Rožná in Mähren: die Typlokalität
Als Typlokalität gilt der Pegmatit von Rožná im Bezirk Žďár nad Sázavou in der Region Vysočina, dem mährischen Teil Tschechiens. Von dort stammt das Material, an dem Klaproth 1792 seine Beschreibung vornahm. Der Fundort ist bis heute ein Begriff in Sammlungen, liefert aber keine nennenswerten Mengen mehr für den laufenden Handel. Zweiter historischer Schwerpunkt Mitteleuropas ist das Erzgebirge um Zinnwald und Cínovec. Dort ist der vorherrschende Lithiumglimmer allerdings Zinnwaldit, der eisenhaltige Verwandte; Lepidolith begleitet ihn. Ältere Etiketten aus dieser Region tragen häufig die Bezeichnung Lepidolith, weil Zinnwaldit lange als dessen Varietät galt. Wer heute eine gut belegte Stufe aus Rožná oder Zinnwald erwirbt, kauft in erster Linie mineralogische Geschichte – der ästhetische Reiz der brasilianischen Ware wird dort nur selten erreicht.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Rožná, Žďár nad Sázavou, Vysočina (Mähren) | Tschechien | Typlokalität; Grundlage der Erstbeschreibung durch Klaproth 1792 |
| Araçuaí, Itinga, Virgem da Lapa, Coronel Murta (Minas Gerais) | Brasilien | wichtigste Quelle für feinschuppige Handelsware und Rubellit-in-Lepidolith-Stufen |
| Stewart Lithia Mine bei Pala, Himalaya Mine bei Mesa Grande, Little Three Mine bei Ramona (San Diego County) | USA | klassische kalifornische Pegmatite; Stewart Mine historisch auf Lithium abgebaut |
| Yichun, Provinz Jiangxi | China | Zentrum der weltweiten Lithiumgewinnung aus Lepidolith; 2022 rund 22 Gruben mit Abbaurechten |
| Zinnwald und Cínovec, Erzgebirge | Deutschland und Tschechien | Greisenlagerstätte mit Zinnwaldit als Erzmineral; Lepidolith als Begleiter, historische Etiketten oft unscharf |
| Bennett Quarry bei Buckfield (Maine), Walden Gem Quarry (Connecticut) | USA | nordöstliche Sammlerpegmatite mit gut kristallisiertem Material |
| Varuträsk bei Skellefteå, Grotta d’Oggi auf Elba, Gonçalo | Schweden, Italien, Portugal | europäische Klassiker mit historischer Bedeutung, heute nur Sammlermengen |
| Alto Ligonha, Dara-i-Pech, Bikita | Mosambik, Afghanistan, Simbabwe | afrikanische und asiatische Pegmatitfelder; Afghanistan liefert Turmalin-auf-Lepidolith-Stufen |
Brasilien, Kalifornien und die klassischen Sammlerfundorte
Das wichtigste Liefergebiet für schönes Material ist Minas Gerais in Brasilien. Die Pegmatitdistrikte um Araçuaí, Itinga, Virgem da Lapa und Coronel Murta mit der Morro Redondo Mine sowie das Golconda-Pegmatitfeld bei Governador Valadares liefern feinschuppigen lila Glimmer, oft mit Rubellit. Nördlich davon liegt die Alto da Cabeça Mine bei Parelhas in Rio Grande do Norte. In Kalifornien stehen die Pegmatite des San Diego County: die Stewart Lithia Mine bei Pala, die Himalaya Mine bei Mesa Grande und die Little Three Mine bei Ramona. Die Stewart Mine wurde historisch sogar auf Lithium abgebaut. Weitere klassische Vorkommen sind Bennett Quarry bei Buckfield und East Mount Apatite bei Auburn in Maine, Walden Gem Quarry in Connecticut, Varuträsk bei Skellefteå in Schweden, die Grotta d’Oggi auf Elba, Gonçalo in Portugal, Alto Ligonha in Mosambik sowie Dara-i-Pech in Afghanistan und Vorkommen in Madagaskar und Tadschikistan.
Wo das Lithium herkommt: Jiangxi, Bikita, Erzgebirge
Der Erzmarkt folgt einer anderen Landkarte als der Sammlermarkt. Praktisch die gesamte Lithiumgewinnung aus Lepidolith findet in China statt, im Zentrum die Region Yichun in der Provinz Jiangxi mit rund 22 registrierten Lepidolithgruben im Jahr 2022. Dieser eine Rohstoffpfad stand 2022 für etwa 12,2 Prozent der weltweiten Lithiumproduktion. In Simbabwe ist Bikita die bekannteste lithiumführende Pegmatitlagerstätte, dort dominiert allerdings Petalit. Australiens Lithium stammt fast vollständig aus Spodumenpegmatiten wie Greenbushes, nicht aus Lepidolith. In Europa gilt Cínovec auf tschechischer Seite als größte Lithiumressource des Kontinents: Nach der Machbarkeitsstudie vom Dezember 2025 sind dort 54,4 Millionen Tonnen Erz mit 0,58 Prozent Li2O als Reserve ausgewiesen, rund 145.000 Tonnen enthaltenes Lithium, bei 22,6 Jahren Laufzeit. Erzmineral ist dort Zinnwaldit im Greisen, nicht Lepidolith – ein Unterschied, der in Pressemeldungen regelmäßig verwischt wird.
