Reinigung: lauwarm, mild, ohne Säure
Für Gaspeit gilt die schonendste Variante der Schmuckpflege. Lauwarmes Wasser, ein Tropfen milde Seife, eine weiche Bürste, kurz abspülen und sofort mit einem weichen Tuch trocknen — mehr braucht es nicht und mehr verträgt der Stein nicht. Die gemmologische Quelle rät ausdrücklich von Ultraschall, Lösemitteln, Schleifmitteln und Hitze ab; die Stabilität wird nur als „ausreichend“ eingestuft. Der wichtigste Punkt ist die Säureempfindlichkeit: Gaspeit ist ein Carbonat und wird von Säuren angegriffen und aufgelöst, ausdrücklich auch von Essig. Damit scheiden sämtliche Entkalker, Sanitärreiniger, Zitronensaft und saure Schmuckbäder aus. Auch handelsübliche „Silbertauchbäder“ sind tabu, wenn der Stein gefasst ist. Wenn Ihr Silber anläuft, polieren Sie es mit einem Poliertuch um den Stein herum statt den ganzen Schmuck einzutauchen. Beschichtete Ware behandeln Sie zusätzlich zurückhaltend: Lösemittel können den Harzüberzug angreifen und matt werden lassen.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Säuren | Carbonat; wird angegriffen und aufgelöst, schon von Essig | keine sauren Reiniger, keine Entkalker, kein Zitronensaft, keine Silbertauchbäder |
| Ultraschall | Quelle rät ausdrücklich ab; Sprödigkeit und rhomboedrische Spaltbarkeit | nie verwenden |
| Hitze und Dampf | Quelle nennt Hitze unter den zu vermeidenden Einflüssen | kein Dampfreiniger; zum Löten den Stein aus der Fassung nehmen |
| Lösemittel | Quelle rät ab; Harzüberzüge können matt werden | kein Aceton, kein Nagellackentferner |
| Reibung und Staub | Härte 4,5 bis 5, weicher als Quarz | getrennt lagern, weicher Beutel, vor Sport und Gartenarbeit ablegen |
| Licht | keine Untersuchungen bekannt; Farbe stammt vom Nickel im Mineral, nicht von einem Farbstoff | normale Lagerung unbedenklich; gefärbtes Ersatzmaterial kann anders reagieren |
| Seifenwasser | unkritisch | lauwarm, milde Seife, weiche Bürste, sofort trocknen |
Hitze, Chemie, Licht
Hitze ist die zweite Grenze. Carbonate vertragen sie schlecht, und die gemmologische Quelle nennt Hitze ausdrücklich unter den zu vermeidenden Einflüssen. Praktisch heißt das: kein Dampfreiniger, keine heiße Trocknung, und in der Werkstatt nie am eingesetzten Stein löten oder abflammen. Nehmen Sie den Stein zur Reparatur aus der Fassung. Bei Chemikalien gilt dieselbe Zurückhaltung wie bei Türkis: Parfüm, Haarspray, Sonnencreme und Handdesinfektionsmittel gehören vor dem Anlegen aufgetragen, nicht danach. Zum Licht liegen uns keine Untersuchungen vor. Ein Ausbleichen ist aber wenig plausibel, weil die Farbe nicht von einem eingelagerten Farbstoff stammt, sondern vom Nickel als Hauptbestandteil des Minerals — die Analyse des Typmaterials weist 35,0 Prozent NiO aus. Anders liegt der Fall bei gefärbtem Magnesit, der unter falschem Namen als Gaspeit verkauft wird: Dort kann der Farbstoff sehr wohl leiden.
Lagerung und Echtheitsprüfung
Lagern Sie Gaspeit getrennt von härteren Steinen, in einem weichen Beutel oder einem eigenen Fach. Bei Härte 4,5 bis 5 zerkratzt ihn praktisch jeder Quarz, und gewöhnlicher Hausstaub enthält Quarz. Zum Prüfen eignen sich drei Wege, die Sie ohne Labor gehen können. Erstens die Säureprobe an einer unauffälligen Stelle oder besser an einem Pulverkorn: Carbonate schäumen mit einem Tropfen verdünnter Salzsäure unter Bildung kleiner Kohlendioxidbläschen, Chrysopras, Variscit, Nephrit und Jadeit tun das nicht. Zweitens die Dichte: Gaspeit liegt bei 3,71 und ist damit auffällig schwer, Magnesit und Howlith sind deutlich leichter. Drittens die Farbverteilung: Ungleichmäßige Farbe, die sich in Rissen staut, weist auf Färbung hin. Für die sichere Abgrenzung gegen nickelhaltigen Magnesit — beides Carbonate — bleibt nur die Analyse; Gaspeit enthält Eisen, das untersuchte „Lemon-Magnesit“-Material nicht.
