Reinigung: lauwarm, kurz, ohne Chemie
Für polierte Steine genügt lauwarmes Wasser mit einem Tropfen pH-neutraler Seife, ein weiches Tuch und sofortiges Trockentupfen. Länger einweichen sollten Sie nicht, denn Calciumcarbonat ist in kohlensäurehaltigem Wasser merklich löslich, und an Rissen und Korngrenzen wird die Oberfläche mit der Zeit matt. Kristallstufen und die marokkanischen Igel behandeln Sie anders: Klopfen Sie losen Staub mit einem weichen Pinsel ab. Wenn Sie waschen müssen, dann kurz, mit klarem Wasser und weicher Bürste, und trocknen Sie das Stück anschließend an der Luft, nicht mit Wärme. Wasser, das zwischen den Kristallsäulen stehen bleibt, hinterlässt beim Verdunsten Kalkränder. Verzichten Sie ganz auf Schmuckreinigungsbäder aus dem Handel — die meisten enthalten Säuren oder Ammoniak und greifen die Oberfläche in Minuten an. Gefärbte Ware behandeln Sie ausschließlich trocken: Wasser und Seife lösen bei vielen Färbungen Pigment heraus und hinterlassen fleckige Stellen, die sich nicht mehr ausgleichen lassen.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschall | Druckwellen setzen an der Spaltbarkeit nach {010} an; Risse und Absprengungen, bei Aggregaten brechen Spitzen | keinesfalls verwenden; auch kein Dampfstrahler |
| Säuren | reagiert bereits mit verdünnter Essigsäure unter Aufbrausen; geätzte weiße Flecken, nicht auspolierbar | Essig, Zitrone, Entkalker, Sanitärreiniger und Beizbäder strikt fernhalten |
| Hitze | wandelt sich oberhalb von etwa 400 Grad Celsius in Calcit um, wird trüb und rissig | Stein vor jeder Lötarbeit aus der Fassung nehmen; keine Heißluft, kein Trocknen auf der Heizung |
| Temperaturwechsel | sprödes Material, Sprünge durch thermische Spannungen | lauwarm reinigen, keinen kalten Stein in warmes Wasser legen |
| Wasser | Calciumcarbonat ist in kohlensäurehaltigem Wasser löslich; matte Ränder an Rissen und Korngrenzen | kurz reinigen, sofort trockentupfen, nicht einweichen |
| Licht und UV | natürliche Farben sind stabil, gefärbte Ware bleicht aus | gefärbte Stücke nicht dauerhaft in die Sonne stellen |
| Reibung und Staub | Härte 3,5 bis 4 liegt unter dem Quarz des Hausstaubs mit Härte 7; die Politur mattiert | einzeln in weich gefüttertem Fach oder Stoffbeutel lagern, Stufen in die Vitrine |
| Hautschweiß und Kosmetik | Schweiß, Parfüm und Haarspray greifen die Oberfläche langsam an | Schmuck zuletzt anlegen und zuerst ablegen, nach dem Tragen trocken abwischen |
Säure, Hitze und Ultraschall sind die drei Verbote
Aragonit brenzelt schon mit verdünnter Essigsäure. Küchenessig, Zitronensaft, Entkalker, Toilettenreiniger, WC-Steine und viele Fliesenreiniger zerstören eine Politur in Sekunden und hinterlassen weiße, geätzte Flecken, die sich nicht auspolieren lassen. Auch Hautschweiß, Parfüm und Haarspray wirken mit der Zeit. Ultraschallbäder sind tabu: Die Kavitation setzt an der Spaltbarkeit nach {010} an und kann einen Stein schlicht zerlegen. Dasselbe gilt für Dampfstrahler. Hitze ist der dritte Feind. Oberhalb von etwa 400 Grad Celsius wandelt sich Aragonit in Calcit um, und der Stein wird trüb und rissig; schon die Lötflamme des Goldschmieds reicht dafür aus. Starke Temperatursprünge — warmes Spülwasser auf einen kalten Stein — führen ebenfalls zu Sprüngen. Direktes Sonnenlicht ist unkritisch, gefärbte Ware bleicht darunter jedoch aus. Merken Sie sich diese drei Verbote als Einheit, dann brauchen Sie für Aragonit keine weitere Regel.
Lagerung und Echtheitsprüfung
Bewahren Sie Aragonit einzeln auf, in einem weich gefütterten Fach oder einem Stoffbeutel. Jeder Quarz, Topas oder Beryll in derselben Schatulle zerkratzt ihn, und schon Hausstaub mit seinem Quarzanteil mattiert bei Reibung. Kristallstufen stellen Sie staubgeschützt in eine Vitrine; die Spitzen der Igel sind zu empfindlich für offene Regale. Zur Echtheitsprüfung reichen drei einfache Verfahren. Die hydrostatische Wägung muss 2,93 bis 2,95 Gramm je Kubikzentimeter ergeben; Calcit liegt bei 2,71, Kunststoff deutlich darunter. Ein Splitter braust mit verdünnter Salzsäure auf, was Kunststoff und Glas ausschließt. Und die Meigen-Reaktion trennt Aragonit von Calcit: Pulver einige Minuten in verdünnter Kobaltnitratlösung gekocht, färbt sich bei Aragonit lila bis violett, bei Calcit praktisch nicht. Für diese Probe genügen wenige Milligramm von einer unauffälligen Stelle; sie ist zerstörend, aber am Handstück in einer Viertelstunde erledigt und braucht kein Labor.
