Áliva in den Picos de Europa: die beste Quelle ist geschlossen
Die Referenz für facettierbaren Sphalerit ist die Áliva-Mine, auch als Las Manforas bekannt, bei Camaleño in der Region Kantabrien im spanischen Gebirgszug Picos de Europa. Von dort stammen transparente Kristalle in Honig-, Karamell- und Rotorangetönen, die in Größen vorkamen, wie sie sonst nirgends erreicht wurden. Der Abbau endete 1989; das Gelände liegt heute in einem Nationalpark, und mit neuem Material ist nicht zu rechnen. Sämtliche spanische Ware auf dem Markt stammt aus Lagerbeständen, die vor Jahrzehnten gehoben und erst nach und nach geschliffen wurden. Große, saubere Steine in guter Farbe sind entsprechend schwer zu finden geworden. Aus diesem Material stammen die berühmten Museumssteine: Der Stern von Asturien mit 163,4 Karat liegt im Kantonalen Museum für Geologie in Lausanne, ein dunkelrotbrauner Stein von 150,3 Karat in der California Academy of Sciences, ein dunkeloranger von 100,1 Karat in Kanada.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Áliva-Mine (Las Manforas), Camaleño, Picos de Europa | Spanien | beste facettierbare Ware weltweit, honig- bis rotorange, Abbau 1989 eingestellt, heute Nationalpark |
| Madan und Rhodopen | Bulgarien | derzeit wichtigste aktive Quelle, braune und die sehr teuren grünen Steine |
| Elmwood-Mine, Carthage, Smith County, Tennessee | USA | weltberühmte Stufen mit Calcit, Fluorit und Baryt, Schleifware selten |
| Balmat, Empire-State-Mine Nr. 2 und Edwards-Mine, New York | USA | gelbes Material, in der Marktübersicht 2024 mit 175 US-Dollar je Karat notiert |
| Huanggang-Minen, Innere Mongolei | China | sporadische Funde gelber Steine in begrenzten Mengen |
| Cananea, Sonora | Mexiko | feines grünes, oft farbzoniertes und blasses Material |
| Kipushi | DR Kongo | dunkelgrüne Ware mit erhöhtem Cobalt- und Eisengehalt |
| Franklin, New Jersey | USA | farbloser bis blassgrüner Kleiophan, nahezu eisenfrei, sehr selten |
Elmwood in Tennessee und die amerikanischen Vorkommen
Die Elmwood-Mine bei Carthage im Smith County in Tennessee ist unter Sammlern weltberühmt, allerdings mehr für Stufen als für Schleifsteine. Zink wurde dort 1969 entdeckt, der Abbau begann 1975, wurde 2004 eingestellt und 2010 vom belgischen Konzern Nyrstar wieder aufgenommen. Der Sphalerit tritt überwiegend als glänzende, tiefschwarze bis rotbraune kristalline Masse auf, begleitet von den berühmten Calciten, Fluoriten und weißen Barytkugeln. Facettierfähiges Material kommt vor, bleibt aber die Ausnahme. Für Schleifware bedeutender ist der Bezirk Balmat im Bundesstaat New York mit der Empire-State-Zinkmine Nummer 2 und der Edwards-Mine, aus dem gelbes Material stammt, das in der Marktübersicht von 2024 mit 175 US-Dollar je Karat notiert wird. Hinzu kommen Franklin in New Jersey mit dem farblosen Kleiophan sowie Vorkommen in Colorado, Utah, Ohio, Missouri und Kansas.
Bulgarien, China und der Rest der Welt
Bulgarien ist derzeit die wichtigste noch produzierende Quelle. Das Material stammt aus den Blei-Zink-Gängen der Rhodopen im Umfeld von Madan und wird überwiegend als Mineralstufe verkauft; ein Teil geht in den Schliff. Braune Steine sind mit rund 30 US-Dollar je Karat die preiswerteste Ware am Markt, grüne mit 200 US-Dollar die teuerste. Aus der Inneren Mongolei in China, insbesondere aus den Huanggang-Minen, kommen sporadisch gelbe Steine in begrenzten Mengen. Mexiko liefert aus Cananea in Sonora feines grünes, oft farbzoniertes Material, die Demokratische Republik Kongo aus Kipushi dunkelgrüne cobalthaltige Ware. Weitere belegte Fundgebiete sind Namibia mit Tsumeb, Peru, Bolivien, Kanada, Australien, Rumänien, Tschechien, Deutschland, Frankreich und England. Für Sie als Käufer relevant sind praktisch nur Spanien für Rotorange, Bulgarien für Grün und Braun sowie China und New York für Gelb.
