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Gaspeit Lexikon · Herkunft & Fundorte

Gaspeit – Herkunft & Fundorte

Gaspeit

Die Typlokalität auf der Gaspé-Halbinsel

Die Typlokalität liegt in Lemieux Township im County Gaspé-Nord auf der Gaspé-Halbinsel in Québec. Gefunden wurde das Mineral bei Explorationsarbeiten der New Jersey Zinc Exploration Co. (Canada); der Bericht dazu liegt als GM 33400 bei der Bergbehörde der Provinz und trägt das Jahr 1966. Beschrieben wird ein massiver, rund zwei Fuß breiter Gang in buntscheckigem kieseligem Dolomit silurischen Alters, in dem hellgrüne Rhomboeder bis 0,5 Millimeter zusammen mit Millerit, Nickelin, Annabergit, Gersdorffit und Magnesit saßen. Der Name des Minerals nimmt die Halbinsel auf. Zu beachten: Nicht jedes kanadische Gaspeit-Stück stammt von dort. Aus dem Südosten Québecs sind Stufen aus feinkörnigem, lindgrünem Gaspeit auf grobem weißem Calcit bekannt, ein dokumentiertes Museumsstück misst 10 × 6 × 5 Zentimeter bei 428,5 Gramm. Schleifware im heutigen Sinn hat Kanada nie in Menge geliefert.

Fundort Land Besonderheit
Lemieux Township, Gaspé-NordKanadaTyplokalität 1966; Gang von rund zwei Fuß Breite in kieseligem Dolomit
KambaldaAustralienOxidationszone komatiitischer Nickelsulfidlager südlich von Kalgoorlie; Typlokalität des Kambaldaits 1985
WidgiemoolthaAustralienrund 50 km südlich des Kambalda-Doms; Hauptlieferant der Schleifware
132 North, WidgiemoolthaAustralienseltene Carbonatfront im Regolith; Typlokalität des Widgiemoolthalits, 1992 gefunden, 1993 beschrieben
Lord-Brassey-GrubeAustralien (Tasmanien)Nickelcarbonate, Typlokalität des Hellyerits 1958
LavrionGriechenlandSammlermaterial
San-Benedetto-Grube, Iglesias, SardinienItalienSammlermaterial
Pafuri, LimpopoSüdafrikaSammlermaterial

Kambalda und Widgiemooltha: das Revier der Schleifware

Was im Schmuckhandel als Gaspeit angeboten wird, stammt praktisch immer aus Westaustralien, aus den Nickelrevieren südlich von Kalgoorlie. Genannt werden übereinstimmend Kambalda und Widgiemooltha. Der Widgiemooltha-Komatiit liegt rund fünfzig Kilometer südlich des Kambalda-Doms und führt fünfzehn einzelne Nickelsulfid-Lagerstätten vom Kambalda-Typ, von denen fünf abgebaut wurden — darunter Miitel mit 1,56 Millionen Tonnen Fördermenge bei 3,5 Prozent Nickel, Redross, zwischen 1974 und 1976 abgebaut, und Mariners. Gaspeit ist dort kein Abbauziel, sondern fällt in der Verwitterungszone an. Das erklärt die Marktlage: Die Verfügbarkeit hängt daran, ob im Nickelrevier überhaupt gearbeitet und aufgeschlossen wird, nicht an einer eigenen Gewinnung für den Schmuckmarkt. Nach Händlerangaben wurde das Material 1994 auf der Messe in Tucson breiter bekannt; ältere Angaben verweisen auf eine Verwendung in Southwestern-Schmuck schon in den siebziger Jahren.

Weitere Vorkommen und was davon im Handel ankommt

Über Kanada und Westaustralien hinaus ist Gaspeit von einer Reihe weiterer Punkte belegt: aus der Lord-Brassey-Grube in Tasmanien, aus Lavrion in Griechenland, aus der San-Benedetto-Grube bei Iglesias auf Sardinien und aus der Lagerstätte Pafuri in Limpopo, Südafrika. Eine Mineraldatenbank nennt zusätzlich Sudbury in Ontario. Handelsquellen führen darüber hinaus kleinere Produktionen in Griechenland, Italien, Japan, New Mexico und Südafrika auf. Für Ihre Kaufentscheidung ist das jedoch nachrangig: Alle diese Vorkommen liefern Sammlermaterial, keine Schleifware in Mengen. Vorsicht ist bei Herkunftsangaben im Onlinehandel geboten — ein größerer Anbieter führt sein gesamtes Gaspeit-Sortiment unter der Herkunft „Québec“, während Fachquellen Westaustralien als heutigen Hauptlieferanten nennen und die kanadische Typlokalität nie nennenswert Schleifware geliefert hat. Ein Auktionsangebot für eine Scheibe weist dagegen ausdrücklich Australien aus. Herkunftsangaben im Handel sind hier also mit Vorsicht zu lesen.

Häufige Fragen

Kommt Gaspeit aus einer eigenen Grube?
Nein. Er fällt als Beifang in der Verwitterungszone von Nickelsulfid-Lagerstätten an, in Westaustralien vor allem bei Kambalda und Widgiemooltha. Abbauziel ist das Nickelerz, nicht der Schmuckstein. Das macht die Versorgung unregelmäßig.
Ist kanadischer Gaspeit wertvoller als australischer?
Für Sammler kann Material von der Typlokalität einen Aufpreis erzielen. Für geschliffene Ware spielt das kaum eine Rolle, weil die Typlokalität kaum schleifwürdiges Material geliefert hat. Prüfen Sie Herkunftsangaben kritisch; im Onlinehandel werden sie erkennbar uneinheitlich geführt.
Seit wann gibt es Gaspeit im Schmuckhandel?
Beschrieben wurde das Mineral 1966. Als Schmuckstein wurde es nach Händlerangaben in den siebziger Jahren in Southwestern-Schmuck verarbeitet und erlangte 1994 durch die Messe in Tucson breitere Bekanntheit. Eine gemmologische Quelle nennt ebenfalls 1994 als Jahr der Markteinführung.