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Das Edelstein-Lexikon

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Taaffeit Lexikon

Taaffeit – der Stein, der als Juwel entdeckt wurde

Taaffeit

Taaffeit ist eine Sammlerlegende: Er ist das einzige Mineral, das zuerst als bereits geschliffener Edelstein identifiziert wurde – unerkannt in einer Tüte vermeintlicher Spinelle, entlarvt allein durch seine Doppelbrechung.

Was ist Taaffeit?

Taaffeit ist ein Beryllium-Magnesium-Aluminium-Oxid (BeMgAl₄O₈) und eine der seltensten Edelsteinarten der Welt. Er ist das erste bekannte Mineral, das sowohl Beryllium als auch Magnesium als wesentliche Bestandteile enthält, und steht strukturell zwischen Spinell und Chrysoberyll. Seine Farben reichen von blassem Mauve und Lavendel über Rot bis zu Grün und Blau.

Eigenschaften auf einen Blick:
  • Mineral: Taaffeit – BeMgAl₄O₈, Be-Mg-Al-Oxid, trigonal
  • Mohs-Härte: 8–8,5 · Dichte: ~3,60–3,62 g/cm³
  • Brechungsindex: 1,719–1,730 · doppelbrechend
  • Farbe: Mauve, Lavendel, Violett, Rot, Grün, Blau
  • Verwechslung: Spinell (aber einfachbrechend!)
  • Fundorte: Sri Lanka, Tansania (Seifen)

Die Entdeckung, die es einzigartig macht

1945 entdeckte der irisch-österreichische Gemmologe Graf Richard Taaffe in Dublin einen geschliffenen „Spinell“, der ihn stutzig machte: Er war doppelbrechend – unmöglich für den einfachbrechenden Spinell. Die Analyse bestätigte ein neues Mineral. Kein anderer Edelstein wurde je zuerst als fertig geschliffener Stein erkannt.

Das Kernthema: Trennung vom Spinell

Taaffeit und Spinell teilen Härte, Dichte und Brechungsindex fast vollständig – der eine entscheidende Unterschied ist die Doppelbrechung. Sie ist der Grund, warum das meiste Gem-Taaffeit erst nachträglich unter den „Spinellen“ srilankischer Seifen gefunden wurde: Taaffeit oder Spinell.

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Häufige Fragen

Was ist Taaffeit?
Ein extrem seltenes Beryllium-Magnesium-Aluminium-Oxid (BeMgAl₄O₈) mit Mohs-Härte 8–8,5. Es ist strukturell zwischen Spinell und Chrysoberyll angesiedelt und meist mauve bis violett gefärbt.
Warum ist Taaffeit so besonders?
Weil er das einzige Mineral ist, das zuerst als bereits geschliffener Edelstein entdeckt wurde – 1945 von Graf Richard Taaffe, der einen doppelbrechenden „Spinell“ bemerkte.
Wie unterscheidet sich Taaffeit von Spinell?
Durch die Doppelbrechung: Taaffeit ist doppelbrechend, Spinell einfachbrechend. Härte, Dichte und Brechungsindex sind dagegen fast identisch.
Wie selten ist Taaffeit?
Taaffeit gilt als millionenfach seltener als Diamant und zählt zu den seltensten Edelsteinarten der Welt. Gem-Qualität stammt fast nur aus Sri Lanka und Tansania.
Verwandte Raritäten: Musgravit  ·  Spinell  ·  Chrysoberyll

Taaffeit – Kennzahlen im Überblick

Steckbrief
  • Familie: Berylliummagnesiumaluminat (Be₃Al₈O₁₆)
  • Chemische Formel: BeMg₃Al₈O₁₆
  • Kristallsystem: Trigonal
  • Mohs-Härte: 8–8,5
  • Dichte: 3,60–3,61 g/cm³
  • Brechungsindex: 1,719–1,730
  • Dispersion: 0,019
  • Farben: Farblos, rosa, violett, rot, blaugrün, hellblau — viele Varietäten
  • Herkunft: Sri Lanka, Madagaskar, China, Tansania, Zimbabwe
  • Behandlung: Keine
  • Seltenheit: extrem selten

Fundgebiete weltweit

FundgebietBesonderheit
Sri LankaRatnapura: Erstfundort (indirekt), häufigste Quelle
MadagaskarVerschiedene Regionen: gute Qualität, wachsende Bedeutung
ChinaFujian und andere: neuere Funde
TansaniaTunduru: hellblau, selten

Qualität und Wert

MerkmalWorauf es ankommt
Rosa und ViolettRosa und violetter Taaffeit aus Sri Lanka und Madagaskar sind am begehrtesten. Rote Stücke sind extrem selten.
Verwechslung mit SpinellOptisch fast nicht von Spinell zu unterscheiden — nur durch Brechungsindex und Dichte unterscheidbar. Taaffeit ist doppelbrechend (Spinell nicht).
Mohs 8–8,5Ideal für Schmuck — robuster als die meisten seltenen Edelsteine.
VerfügbarkeitSeltener als Alexandrit, häufiger als Musgravit. Jährlich einige Dutzend facettierbare Stücke.

Fazit

Taaffeit ist die Rarität, die sich als Juwel tarnte: jahrelang für Spinell gehalten, verraten nur durch seine Doppelbrechung. Ein Sammlerstein mit einer Entdeckungsgeschichte, die einzigartig bleibt.