Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Epidot Lexikon · Im Schmuck

Epidot – Im Schmuck

Epidot

Wofür Epidot taugt und wofür nicht

Epidot erreicht eine Mohshärte von 6 bis 7, spaltet aber vollkommen und ist spröde. Diese Kombination macht ihn zu einem Stein für gelegentliches Tragen, nicht für den Alltag. Ohrringe, Anhänger, Broschen und Colliers sind unproblematisch, weil sie kaum Stöße abbekommen. Ringe sollten Sie nur mit geschützter Fassung und in bewusster Zurückhaltung tragen; Armbänder raten wir grundsätzlich ab, weil das Handgelenk ständig anstößt. Farblich ist Epidot ein dankbarer Stein für alle, die Grün jenseits von Smaragd und Turmalin suchen. Das gelbstichige Pistaziengrün wirkt in Gelbgold besonders warm und in Weißgold kühler und moderner. Wegen der dunklen Grundfarbe empfiehlt sich eine offene Fassung mit möglichst viel Lichtzutritt von unten — geschlossene Zargen mit dunklem Boden machen den Stein noch dunkler. Als Beistein neben Diamant oder Perle wirkt Epidot wegen seiner dunklen Farbe eher zurückhaltend.

Fassungen, die Spaltflächen schützen

Die Spaltbarkeit nach {001} verläuft im geschliffenen Stein oft nahezu parallel zur Tafel, und genau deshalb sind Krappen an dieser Stelle gefährlich. Wählen Sie eine breite, weiche Krappenfassung mit vier oder sechs kräftigen Krappen, die den Stein an der Rondiste halten und nicht auf die Tafel drücken, oder eine halboffene Zargenfassung, deren Boden Licht durchlässt. Beim Fassen arbeiten Sie ohne jede Gewalt und ohne Druckspitzen. Erwärmen Sie die Arbeit niemals mit dem gefassten Stein: Löten, Beizen im heißen Bad und selbst kräftiges Polieren mit der Schwabbelscheibe erzeugen genug Wärme, um eine Spaltfläche zu öffnen. Nehmen Sie den Stein vor jeder Wärmearbeit heraus. Wenn Sie Kunden beraten, sagen Sie diesen Punkt ausdrücklich, damit spätere Reparaturen nicht in einer Schadensmeldung enden. Halten Sie diesen Hinweis auch auf dem Lieferschein fest.

Alltagstauglichkeit und ehrliche Beratung

Sagen Sie Ihren Kunden klar, was Epidot ist: ein schöner, ungewöhnlicher, aber empfindlicher Stein. Er ist kein Ersatz für Smaragd oder Turmalin im täglichen Ehering, sondern ein Liebhaberstück für besondere Anlässe. Ein Ringstein bekommt nach Jahren feine Kratzer und matte Stellen, weil Quarzstaub überall vorkommt und härter ist. Das lässt sich nachpolieren, kostet aber Substanz. Legen Sie den Schmuck bei Hausarbeit, Sport, Gartenarbeit und beim Umgang mit Reinigungsmitteln ab. Für Kinderschmuck ist Epidot ungeeignet, ebenso für Stücke, die dauerhaft am Körper bleiben sollen. Als Anhänger oder Ohrschmuck dagegen überdauert er Generationen ohne besondere Vorkehrungen, und genau dort spielt er seine ungewöhnliche Farbe am besten aus. Ein Anhänger mit einem gut orientierten Epidot von zwei Karat ist dagegen ein Schmuckstück, das über Jahrzehnte unverändert bleibt und im Gebrauch keine besondere Rücksicht verlangt.

Häufige Fragen

Kann ich Epidot als Ringstein tragen?
Gelegentlich ja, täglich besser nicht. Die vollkommene Spaltbarkeit und die Sprödigkeit machen den Stein stoßempfindlich. Wählen Sie eine breite Krappen- oder halboffene Zargenfassung, meiden Sie Handarbeit mit dem Ring am Finger und rechnen Sie mit gelegentlicher Nachpolitur.
Welche Fassung lässt Epidot am besten wirken?
Eine offene oder halboffene Fassung, die Licht von unten einlässt. Weil Epidot dunkel ist, schluckt eine geschlossene Zarge mit dunklem Boden zusätzlich Helligkeit. Vier bis sechs breite Krappen an der Rondiste halten sicher, ohne Druck auf die Tafel auszuüben.
Passt Epidot besser zu Gelb- oder Weißgold?
Beides funktioniert. Gelbgold verstärkt den warmen, gelbstichigen Anteil des Pistaziengrüns, Weißgold und Platin lassen den Stein kühler und klarer erscheinen. Bei sehr dunklem Material wirkt Weißgold vorteilhafter, weil der Kontrast den Stein optisch aufhellt.