Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

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Dumortierit Lexikon · Übersicht

Dumortierit – Eigenschaften, Herkunft und Qualität im Überblick

Dumortierit

Dumortierit ist ein blaues bis violettes Aluminium-Borsilikat, das Ihnen im Handel fast nie als reines Mineral begegnet, sondern als Dumortierit-Quarz: Bergkristall oder Quarzit, der von feinen blauen Dumortieritnadeln durchsetzt ist. Als preiswerter, harter Schmuckstein für Cabochons, Kugeln und Trommelsteine steht er in direkter Konkurrenz zu Lapislazuli und Sodalith.

Dumortierit – die Kennzahlen

EigenschaftWert
MineralklasseSilikate, Inselsilikate (Nesosilikat) mit Boratgruppe
Chemische FormelAl7(BO3)(SiO4)3O3, variabel Al6,5–7BO3(SiO4)3(O,OH)3
Kristallsystemorthorhombisch; Kristalle selten prismatisch, meist derb, faserig oder körnig
Mohs-Härte7 bis 8,5 beim reinen Mineral, derbe und quarzgebundene Handelsware 7
Dichte3,26 bis 3,41 g/cm³ (reines Mineral); Dumortierit-Quarz 2,65 bis 3,0 g/cm³
Brechungsindex1,659 bis 1,692 (reines Mineral); Dumortierit-Quarz misst am Quarzwirt 1,544 bis 1,553
Doppelbrechung0,027 beim reinen Mineral; 0,009 am Quarzwirt der Handelsware
GlanzGlasglanz, an derben Aggregaten matt bis seidig
Spaltbarkeitdeutlich nach {100}, undeutlich nach {110}, Absonderung nach {001}; an derbem Material nicht erkennbar
Bruchfaserig bis splittrig, an Dumortierit-Quarz muschelig
Transparenzdurchsichtig bis undurchsichtig; Handelsware fast immer durchscheinend bis undurchsichtig
Farbentiefblau, violettblau, hellblau, grünblau, rotbraun, rosa, selten farblos
Wichtigste FundorteSerra do Espinhaço mit dem Steinbruch Vaca Morta (Bahia, Brasilien), Madagaskar, Namibia, Rochester- und Oreana-Distrikt (Nevada, USA), Dehesa (Kalifornien), Chaponost (Rhône, Frankreich, Typlokalität), Mosambik, Sri Lanka, Peru
Behandlungenunbehandelt üblich; gelegentlich Stabilisierung poröser Ware mit Kunstharz; gefärbter Howlith und Jaspis werden als Ersatz verkauft
Erstbeschreibung1881 durch Ferdinand Gonnard, benannt nach dem französischen Paläontologen Eugène Dumortier (1803–1873)

Warum Sie fast immer Dumortierit-Quarz kaufen

Reiner Dumortierit ist ein Aluminium-Borsilikat mit der Formel Al7(BO3)(SiO4)3O3. Er bildet nur ausnahmsweise eigenständige Kristalle und tritt sonst als faseriges, strahliges oder körniges Aggregat auf. Genau deshalb ist das, was im Handel als Dumortierit verkauft wird, in aller Regel etwas anderes: Quarz oder Quarzit, der von unzähligen feinen blauen Dumortieritnadeln durchzogen ist. Dieses Gestein trägt im Fachhandel den Namen Dumortierit-Quarz oder schlicht blauer Quarz. Die Unterscheidung ist keine Haarspalterei, denn sie verändert die Messwerte: Der Wirt Quarz bestimmt Dichte, Brechungsindex und Härte des fertigen Steins. Ein Cabochon aus Dumortierit-Quarz misst am Refraktometer 1,544 bis 1,553 und wiegt 2,65 bis 3,0 g/cm³, während reiner Dumortierit bei 1,659 bis 1,692 und 3,26 bis 3,41 g/cm³ liegt. Wenn Ihnen jemand ein Handstück als reinen Dumortierit verkauft, sollten diese Werte stimmen.

Die Abgrenzung zu Lapislazuli und Sodalith

Drei blaue, undurchsichtige Steine, die im Ladenlicht schwer zu trennen sind, und dennoch gibt es klare Kriterien. Der einfachste ist die Härte: Dumortierit-Quarz erreicht Mohs 7 und ritzt Fensterglas mühelos, während Sodalith mit 5,5 bis 6 und Lapislazuli mit 5 bis 6 daran scheitern. Das zweite Kriterium ist das Gewicht in der Hand: Sodalith ist mit 2,14 bis 2,40 g/cm³ auffällig leicht, Lapislazuli liegt bei 2,7 bis 2,9 g/cm³, Dumortierit-Quarz bei 2,65 bis 3,0. Das dritte Kriterium ist die Zeichnung. Lapislazuli zeigt goldene Pyritflecken und weiße Calcitschlieren, Sodalith weiße bis graue Adern aus Calcit und Nephelin. Dumortierit-Quarz dagegen ist strähnig und wolkig gezeichnet, mit fließenden Übergängen von Blau nach Violett und nie mit Pyrit. Hinzu kommt die UV-Lampe: Sodalith fluoresziert häufig orange, Dumortierit-Quarz bleibt meist inert.

