Reinigen ohne Spaltrisiko
Reinigen Sie Epidot ausschließlich von Hand: lauwarmes Wasser, ein Tropfen mildes Spülmittel, eine weiche Bürste, gründlich nachspülen, mit einem fusselfreien Tuch trocknen. Das entfernt Hautfett, Cremereste und Staub zuverlässig. Ultraschallbäder sind tabu. Die vollkommene Spaltbarkeit nach {001} bietet der Kavitation eine ideale Angriffsfläche, und was im Ultraschall aufreißt, ist nicht mehr zu reparieren. Dampfreiniger scheiden aus demselben Grund und wegen der Hitzebelastung aus. Weisen Sie jede Werkstatt, die Ihr Schmuckstück in die Hand bekommt, ausdrücklich auf das Material hin. Viele Goldschmieden behandeln grüne Steine standardmäßig wie Turmalin und schicken sie ins Ultraschallbad. Bei Epidot geht das nicht gut aus, und der Schaden zeigt sich oft erst Wochen später als feiner Riss unter der Tafel. Spülen Sie anschließend mit klarem Wasser nach und trocknen Sie den Stein sofort ab.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | Kavitation öffnet die vollkommene Spaltbarkeit nach {001} | nicht anwenden; Werkstatt ausdrücklich auf das Material hinweisen |
| Dampfreiniger | Wärmeschock plus Druck, hohe Bruchgefahr | nicht anwenden, auch nicht kurz |
| Hitze und Temperaturwechsel | sprödes Verhalten, Spaltflächen öffnen sich | Stein vor jeder Löt- und Beizarbeit aus der Fassung nehmen, Sauna meiden |
| Salzsäure und saure Reiniger | chemischer Angriff auf die Oberfläche | Kalklöser, Rostentferner und saure Sanitärreiniger fernhalten |
| Chlorwasser und Desinfektionsmittel | Rückstände in Spalten und Fassungen, matte Politur | Schmuck vor Schwimmbad und Desinfektion ablegen |
| Tageslicht und UV | farbstabil, kein Ausbleichen | keine besonderen Maßnahmen nötig, Vitrinenlagerung unbedenklich |
| Lagerung | wird von härteren Steinen zerkratzt, stoßempfindlich | einzeln im Stoffbeutel oder gefächerten Etui aufbewahren |
| Tragen im Alltag | Kantenabplatzungen und Spaltgefahr bei Stößen | bei Sport, Hausarbeit und Gartenarbeit ablegen, Armbänder meiden |
Hitze, Säuren und Licht
Wärme ist die größte Gefahr. Epidot verträgt weder schnelle Temperaturwechsel noch längeres Erhitzen; Löten in der Nähe des gefassten Steins, heiße Beizbäder, Sauna und das Handschuhfach im Sommer gehören zu den typischen Schadensursachen. Chemisch ist Epidot als Silikat grundsätzlich robust, wird aber von Salzsäure angegriffen — halten Sie ihn deshalb von sauren Reinigern, Kalklösern und Rostentfernern fern. Auch Chlorwasser im Schwimmbad und Desinfektionsmittel sollten nicht auf den Stein gelangen, weil sie sich in Spalten und Fassungen festsetzen. Gegenüber Licht ist Epidot dagegen völlig stabil. Die Farbe stammt von Eisen auf festen Gitterplätzen, nicht von strahlungsinduzierten Farbzentren, und bleicht deshalb weder im Schaufenster noch auf der Hand aus. Sie müssen Ihren Schmuck also nicht dunkel lagern. Ein Vitrinenplatz am Fenster ist für Epidot also unbedenklich.
Lagerung und Echtheitsprüfung
Bewahren Sie Epidot einzeln in einem Stoffbeutel oder in einem gefächerten Etui auf. Im gemeinsamen Schmuckkästchen zerkratzen härtere Steine wie Saphir, Topas, Spinell und selbst Bergkristall die Oberfläche, und Stöße gegen andere Stücke können die Spaltbarkeit auslösen. Für eine erste Prüfung zu Hause nutzen Sie den Pleochroismus: Drehen Sie den Stein im Tageslicht. Echter Epidot wechselt deutlich sichtbar zwischen Gelbgrün, Grünlichgelb und einem hellen, fast farblosen Ton. Glas und grün gefärbte Imitationen zeigen diesen Wechsel nicht. Achten Sie außerdem auf die sichtbare Verdopplung der hinteren Facettenkanten durch die Lupe — ein Effekt der hohen Doppelbrechung, den Glas nie liefert. Alles Weitere gehört ins Labor: Brechungsindex, Doppelbrechung und Dichte zusammen sind eindeutig. Fotografieren Sie teure Stücke beim Kauf, damit Sie spätere Veränderungen an Fassung und Stein belegen können.
