Nur Handreinigung, nichts anderes
Für Sphalerit gilt die restriktivste Pflegeempfehlung unter den gängigen Schleifsteinen. Erlaubt ist lauwarmes Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel, eine sehr weiche Bürste und ein weiches Tuch. Alles andere ist riskant. Ultraschallbäder sind ausgeschlossen, weil die Kavitation entlang der sechs Spaltrichtungen ansetzt und den Stein spalten kann. Dampfreiniger scheiden wegen Hitze und Druckwechsel aus. Auch das Trockenreiben mit einem Poliertuch für Metall ist problematisch, denn solche Tücher enthalten Schleifpartikel, die bei Mohs 3,5 bis 4 sofort Kratzer hinterlassen. Arbeiten Sie über einer weichen Unterlage, nicht über einer Steinspüle, und trocknen Sie den Stein tupfend statt reibend. Fassen Sie einen losen Sphalerit möglichst an der Rundiste an, nicht an Tafel und Kalette, damit Hautfett die Oberfläche nicht dauerhaft belegt. Bei starker Verschmutzung genügt ein kurzes Bad in lauwarmem Seifenwasser.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | Kavitation setzt an sechs Spaltrichtungen an, Stein kann sich teilen | niemals verwenden, ausschließlich Handreinigung |
| Dampfreiniger | Hitze und Druckwechsel, hohes Bruchrisiko | niemals verwenden |
| Hitze und Löten | pyroelektrisch, thermische Spannungen lösen Spaltbrüche aus | Stein vor jeder Lötarbeit ausbauen, heiße Autoablagen meiden |
| Säuren | Sulfid wird von Salzsäure unter Bildung von Schwefelwasserstoff angegriffen | Entkalker, saure Reiniger und Chlorwasser fernhalten |
| Feuchte Luft | Oberfläche kann langfristig anlaufen und matter werden | trocken lagern, Trockenmittelbeutel in der Schatulle |
| Mechanische Belastung | Mohs 3,5 bis 4, vollkommene Spaltbarkeit in sechs Richtungen | keine Ringe und Armbänder, nur Anhänger und Ohrschmuck als Anlassschmuck |
| Poliertücher für Metall | enthalten Schleifpartikel, die die weiche Oberfläche zerkratzen | nur weiche, partikelfreie Tücher verwenden, tupfend trocknen |
| Lagerung | jeder andere Schmuckstein ist härter und zerkratzt den Sphalerit | getrennt in gefächertem Etui oder gepolsterter Steindose |
Hitze, Säuren und der Faktor Zeit
Drei Einflüsse sind kritisch. Erstens Hitze: Sphalerit ist pyroelektrisch, lädt sich beim Erwärmen elektrisch auf und reagiert empfindlich auf Temperaturwechsel; thermische Spannungen können entlang der Spaltflächen zum Bruch führen. Lötarbeiten am gefassten Stein sind deshalb ausgeschlossen, ebenso das Ablegen im heißen Auto. Zweitens Säuren: Als Sulfid wird Sphalerit von Salzsäure angegriffen, wobei Schwefelwasserstoff frei wird. Haushaltsreiniger mit Säureanteil, Entkalker und WC-Reiniger gehören daher weit weg vom Stein, ebenso wie Schwimmbadchemie. Drittens die Zeit. An feuchter Luft kann die Oberfläche eines Sulfids langfristig anlaufen und matter werden. Lagern Sie Sphalerit deshalb trocken, in einem gefächerten Etui oder in einer Steindose mit weicher Auskleidung, getrennt von allen anderen Steinen. Ein Trockenmittelbeutel in der Sammlerschatulle schadet nicht und verhindert Kondenswasser bei Temperaturwechsel.
Prüfen, ohne Schaden anzurichten
Für die Echtheitsprüfung gibt es zerstörungsfreie Wege. Der wichtigste ist die optische Beobachtung: Sphalerit ist kubisch und damit isotrop, zeigt also unter der Lupe keine Verdopplung der hinteren Facettenkanten. Zirkon und Titanit, die ebenfalls stark dispergieren, verdoppeln deutlich. Der zweite Weg ist das Refraktometer: Mit 2,37 bis 2,50 liegt Sphalerit über dem Messbereich üblicher Geräte und ergibt eine Negativablesung, während Zirkon mit 1,92 bis 2,01 noch ablesbar bleibt. Der dritte Weg ist die Dichtebestimmung mit 3,9 bis 4,1 g/cm³. Der vierte ist die UV-Lampe: Viele Sphalerite fluoreszieren unter lang- und kurzwelligem UV orange bis rot. Von einem Ritztest raten wir ab, weil er bei Mohs 3,5 bis 4 immer sichtbare Spuren hinterlässt. Wenn es auf Sicherheit ankommt, lassen Sie den Stein von einem gemmologischen Labor bestimmen; die Kosten sind bei einem Sammlerstück gut investiert.
