Wofür sich Edelkoralle eignet
Die Stärke der Koralle liegt bei Schmuckstücken, die wenig Reibung ausgesetzt sind. Kugelketten, Ohrschmuck, Anhänger, Broschen und Manschettenknöpfe sind ideal, ebenso gravierte Kameen und Rosen, für die das Material seit Jahrhunderten steht. Bei Ringen und Armbändern ist Vorsicht geboten: Mit Härte 3 bis 4 zerkratzt Koralle bereits an Sand, Haushaltsstaub und an härteren Steinen in derselben Schmuckschatulle. Ein Korallenring ist damit kein täglich getragener Ehering, sondern ein Schmuckstück für Anlässe. Farblich passt Koralle traditionell zu Gelbgold, das die warmen Rot- und Lachstöne stützt; Weißgold und Silber betonen dagegen die kühleren Rosso-Qualitäten. Für Trauerschmuck und historische Stücke wurde lange dunkles Moro verwendet, das auch heute in klassischen Entwürfen gut funktioniert.
Fassung: Zarge statt Krappen
Wir empfehlen für Edelkoralle die geschlossene Zargenfassung. Sie verteilt den Druck über den gesamten Rand, schützt die Kante des Cabochons und verhindert, dass punktuelle Kräfte den spröden Stein absprengen. Krappen sind ungeeignet, weil sie den Druck auf wenige Punkte konzentrieren. Beim Fassen sollte der Goldschmied die Zarge vorher vollständig fertigstellen und polieren, denn nachträgliches Löten oder Beizen am gefassten Stein ist ausgeschlossen. Eine dünne Unterlage aus Papier oder Leder gleicht Unebenheiten aus. Ketten fädeln Sie auf Seide mit Einzelknoten zwischen den Kugeln: Der Knoten verhindert, dass die Kugeln aneinanderreiben, und begrenzt den Verlust, falls der Faden reißt. Rechnen Sie damit, eine regelmäßig getragene Kette alle paar Jahre neu fädeln zu lassen.
Alltagstauglichkeit ehrlich betrachtet
Koralle ist weicher als Fensterglas und reagiert auf alles, was sauer ist. Schweiß, Parfum, Haarspray, Sonnencreme, Essig, Zitrone und Chlorwasser greifen die Politur an und hinterlassen matte Stellen, die nur durch Nachpolieren verschwinden. Legen Sie Korallenschmuck deshalb erst an, wenn Kosmetik und Parfum aufgetragen und getrocknet sind, und nehmen Sie ihn vor Sport, Gartenarbeit, Küchenarbeit und jedem Bad ab. Im Schwimmbad und im Meer hat er nichts verloren. Richtig behandelt hält Edelkoralle dagegen sehr lange: Antike Ketten aus dem 19. Jahrhundert sind heute in tadellosem Zustand im Handel. Entscheidend ist weniger die Härte als die Gewohnheit, das Stück bewusst an- und abzulegen.
