Reinigung: lauwarm, weich, kurz
Reinigen Sie Lepidolith ausschließlich mit lauwarmem Wasser, einem Tropfen milder Seife und einem weichen Tuch oder einem sehr weichen Pinsel. Danach sofort trocken tupfen, nicht reiben. Der Grund ist banal: Hausstaub besteht zum großen Teil aus Quarz mit Härte 7, der Stein hat 2,5 bis 3. Jedes kräftige Wischen mit einem trockenen, staubigen Tuch zieht feine Kratzer. Mikrofasertücher sind akzeptabel, wenn sie sauber sind; Küchenpapier und Poliertücher mit Schleifzusatz sind es nicht. Legen Sie den Stein nicht zum Einweichen ins Wasser. Ungefasste, poröse oder unvollständig stabilisierte Stücke saugen Feuchtigkeit entlang der Schichtgrenzen und können danach stumpf aussehen oder sich sogar aufblättern. Bei gefassten Stücken reicht es in aller Regel, die Metallteile zu reinigen und den Stein nur oberflächlich zu wischen. Weniger ist hier deutlich mehr.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | Kavitation arbeitet entlang der Spaltflächen, Stein blättert auf, Harz löst sich | vollständig vermeiden |
| Dampfreiniger | Hitze plus Druck sprengen die Schichten, Stabilisierung erweicht | vollständig vermeiden |
| Trockene Wärme ab etwa 70 bis 80 Grad | Kunstharz wird weich, tritt aus, vergilbt, Oberfläche wird klebrig | nicht auf Heizkörper, ins Auto oder neben Lampen legen; Lötarbeiten nur vor dem Fassen |
| Säuren und starke Laugen | greifen Mineral und Politur an, Oberfläche wird stumpf und rau | Essig, Zitronensäure, Rohrreiniger und Backofenspray fernhalten |
| Parfüm, Haarspray, Aceton | lösen das Stabilisierungsharz an, Politur mattiert, Farbe kann fleckig werden | Schmuck erst nach dem Auftragen anlegen; Aceton nur für den Färbetest an verdeckter Stelle |
| Tageslicht und UV | manganbedingte Farbe ist lichtbeständig; gefärbte Ware kann ausbleichen | Naturware unkritisch, gefärbte Stücke dunkel lagern |
| Mechanischer Abrieb durch Staub | Quarz im Hausstaub mit Härte 7 kratzt den Stein mit Härte 2,5 bis 3 | nur feucht und weich reinigen, einzeln im Beutel lagern |
| Stoß und Druck beim Fassen | vollkommene Spaltbarkeit nach {001} hebt ganze Blättchen ab | Zargenfassung mit weicher Einlage, Kunststoffdrücker, keine Krappen |
Was der Stein nicht verträgt
Ultraschall ist ausgeschlossen. Die Kavitation arbeitet genau entlang der Spaltflächen und zerlegt das Material; bei stabilisierter Ware löst sie zusätzlich das Harz aus den Rissen. Dampfreiniger scheiden aus demselben Grund aus, verstärkt durch die Hitze. Trockene Wärme ab etwa 70 bis 80 Grad macht das Stabilisierungsharz weich, es kann austreten, vergilben und eine klebrige Oberfläche hinterlassen. Legen Sie Lepidolith also nicht auf Heizkörper, ins Auto hinter die Frontscheibe oder neben eine Lampe. Säuren greifen das Mineral an, ebenso stark alkalische Reiniger; Haushaltsessig, Zitronensäure, Rohrreiniger und Backofenspray sind tabu. Parfüm, Haarspray, Aceton und Nagellackentferner setzen dem Harz zu und können die Politur mattieren. Tageslicht ist unkritisch, die Farbe gilt als lichtbeständig. Nehmen Sie den Schmuck vor Sport, Gartenarbeit, Duschen und Schwimmbad ab.
Lagerung und Echtheitsprüfung
Lagern Sie jedes Stück einzeln in einem weichen Beutel oder in einem Schmuckkasten mit gepolsterten Fächern, damit härtere Steine und Metallteile keine Kratzer setzen. Stufen stellen Sie so auf, dass kein Druck auf den Schuppenlagen lastet, idealerweise auf einer weichen Unterlage in einer Vitrine, geschützt vor Staub und Erschütterung. Zur Prüfung: Echter Lepidolith zeigt immer den blättrigen Aufbau mit perlmuttartig schimmernden Spaltflächen und einen mattweißen Strich. Die Dichte liegt bei 2,8 bis 2,9 g/cm³, die Blättchen sind biegsam und elastisch. Eine Ritzprobe an verdeckter Stelle mit dem Fingernagel gelingt bei sehr weichem Material, mit einer Kupfermünze fast immer. Lithium lässt sich über die karminrote Flammenfärbung nachweisen, was aber einen Splitter kostet. Auf Färbung testen Sie mit einem Wattestäbchen und Aceton an unauffälliger Stelle; auf Stabilisierung weist ein kunststoffartiger Glanz in Vertiefungen hin.
