Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Nuummit Lexikon · Qualität & Preis

Nuummit – Qualität & Preis

Nuummit

Schillerdichte, Farbanzahl und Blickwinkel

Der Wert eines Nuummits entscheidet sich an drei messbaren Dingen. Erstens an der Schillerdichte: Wie viel Prozent der polierten Fläche leuchtet tatsächlich, und wie gleichmäßig ist es verteilt? Ein Stein, der nur in einer Ecke blitzt und sonst mattschwarz bleibt, ist Handelsware. Zweitens an der Zahl der Farben: Grün, Blau, Gold und Rot in einem Stück ist deutlich seltener als reines Kupfergold. Drittens am Blickwinkel: Weil der Schiller an die Orientierung der Nadeln gebunden ist, leuchtet schlecht orientiertes Material nur in einem schmalen Kippbereich. Nehmen Sie den Stein in die Hand und drehen Sie ihn unter einer punktförmigen Lichtquelle einmal ganz um die eigene Achse. Gute Ware bleibt über einen weiten Winkelbereich lebendig. Politurqualität und das Fehlen offener Risse kommen als vierter Punkt hinzu.

Qualitätsstufe Merkmale Preisspanne
Bastel- und Rohwareüberwiegend mattschwarz, Schiller nur punktuell, offene Risse, grobe PoliturRohstücke etwa 1 bis 4 Euro je Gramm, Trommelsteine ab 4 Euro je Stück
Einfache HandelswareSchiller auf weniger als einem Drittel der Fläche, eine Farbe, schmaler BlickwinkelTrommelsteine 8 bis 15 Euro je Stück, Cabochons 1 bis 3 Euro je Karat
StandardwareSchiller über etwa die halbe Fläche, Gold bis Kupfer, saubere Politur, keine offenen Risse3 bis 5 Euro je Karat; Cabochon 18 mal 13 mm etwa 25 bis 45 Euro
Gute Waredichter Schiller über fast die ganze Fläche, zwei bis drei Farben, weiter Blickwinkel5 bis 8 Euro je Karat; Cabochon 18 mal 13 mm etwa 40 bis 90 Euro
Spitzenware, feinnadeligvollflächiger Schiller mit Grün, Blau, Gold und Rot nebeneinander, belegte grönländische Herkunft8 bis 12 Euro je Karat; Trommelstein 5 bis 6 g in AA-Qualität rund 38 Euro
Großformate und ObjektePlatten, Schalen, Kugeln; Preis richtet sich nach ungestörter Schillerfläche, nicht nach GewichtPlatten 40 bis 80 Karat rund 140 bis 280 Euro; polierte Schale 16 cm mehrere hundert Euro

Preisstufen im europäischen Handel

Nuummit bewegt sich im mittleren Preissegment und ist damit für Sammler wie für Goldschmiede gut zugänglich. Einfache Trommelsteine ohne Herkunftsangabe kosten 8 bis 15 Euro je Stück. Ein grönländischer Trommelstein von 5 bis 6 Gramm in ausgesuchter Qualität liegt bei rund 38 Euro. Kleine Cabochons von 8 bis 15 Karat bewegen sich zwischen etwa 30 und 65 Euro, große Platten von 40 bis 80 Karat zwischen rund 140 und 280 Euro. Umgerechnet sind das etwa 3 bis 8 Euro je Karat; bei Cabochons mit sehr dichtem Mehrfarbenschiller werden auch 10 Euro je Karat aufgerufen. Perlenarmbänder mit 8-Millimeter-Kugeln liegen bei 25 bis 95 Euro, größere polierte Objekte wie Schalen von 16 Zentimetern bei mehreren hundert Euro. Angaben aus dem europäischen Online-Handel, Stand 2026.

Verwechslungen, Imitate und die Kunstharzfrage

Die häufigste Täuschung am Nuummitmarkt ist kein Kunststoff, sondern ein anderes Gestein. Indische und chinesische Gabbros werden als Coppernite, Copperlite, Star Galaxy oder Black Galaxy Granite verkauft und landen regelmäßig unter dem Namen Nuummit im Angebot. Sie bestehen aus Plagioklas und Enstatit, zeigen kupferfarbene Blitze an eckigen Körnern statt an langgestreckten Nadeln, sind kaum magnetisch und leuchten unter kurzwelligem UV tiefrot. Echter Nuummit zeigt eine erkennbar gerichtete Nadelstruktur und ist durch den Pyrrhotingehalt oft deutlich magnetisch. Der zweite Punkt ist die Behandlung: Klüftiges Material wird im Handel regelmäßig mit Kunstharz stabilisiert, damit es sich überhaupt sauber schleifen lässt. Das ist technisch legitim, gehört aber deklariert. Fragen Sie danach, und misstrauen Sie einem auffällig schweren, kunststoffartigen Klang beim Anschlagen. Ein seriöser Händler nennt Behandlung und Herkunft von sich aus, ohne dass Sie nachfragen müssen.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Kunstharzstabilisierung?
Zuverlässig nur im Labor. Praktische Hinweise sind ein leicht speckiger, gleichmäßig glänzender Eindruck auch in Vertiefungen, ein dumpfer Klang beim Anschlagen und ein glasiger Film in Rissen, der die Kante überbrückt statt sie zu zeigen. Die heiße Nadel ist keine geeignete Probe, sie hinterlässt am Stein bleibende Spuren.
Lohnt sich grönländische Herkunft preislich?
Als Sammlerargument ja, optisch nicht zwingend. Grönländisches Material wird höher gehandelt, weil Fundort und Abbaulogistik knapp und belegbar sind. Ein mauretanisches Stück mit dichterem, gleichmäßigerem Blauschiller kann optisch überlegen sein und kostet weniger. Kaufen Sie nach dem, was der Stein zeigt, und zahlen Sie den Herkunftsaufschlag nur bei belegter Provenienz.
Gibt es synthetischen Nuummit?
Nein. Eine Synthese wäre technisch möglich, aber wirtschaftlich sinnlos: Das Naturmaterial ist zu günstig. Was im Markt als Fälschung auftritt, sind andere Natursteine unter falschem Namen, gelegentlich auch bedruckte oder mit Glitterpartikeln gefüllte Kunstharzscheiben. Diese erkennen Sie an Luftblasen, gleichförmig verteilten Partikeln und einem Gewicht deutlich unter dem des Gesteins.