebenfalls einfachbrechend und deckt laut IGS-Tabelle Indizes von 1,440 bis 1,900 ab. Hier entscheiden Dichte und Einschlussbild.