Fundorte und was der Markt bietet

Die wichtigste Quelle für Dumortierit-Quarz ist Brasilien. Das GIA hat 2015 Material aus dem Bundesstaat Bahia beschrieben, aus der Serra do Espinhaço in der Nähe des Steinbruchs Vaca Morta, mit leuchtend blauen nadeligen Einschlüssen in Bergkristall. Madagaskar und Namibia liefern derbes, tiefblaues Material für Cabochons und Kunsthandwerk, Mosambik versorgt vor allem den Trommelsteinmarkt. Aus Nevada, insbesondere aus den Distrikten Rochester und Oreana, stammt das bekannte violette Material, das eher an Sammler als in den Schmuckhandel geht. Angeboten wird der Stein überwiegend als Cabochon, als gebohrte Kugel für Ketten, als Trommelstein und als Kugel oder kleine Figur für die Dekoration. Facettierbare, durchsichtige Ware ist eine echte Rarität und bleibt meist unter ein bis zwei Karat; sie kommt vereinzelt aus Brasilien und Sri Lanka und wird nur unter Sammlern gehandelt.

Preisniveau: ein bewusst günstiger Stein

Dumortierit gehört zu den preiswerten Schmucksteinen und positioniert sich deutlich unter Lapislazuli. Im deutschen Handel beginnen Trommelsteine von zwei bis dreieinhalb Zentimetern bei etwa 2,20 Euro je Stück; im Hundert-Gramm-Gebinde wird es entsprechend günstiger. Ovale Cabochons der gängigen Größe 13 mal 18 Millimeter liegen im internationalen Handel bei rund 4 bis 5 US-Dollar, im Abverkauf auch darunter. Eine fertige Kugelkette aus 12-Millimeter-Kugeln mit Silberverschluss und einzeln geknoteter Perlseide wird im deutschen Fachhandel für etwa 50 Euro angeboten; der Materialwert macht davon nur einen kleinen Teil aus, der Rest ist Verarbeitung. Preisbestimmend sind Farbtiefe, gleichmäßige Zeichnung ohne graue Zonen und eine hochglänzende Politur. Die seltenen facettierten Steine aus Bergkristall mit dekorativen Dumortieriteinschlüssen kosten deutlich mehr und werden nach Motiv und nicht nach Karatgewicht bewertet.

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Kurz gefasst

Dumortierit ist der vernünftige blaue Stein für Käufer, die Farbe und Haltbarkeit wollen, ohne für Lapislazuli zu zahlen. Mit Mohs 7 ist er alltagstauglicher als Lapis und Sodalith, praktisch immer unbehandelt und preislich so günstig, dass sich auch größere Stücke lohnen. Kaufen Sie Cabochons und Kugeln mit gleichmäßig tiefblauer Zeichnung ohne graue oder kreidige Zonen und achten Sie auf spiegelnde Politur. Für Ringe empfehlen wir Cabochons in Zargenfassung, für Ketten geknotete Kugeln von zehn bis zwölf Millimetern.

Die mineralogischen Kennzahlen dieses Clusters wurden gegen mineralogische Fachquellen und Laborberichte abgeglichen; Preisangaben sind Handelsspannen und keine verbindlichen Notierungen.

Über dieses Lexikon

Die Angaben zu Dumortierit stammen aus dem Lexikon von Edelsteine-24 – Direktimport seit 2002 mit eigenem gemmologischem Labor. Die Inhalte richten sich an Käufer, Sammler und alle, die den Stein fachlich einordnen möchten.

Häufige Fragen

Ist Dumortierit dasselbe wie Lapislazuli?
Nein. Lapislazuli ist ein Gestein aus Lazurit, Calcit und Pyrit mit Mohs 5 bis 6, Dumortierit ist ein Aluminium-Borsilikat und wird meist als quarzgebundenes Material mit Mohs 7 gehandelt. Der sicherste Unterschied im Laden: Lapislazuli zeigt goldene Pyritflecken, Dumortierit-Quarz nie. Außerdem ritzt Dumortierit-Quarz Glas, Lapislazuli nicht.
Warum steht auf dem Etikett oft Dumortierit-Quarz?
Weil das gehandelte Material genau das ist: Quarz oder Quarzit mit dichten Dumortieriteinschlüssen. Reiner Dumortierit bildet kaum schleifbare Massen. Die Bezeichnung ist korrekt und im Sinne der Handelsüblichkeit auch ehrlich. Steine, die nur als Dumortierit deklariert sind, sind in der Praxis meistens dasselbe Material.
Wie hart ist Dumortierit wirklich?
Das reine Mineral wird mit Mohs 7 bis 8,5 angegeben, derbe Aggregate mit 7. Da die Handelsware quarzgebunden ist, gilt in der Praxis Mohs 7. Das reicht für Ketten, Anhänger und Cabochonringe. Dumortierit ist damit deutlich robuster als Lapislazuli und Sodalith.
Was kostet Dumortierit?
Trommelsteine beginnen bei etwa 2,20 Euro je Stück, ovale Cabochons in 13 mal 18 Millimeter kosten rund 4 bis 5 US-Dollar. Eine fertige Kugelkette aus 12-Millimeter-Perlen mit Silberverschluss liegt bei etwa 50 Euro. Der Preis wird vor allem von Farbtiefe, gleichmäßiger Zeichnung und Politurqualität bestimmt.