Wofür Maw-sit-sit taugt und wofür nicht
Mit Mohs 6 bis 7 und hoher Zähigkeit liegt Maw-sit-sit im selben Bereich wie Jadeit und ist damit deutlich alltagstauglicher als die meisten opaken Schmuckgesteine. Uneingeschränkt empfehlen lässt er sich für Anhänger, Broschen, Ohrschmuck, Manschettenknöpfe, Krawattennadeln und Inlays. Für Ringe ist er geeignet, wenn die Fassung den Stein schützt; Geology.com weist zu Recht darauf hin, dass die Härte für einen täglich getragenen Ring am unteren Rand liegt. Gegen Staub, der überwiegend aus Quarz mit Mohs 7 besteht, ist kein Schmuckstein dieser Härte dauerhaft immun: Nach Jahren verliert die Politur an Glanz. Weil das Material sehr zäh ist, sind echte Brüche selten; die übliche Alterserscheinung sind matte Stellen, die sich nachpolieren lassen. Für Armreifen aus einem Stück eignet sich nur klüftfreies Material.
Fassung: Zarge, Metallton und die Wirkung des Grüns
Die Zargenfassung ist bei Maw-sit-sit die erste Wahl. Sie schützt die Kante, die bei einem flachen Cabochon der empfindlichste Teil ist, und sie gibt der unruhigen Zeichnung einen ruhigen Rahmen. Krappen sind möglich, sollten aber breit ausgeführt werden, damit sie keine Spannungsspitzen auf einer Chromitader erzeugen. Beim Metall lohnt eine bewusste Entscheidung: Gelbgold verstärkt den warmen Ton des Grüns und lässt den Stein leuchten, Weißgold und Platin betonen dagegen den Kontrast zur schwarzen Zeichnung und wirken sachlicher. Silber ist die preislich stimmige Wahl, verlangt aber Pflege, weil anlaufendes Silber das Grün trübt. Kleine Diamanten als Beifassung funktionieren, sollten aber sparsam eingesetzt werden; das Muster des Steins ist bereits Schmuck genug. Achten Sie bei Anhängern darauf, dass die Öse breit genug ansetzt, damit das Gewicht nicht auf eine einzelne Kante drückt. Bei Ringen empfiehlt sich eine etwas erhöhte Zarge als Stoßschutz.
In der Werkstatt: was Sie beim Fassen beachten müssen
Maw-sit-sit ist kein heikler Stein, aber er verzeiht nicht alles. Löten Sie niemals mit gefasstem Stein. Das Gestein enthält Chlorit- und Serpentinminerale, die beim Erhitzen Wasser abgeben; die Folge sind matte Flecken oder feine Risse in der Politur, die sich nicht mehr wegpolieren lassen. Nehmen Sie den Stein vor jeder Reparatur aus der Fassung. Beim Zudrücken der Zarge arbeiten Sie gleichmäßig und mit mäßigem Druck; eine punktuelle Belastung auf einer weicheren Albitzone kann eine Kante absprengen. Beizen und saure Reinigungsbäder sind zu meiden, weil sie Chlorit und Serpentin angreifen. Für die Endreinigung genügen lauwarmes Wasser, milde Seife und eine weiche Bürste. Ultraschall gehört bei diesem Material nicht in die Werkstattroutine, auch nicht bei einem scheinbar rissfreien Stück. Wenn Sie den Stein nachpolieren, halten Sie ihn kühl und arbeiten Sie mit Diamantpaste auf fester Unterlage, nicht mit heiß laufenden Schwabbelscheiben.
