Was den Preis bestimmt
Gaspeit wird nach Aussehen und Verarbeitbarkeit bewertet, nicht nach Reinheit im klassischen Sinn — er ist ohnehin undurchsichtig. Den Ausschlag geben vier Punkte. Erstens die Farbe: kräftiges, gleichmäßiges Apfel- bis Grasgrün steht über blassem Mintgrün und über olivbraunen Partien. Zweitens die Dichtigkeit des Materials: Poröse Stellen nehmen keine Politur an und verlangen eine Stabilisierung, die den Wert mindert. Drittens die Zeichnung: Das braune bis rotbraune Netz aus Muttergestein wird geschätzt, wenn es gleichmäßig über den Stein läuft, und stört, wenn es den Stein in Bruchstücke zerlegt. Viertens die Größe der ungestörten Fläche, denn daraus ergibt sich, ob ein Cabochon oder nur eine Inlayplatte herausgeht. Kunstharzüberzüge werden im Handel eingesetzt, um die Haltbarkeit zu erhöhen; eine Handelsquelle hält ausdrücklich fest, dass solche Überzüge den Wert senken. Lassen Sie sich sagen, ob ein Stein beschichtet ist.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Rohware, Scheiben | Scheiben und Stücke mit Matrix, ungeschliffen | rund 13,60 Euro für eine Scheibe von etwa 4,5 cm (Auktionsangebot, Australien) |
| Rohware nach Gewicht | Rohsteine im Großhandel | 0,15 bis 5,00 US-Dollar je Karat |
| Cabochons, Handelsware | 13 bis 31 mm, grün mit brauner Zeichnung | 14 bis 24 US-Dollar je Stück, grob 13 bis 22 Euro |
| Cabochons, Großhandel | nach Gewicht gehandelt | 0,50 bis 2,50 US-Dollar je Karat |
| Perlen | gebohrt, für Stränge | 0,80 bis 5,50 US-Dollar je Karat |
| Harzbeschichtete Ware | glänzend, aber vergütet und deklarationspflichtig | unter dem Preis unbehandelter Ware |
Preisspannen im Handel
Gaspeit ist selten, aber nicht teuer — die Nachfrage ist begrenzt. Eine Handelsquelle gibt für Cabochons im Großhandel 0,50 bis 2,50 US-Dollar je Karat an, für Rohware 0,15 bis 5,00 US-Dollar je Karat und für Perlen 0,80 bis 5,50 US-Dollar je Karat. Im Endkundenhandel sehen die Zahlen so aus: Ein amerikanischer Anbieter führt Cabochons zwischen 24 × 17 × 5 und 27 × 27 × 5 Millimetern zu 14 bis 24 US-Dollar je Stück, geschnittene Motivplatten liegen bei 14 bis 18 US-Dollar, Paare für Ohrschmuck bei 15 bis 18 US-Dollar. Umgerechnet sind das grob 13 bis 22 Euro je Stück; der genaue Betrag hängt vom Tageskurs ab. Als Euro-Anker dient ein Auktionsangebot über eine rund 4,5 Zentimeter große Rohscheibe aus Australien zu 13,58 Euro. Ein Cabochon in Anhängergröße kostet Sie also selten mehr als einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag.
Verwechslung und Etikettenschwindel
Das eigentliche Risiko beim Gaspeitkauf ist nicht die Behandlung, sondern der Name auf dem Etikett. Am häufigsten steht nickelhaltiger Magnesit dahinter, der als „Lemon-Magnesit“, „Lemon-Chrysopras“, „Apfeljade“, „Nickelquarz“ oder „Nickelin“ gehandelt wird. Eine Analyse solchen Materials fand neben Magnesium, Silizium und Kohlenstoff nur eine Spur Nickel und kein Eisen — Gaspeit dagegen enthält Eisen. Seit 2004 wird beobachtet, dass unter dem Namen sogar nickelfreies Material verkauft wird. Hinzu kommen gefärbter Magnesit und Howlith, vor allem als Türkisimitationen, sowie schlichte Verwechslungen mit Türkis; Gaspeit ist mit 4,5 bis 5 weicher als Türkis und zeigt Apfelgrün statt Blaugrün. Gegen Chrysopras und Variscit hilft ein einfacher Test: Ein Pulverkorn, mit einem Tropfen verdünnter Salzsäure benetzt, schäumt bei Carbonaten unter Bildung kleiner Kohlendioxidbläschen. Quarz und Phosphat tun das nicht. Da aber auch Magnesit ein Carbonat ist, entscheidet zusätzlich die Dichte.
