Zwei Steine, kaum zu trennen: Taaffeit und Spinell teilen fast alle Eigenschaften – bis auf eine, die alles verrät: die Doppelbrechung.
Warum die Verwechslung so hartnäckig ist
Taaffeit und Spinell ähneln sich in Härte (8–8,5 zu 8), Dichte (3,60 zu 3,54–3,63) und Brechungsindex so stark, dass sie mit bloßem Auge und Standardprüfungen kaum zu trennen sind. Genau deshalb steckte das erste Taaffeit-Exemplar unerkannt in einem Los srilankischer Spinelle.
- Optik: Taaffeit doppelbrechend – Spinell einfachbrechend
- Härte: Taaffeit 8–8,5 · Spinell 8
- Dichte: Taaffeit 3,60–3,62 · Spinell 3,54–3,63
- Brechungsindex: Taaffeit 1,719–1,730 · Spinell 1,712–1,762
- Chemie: Taaffeit mit Beryllium – Spinell ohne
Die Doppelbrechung als Schlüssel
Spinell kristallisiert kubisch und ist damit optisch isotrop (einfachbrechend). Taaffeit ist trigonal und anisotrop – er spaltet das Licht in zwei Strahlen. Im Polariskop oder am doppelten Facettenbild unter der Lupe zeigt sich der Unterschied eindeutig. Das ist bis heute die schnellste Trennung.
Der intermediäre Charakter
Frühe Untersucher ordneten Taaffeit als Zwischenglied von Spinell und Chrysoberyll ein. Diese Sonderstellung erklärt die verwirrende Nähe zum Spinell einerseits und die abweichende Optik andererseits – Taaffeit ist gewissermaßen ein Spinell mit Beryllium und Doppelbrechung.
Was das für Käufer bedeutet
Weil die Trennung Fachwissen verlangt, ist ein gemmologischer Nachweis beim Taaffeit unverzichtbar. Wer einen „Taaffeit“ ohne Prüfung kauft, kauft im Zweifel Spinell: Taaffeit erkennen.
Häufige Fragen
Fazit
Taaffeit und Spinell trennt genau eine Eigenschaft: die Doppelbrechung. Sie ist der Grund für die Entdeckungsgeschichte des Taaffeits – und bis heute der sicherste Test.
