Wofür Nuummit taugt
Mit einer Mohs-Härte von 5,5 bis 6 liegt Nuummit unterhalb von Quarz. Das bedeutet: Gewöhnlicher Hausstaub, der überwiegend Quarzpartikel enthält, kann die polierte Fläche mit der Zeit mattieren. Für Schmuckstücke, die selten aneinanderstoßen, ist das unproblematisch. Anhänger, Broschen, Ohrschmuck, Manschettenknöpfe und Colliers mit größeren Platten sind die sinnvollen Einsatzgebiete. Ringe sind möglich, aber nur als Schmuckring für gelegentliches Tragen und mit gut geschützter Fassung, nicht als Tagesring und erst recht nicht an der Arbeitshand. Armbänder aus Kugeln funktionieren gut, weil die Kugeln aneinander abrollen statt zu schlagen. Der dunkle Stein wirkt am stärksten in größeren Flächen, weil der Schiller Raum zum Wandern braucht. Kleine Steine unter zehn Millimetern zeigen den Effekt oft nur als vereinzelte Blitze. Für Goldschmiede interessant sind außerdem Platten für Siegelringe, Gürtelschnallen und Anhängerfronten, weil sich dort große, ruhige Flächen ausspielen lassen.
Fassung: Zarge schlägt Krappe
Die richtige Fassung für Nuummit ist die geschlossene oder halbgeschlossene Zarge. Sie schützt die Kanten, die wegen der Nadelstruktur am ehesten ausbrechen, und sie verteilt den Druck gleichmäßig. Krappen sind ungünstig: Sie setzen punktuelle Kräfte genau dort an, wo Nadelbündel absplittern können. Arbeiten Sie die Zarge vorher fertig und drücken Sie sie nur mit weichem Werkzeug an, am besten mit Holz- oder Kunststoffschieber statt mit Stahlfassschieber. Entscheidend ist die Regel der Kaltarbeit: Wird an einem gefassten Nuummit gelötet, geschweißt oder auch nur kräftig erwärmt, riskieren Sie Risse und, bei stabilisierter Ware, ein Ausgasen oder Dunkeln des Harzes. Lassen Sie den Stein vor jeder Reparatur ausfassen. Auch Beizen und Ultraschall im Werkstattablauf sind tabu. Planen Sie die Zarge einen Hauch höher als üblich, damit die Kante des Cabochons vollständig geschützt hinter dem Metall liegt.
Alltagstauglichkeit und Kombination
Nuummit ist ein zuverlässiger Alltagsstein, solange Sie die Einsatzgrenzen beachten. Er ist unempfindlich gegen Licht, verträgt Temperaturschwankungen des normalen Tagesgebrauchs und nimmt keine Feuchtigkeit auf, wenn er dicht ist. Empfindlich reagiert er auf Stoß, auf Säuren wegen der eingelagerten Sulfide und auf Scheuermittel. Gestalterisch passt der Stein hervorragend zu mattiertem Silber und zu Weißgold, weil beide den kühlen Grundton aufnehmen, ohne mit dem kupfergoldenen Schiller zu konkurrieren. Zu Gelbgold funktioniert er, wenn der Schiller selbst golden ist. Kombinationen mit stark glitzernden Steinen sind heikel: Brillanten ziehen die Aufmerksamkeit ab, und der feine Nadelschiller verliert. Besser sind ruhige Partner wie Onyx, Hämatit, mattes Metall oder eine schlichte, breite Fassung, die dem Stein die Fläche lässt. Ein einzelner großer Stein an schlichter Kette ist fast immer die stärkere Lösung als eine aufwendig besetzte Fassung.
