Was bei Serpentin über den Preis entscheidet
Serpentin ist überall auf der Welt reichlich vorhanden, deshalb spielt Seltenheit für den Preis kaum eine Rolle. Entscheidend sind vier Dinge. Erstens die Härte und Dichte des konkreten Materials: Bowenit mit 5 bis 6 ist deutlich wertvoller als weicher Lizardit mit 2,5, weil er sich polieren lässt und im Tragen bestehen kann. Zweitens die Transluzenz; gut durchscheinende Stücke wirken lebendiger und erzielen ein Mehrfaches undurchsichtiger Ware. Drittens die Gleichmäßigkeit von Farbe und Zeichnung, wobei stark verwitterte oder rissige Partien deutlich abwerten. Viertens und mit Abstand am wichtigsten die handwerkliche Arbeit: Bei einem Material, dessen Rohpreis im Cent-Bereich pro Karat liegt, entsteht der Wert eines Stücks praktisch vollständig durch das Schnitzen, Schleifen und Fassen. Sammlerinteresse besteht vor allem an Williamsit mit gut sichtbaren Chromiteinschlüssen.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Massenware, undurchsichtig | fleckig, weich, oft gefärbt, für Perlen und Trommelsteine | ca. 0,07 bis 0,26 US-Dollar pro Karat (Perlen, Handelsangabe) |
| Cabochonqualität | dichter Antigorit, gleichmäßig grün, gut polierbar | ca. 0,20 bis 2,74 US-Dollar pro Karat (Handelsangabe) |
| Bowenit, gute Qualität | Härte 5 bis 6, durchscheinend, apfel- bis olivgrün | oberes Ende der Cabochonspanne, bei Schnitzarbeiten preisbestimmend ist die Arbeit |
| Williamsit, Sammlerqualität | sehr durchscheinend, apfelgrün, mit Chromitkristallen | Aufschlag gegenüber gewöhnlichem Serpentin, Einzelstückpreise im zwei- bis dreistelligen Eurobereich |
| Rohmaterial für Schleifer | ungesägte Stücke, Qualität erst nach dem Anschnitt beurteilbar | ca. 0,41 bis 0,89 US-Dollar pro Karat (Handelsangabe) |
| Bildhauermaterial Simbabwe | Blöcke von wenigen Kilogramm bis über 200 kg, Härte 1,5 bis 3,5 | ca. 3 bis 3,50 Euro pro Kilogramm; Blöcke von wenigen Euro bis rund 660 Euro |
Preisspannen im Handel
Serpentin gehört zu den günstigsten Schmuckmaterialien überhaupt. Handelsangaben nennen für Cabochons etwa 0,20 bis 2,74 US-Dollar pro Karat, für Perlen 0,07 bis 0,26 US-Dollar pro Karat und für Rohmaterial 0,41 bis 0,89 US-Dollar pro Karat. Fertige Silberringe liegen bei rund 36 bis 136 US-Dollar, Armbänder bei 2,50 bis 40 US-Dollar; in beiden Fällen bezahlen Sie überwiegend Metall und Arbeit. Im deutschen Handel kosten Kugelketten aus „Neuer Jade“ mit 8 Millimetern Kugeldurchmesser und 80 Zentimetern Länge typischerweise einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag. Bildhauermaterial aus Simbabwe wird mit etwa 3 bis 3,50 Euro pro Kilogramm gehandelt. Alle genannten Werte sind Handelsangaben und Schätzungen; für Serpentin existiert keine Preisstatistik, weil das Material nicht als Anlagegut gehandelt wird. Orientieren Sie sich beim Einkauf deshalb an der handwerklichen Ausführung und nicht am Gewicht; ein sauber geschnitzter Anhänger rechtfertigt ein Vielfaches des Materialwerts.
Serpentin als Fälschung und als Gefälschtes
Serpentin tritt im Markt in zwei Rollen auf. Er ist selbst das meistverwendete Jade-Imitat und wird als „Neue Jade“, Serpentin-Jade, Korea-Jade oder Olivjade verkauft; gefärbt dient er zusätzlich als Nachahmung von Sugilith, Türkis und Chrysopras. Gleichzeitig wird er selbst nachgeahmt, vor allem durch gefärbtes Glas und Kunststoff bei billigen Perlenketten. Die Unterscheidung von echter Jade ist unkompliziert: Jadeit hat eine Dichte von 3,2 bis 3,4, Nephrit 2,9 bis 3,1, Serpentin nur 2,4 bis 2,8. Jadeit zeigt poliert Glasglanz, Nephrit und Serpentin dagegen Fettglanz. Serpentin ist zudem deutlich weicher und lässt sich mit einer Stahlnadel ritzen, Jade nicht. Die Maschenstruktur und schwarze, magnetische Magnetiteinschlüsse sprechen ebenfalls für Serpentin. Glas verrät sich zusätzlich durch Luftblasen, muschelige Bruchkanten und ein kühleres Anfassgefühl, Kunststoff durch geringe Dichte und einen warmen Griff.
