Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Magnesit Lexikon · Im Schmuck

Magnesit – Im Schmuck

Magnesit

Wofür Magnesit taugt und wofür nicht

Magnesit ist ein Schmuckstein für Stücke, die wenig mechanische Belastung erfahren. Ketten, Colliers, Anhänger, Ohrschmuck und Broschen sind unproblematisch, ebenso Perlenstränge und Nuggetketten, die ihr Gewicht auf viele Einzelteile verteilen. Ungeeignet ist er für Ringe, die täglich getragen werden, für Armbänder mit starren Fassungen und für alles, was gegen Türrahmen, Tastaturen und Schreibtischkanten stößt. Der Grund ist die Kombination aus Härte 3,5 bis 4,5, vollkommener Spaltbarkeit in drei Richtungen und schlechter Zähigkeit. Quarzstaub in der Luft hat Härte 7 und mattiert die Oberfläche mit der Zeit. Dafür bietet Magnesit Vorteile, die härtere Steine nicht haben: Er ist leicht zu großen Formen zu verarbeiten, sodass Statementstücke bezahlbar bleiben, seine weiße Grundfarbe passt zu Silber wie zu Gelbgold, und das braune Adernetz macht jedes Stück unverwechselbar.

Fassen eines Steins mit Härte 4

Die Zargenfassung ist bei Magnesit erste Wahl. Sie schützt die Kante des Cabochons, verteilt den Druck gleichmäßig und lässt sich mit weichem Werkzeug schließen. Drücken Sie die Zarge in mehreren Durchgängen an, nicht in einem, und arbeiten Sie mit einem Polierstahl aus Kunststoff oder Horn statt aus gehärtetem Stahl. Krappenfassungen sind möglich, setzen aber Druck auf Punkte und sollten nur mit breiten, weich gerundeten Krappen ausgeführt werden. Lötarbeiten müssen vor dem Fassen abgeschlossen sein: Carbonate zersetzen sich bei Hitze, Magnesit gibt oberhalb weniger hundert Grad Kohlendioxid ab und zerfällt zu Magnesiumoxid. Auch Beizen und Säurebäder sind tabu, weil Säure den Stein anätzt. Geklebte Montagen mit Zweikomponentenkleber sind bei Perlen und Nuggets üblich und vertretbar, solange kein Lösungsmittel an gefärbtes Material gelangt.

Alltagstauglichkeit und realistische Erwartungen

Rechnen Sie damit, dass ein täglich getragener Magnesit sichtbar altert. Eine Kette hält viele Jahre, wenn sie nicht mit Parfum, Haarspray und Schweiß in Dauerkontakt steht; ein Ring mit Magnesit-Cabochon zeigt nach wenigen Monaten matte Stellen an der Oberseite. Gefärbte Ware hat ein zweites Problem: Die Farbe sitzt in den Poren und wird durch Sonnenlicht, Kosmetik und Reinigungsmittel abgebaut. Wer ein blaues Magnesitarmband täglich trägt, sieht die Farbe im Laufe eines Jahres verblassen. Für Sie heißt das nicht, dass sich der Kauf nicht lohnt, sondern dass Sie den Stein seiner Preisklasse entsprechend behandeln sollten: als schönes, leicht ersetzbares Schmuckstück, nicht als Erbstück. Ein Cabochon aus dichter, naturweißer Ware in einer Zargenfassung ist deutlich dauerhafter als jede gefärbte Perle und die sinnvollste Wahl, wenn Sie Magnesit öfter tragen möchten.

Häufige Fragen

Eignet sich Magnesit für einen Ehering?
Nein. Ein Ring, der täglich getragen wird, erfährt ständigen Kontakt mit Oberflächen, Reinigungsmitteln und Schweiß. Magnesit ist mit Härte 3,5 bis 4,5 zu weich, besitzt eine vollkommene Spaltbarkeit in drei Richtungen und wird von Säuren angegriffen. Für einen dauerhaft getragenen Ring kommen Steine ab Härte 7 mit guter Zähigkeit infrage, etwa Saphir, Spinell oder ein gut gewählter Quarz.
Verträgt Magnesit Lötarbeiten am Schmuckstück?
Nein, der Stein muss vorher heraus. Magnesit ist ein Carbonat und zersetzt sich bei Hitze unter Abgabe von Kohlendioxid; außerdem führen Temperaturwechsel wegen der Spaltbarkeit schnell zu Rissen. Auch das anschließende Beizen im Säurebad schadet, weil Säure die Oberfläche anätzt und matt werden lässt. Planen Sie Reparaturen so, dass der Stein zuvor aus der Fassung genommen wird.
Welche Fassung schützt am besten?
Die geschlossene Zargenfassung. Sie deckt die empfindliche Cabochonkante ab, hält den Stein ohne Punktdruck und schirmt ihn gegen seitliche Stöße ab. Bei Anhängern empfiehlt sich zusätzlich ein leicht überstehender Rand, damit der Stein beim Ablegen nicht direkt auf die Oberfläche trifft. Krappen sollten breit und weich gerundet sein; schmale, spitze Krappen hinterlassen Druckstellen und können den Stein absprengen.