Was den Preis bestimmt: Farbe, Zeichnung, Fläche
Bei Maw-sit-sit zahlen Sie nicht für Reinheit, denn der Stein ist undurchsichtig. Den Preis bestimmen drei andere Größen. Erstens die Farbintensität: Ein sattes, leuchtendes Chromgrün ist deutlich teurer als ein blasses oder gräuliches Grün, und Ware mit hohem Albitanteil wirkt stumpfer. Zweitens die Zeichnung: Klar abgesetzte schwarze Adern und Flecken auf gleichmäßig grünem Grund sind gesucht, während eine unruhige, fleckige oder überwiegend schwarze Musterung den Wert mindert. Drittens die nutzbare Fläche: Große, rissfreie Cabochons sind selten, weil das Material im Rohblock häufig von Klüften durchzogen ist. Dazu kommt die Politur. Weil Albit, Pyroxen und Chromit unterschiedlich hart sind, erfordert ein geschlossener Spiegel echte Arbeit; eine wellige oder stumpfe Oberfläche drückt den Preis spürbar. Die Größe allein trägt bei diesem Stein wenig zum Wert bei: Ein kleiner Cabochon mit brillanter Farbe erzielt mehr als ein großes, blasses Stück.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Trommelstein und Perle | gemischte Farbe, kleine Stücke, oft unruhig gezeichnet | Schätzung des Handels: wenige Euro je Stück |
| Cabochon Handelsware, 4 bis 10 Karat | mittleres Grün, deutliche schwarze Zeichnung, saubere Politur | rund 55 bis 190 Euro je Stein, entsprechend 60 bis 203 US-Dollar bei Fachhändlern |
| Cabochon Handelsware, je Karat gerechnet | dasselbe Material | etwa 14 bis 19 Euro je Karat |
| Cabochon gehobene Qualität | kräftiges Chromgrün, klar abgesetzte Adern | meist unter 100 US-Dollar je Stück, also rund 90 Euro und darunter (Angabe geology.com) |
| Cabochon Spitzenqualität | sattes Smaragdgrün, scharfe Zeichnung, große rissfreie Fläche | Schätzung des Handels: deutlicher Aufschlag, veröffentlichte Zahlen liegen nicht vor |
| Rohstück, handverlesen | schleifbare Partien, wenige Klüfte | Schätzung des Handels: Abrechnung nach Gramm, nicht nach Karat |
| Schnitzarbeit, Anhänger, Armreif | nach Größe, Zeichnung und Arbeitsaufwand | Abrechnung nach Stück; belastbare veröffentlichte Spannen fehlen |
| gefärbter Serpentin oder Quarzit als Maw-sit-sit | auffällig gleichmäßige Farbe, keine Chromitzeichnung, sehr niedriger Preis | wenige Euro; kein Maw-sit-sit, sondern Imitation |
Preisspannen: was Sie im Fachhandel tatsächlich zahlen
Maw-sit-sit ist trotz seiner Seltenheit erstaunlich bezahlbar geblieben, weil er nie in die Preislogik der Jade hineingewachsen ist. Spezialisierte Händler boten geschliffene Cabochons zwischen 4,00 und 10,14 Karat zuletzt für 60 bis 203 US-Dollar je Stein an, umgerechnet rund 55 bis 190 Euro. Das entspricht etwa 14 bis 19 Euro je Karat. Geology.com nennt für schöne Cabochons üblicherweise Beträge unter 100 US-Dollar und weist darauf hin, dass das Material im stationären Handel kaum zu finden, online dagegen verfügbar ist. Für Spitzenfarbe mit sauberer Zeichnung verlangt der Fachhandel erkennbar mehr; belastbare veröffentlichte Zahlen dazu gibt es nicht, die Aufschläge sind als Schätzung des Handels zu behandeln. Schnitzarbeiten und Armreifen werden grundsätzlich nach Stück und nicht nach Karat kalkuliert. Rechnen Sie außerdem damit, dass Angebote unregelmäßig auftauchen und wieder verschwinden, weil kaum ein Händler dauerhaft Lager hält.
Fälschungen, Verwechslungen und die Prüfung am Tisch
Geology.com stellt ausdrücklich fest, dass Fälschungen, Fehlbestimmungen und Imitationen bei diesem Material reichlich vorhanden sind. Die häufigsten Täuschungen sind gefärbter Serpentin, gefärbter Quarzit und gefärbter oder harzgetränkter Jadeit. Umgekehrt wird echtes Maw-sit-sit immer wieder als Jade verkauft, weil dieser Name mehr Geld bringt. Die Trennung gelingt meist schon mit zwei Messungen. Die Dichte von Maw-sit-sit streut zwischen 2,45 und 3,15 und liegt typischerweise bei rund 2,77; Jadeitit kommt auf 3,25 bis 3,40. Der Spotwert des Brechungsindex fällt bei Maw-sit-sit häufig auf 1,52 bis 1,56, während Jadeit bei 1,65 bis 1,67 liegt. Dazu kommt die Optik: Die schwarze Chromitzeichnung mit ihrem stumpfen Erzglanz hat bei gefärbtem Serpentin kein Gegenstück. Gefärbtes Material zeigt unter der Lupe außerdem Farbkonzentrationen entlang feiner Risse. Im Zweifel klärt eine Raman-Messung die Mineralbestimmung zuverlässig.
