Was den Preis einer Pyrit-Dolomit-Stufe bestimmt
Bei dieser Ware zahlen Sie im Wesentlichen für den Pyrit, nicht für das Karbonat. Entscheidend ist erstens die Kantenlänge der Würfel: Stücke bis etwa drei Zentimeter sind Massenware, ab fünf Zentimetern wird es interessant, über sieben Zentimeter ist selten und teuer. Zweitens zählt die Flächenqualität. Ebene, spiegelnde Würfelflächen mit scharfen Kanten kosten ein Vielfaches gegenüber angeschlagenen oder matten Exemplaren. Auffällig ist dabei, dass gerade die größten Würfel häufig weniger glänzen als kleine. Drittens spielt die Anordnung eine Rolle: Ein freistehender, gut sichtbarer Würfel auf hellem Untergrund schlägt ein dichtes Gedränge halb versenkter Kristalle. Viertens geht es um die Unversehrtheit der Matrix. Da das Muttergestein weich und mürbe ist, sind Bruchkanten und Fehlstellen häufig. Fundortangabe und ein belegbarer Vorbesitz spielen erst im höherpreisigen Sammlersegment eine Rolle.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Trommelstein Zuckerdolomit | weißes bis cremefarbenes Gestein, 20 bis 40 mm, ohne oder mit winzigem Pyritbesatz | etwa 3 bis 6 Euro je Stück |
| Kleines Rohstück | Handstück bis 5 cm, wenige kleine Pyritwürfel, Matrix teils bestoßen | etwa 8 bis 20 Euro |
| Sammlerstufe Einstieg | 5 bis 8 cm, mehrere Würfel bis 2 cm Kantenlänge, Flächen überwiegend intakt | etwa 25 bis 45 Euro |
| Einzelwürfel Navajún | freistehender Würfel um 4 cm Kantenlänge, etwa 126 g, ohne Matrix | etwa 15 bis 30 Euro |
| Matrixstufe gehobene Qualität | Stufe um 11 mal 7 cm, Würfel und Pentagondodekaeder mit starker Streifung | etwa 70 bis 100 Euro |
| Große Schaustufe | 7 bis 13,5 cm, Würfel ab 5 cm, freistehend, spiegelnde Flächen | etwa 100 bis 260 Euro |
| Museumsstück | tadellose Großwürfel über 7 cm Kantenlänge, ungestörte Matrix, dokumentierter Fundort | vierstellige Beträge |
| Facettierter Dolomit (Eugui) | klar, durchsichtig, farblos, wegen Spaltbarkeit selten geschliffen | etwa 18 bis 28 Euro je Karat |
Preisspannen im Überblick
Zuckerdolomit ohne Pyrit ist ausgesprochen günstig. Trommelsteine in mittlerer Größe von zwanzig bis vierzig Millimetern kosten im deutschsprachigen Handel etwa vier Euro pro Stück, kleine Rohstücke liegen zwischen fünf und fünfzehn Euro. Mit Pyritbesatz steigen die Preise deutlich. Eine Stufe von 55 mal 70 mal 80 Millimetern mit rund 430 Gramm wird für etwa 35 Euro angeboten, eine Matrixstufe von elf mal sieben Zentimetern aus Ambasaguas für etwa 79 Euro. Größere Schaustufen zwischen sieben und 13,5 Zentimetern bewegen sich zwischen dreißig und 260 Euro. Einzelne freistehende Würfel mit rund vier Zentimetern Kantenlänge und 126 Gramm kosten etwa fünfzehn Euro. Perfekte Museumsstücke erreichen nach Händlerangaben vierstellige Beträge. Facettierter klarer Dolomit aus Eugui ist reine Sammlerware und liegt bei etwa zwanzig bis dreißig US-Dollar je Karat, umgerechnet ungefähr achtzehn bis achtundzwanzig Euro.
Verklebungen, Imitate und Verwechslungen
Gefälscht wird bei dieser Warengruppe selten, weil sich der Aufwand nicht lohnt. Verbreitet und meist deklariert ist dagegen das Wiederankleben herausgefallener Würfel: Die Präparationsbetriebe in Spanien beschäftigen eigens Personal dafür, weil sich die ineinandergreifenden Kristalle beim Bergen regelmäßig lösen. Prüfen Sie deshalb die Ansatzstellen mit der Lupe auf Klebstoffspuren und darauf, ob die Riefen der Würfelflächen zur Umgebung passen. Ein weiteres Thema ist die Verfestigung der mürben Matrix mit Kunstharz, erkennbar an einem ungewöhnlich gleichmäßigen, leicht speckigen Glanz des Gesteins. Bei den Karbonaten selbst ist die häufigste Verwechslung die mit Calcit, geklärt durch Härte, Dichte und den Salzsäuretest. Markasit sieht Pyrit zum Verwechseln ähnlich, ist aber heller und zerfällt schneller. Angefärbte poröse Trommelsteine erkennen Sie an Farbanreicherungen in Rissen und an unnatürlich kräftigen Tönen.
