Was eine Dioptas-Stufe wertvoll macht
Bei Dioptas bewerten Sie in erster Linie Kristalle, nicht Steine. Entscheidend sind fünf Punkte: Größe der Einzelkristalle, Glanz, Farbtiefe, Transparenz und die Unversehrtheit der Spitzen. Kristalle über zwei Zentimeter gelten als groß, und jede abgebrochene Spitze legt eine matte Bruch- oder Spaltfläche frei, die den Wert deutlich mindert. Dazu kommt die Ästhetik der Stufe insgesamt: Wie ist die Kristallgruppe auf der Matrix verteilt, gibt es eine klare Blickrichtung, passt der Farbkontrast der Unterlage. Weißer Calcit unter tiefgrünen Kristallen ist deshalb wertvoller als eine unscheinbare braune Matrix. Schließlich zählt die Fundstelle: Tsumeb-Material trägt einen erheblichen Aufschlag, weil die Grube geschlossen ist. Reparaturen und zusammengeklebte Bruchstücke sind bei diesem spröden Mineral verbreitet und sollten offengelegt werden. Prüfen Sie vor dem Kauf deshalb jede Stufe im Streiflicht und lassen Sie sich frühere Restaurierungen ausdrücklich bestätigen oder ausschließen.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Rohmaterial | derb, trüb, nicht schleifwürdig | etwa 0,15 bis 1,30 Euro je Karat |
| Cabochon aus derbem Material | durchscheinend, mittleres Grün, bis etwa 15 Karat möglich | etwa 8 bis 11 Euro je Karat |
| Facettierter Stein | durchsichtig, meist unter 2 Karat, sichtbare Doppelbrechung | etwa 25 bis 60 Euro je Karat |
| Facettierter Spitzenstein | klar, kräftige Farbe, sauber geschliffen, sehr selten | etwa 100 bis 200 Euro je Karat |
| Miniatur- und Thumbnail-Stufe | kleine Kristallgruppen, Tsumeb oder Kaokoveld | etwa 950 bis 1950 US-Dollar |
| Kleine Kabinettstufe | gute Kristallgröße, unversehrte Spitzen, ansprechende Matrix | etwa 2500 bis 4500 US-Dollar |
| Große Kabinettstufe | Renéville oder Mindouli, großflächig besetzt, Schaustück | etwa 6000 bis 8000 US-Dollar |
Preisspannen im Handel
Rohmaterial ist billig und meist nicht schleifwürdig: Es wird für etwa 0,15 bis 1,30 Euro je Karat gehandelt, bessere Partien für 2 bis 4 Euro je Karat. Cabochons aus derbem, durchscheinendem Material kosten rund 8 bis 11 Euro je Karat, schwächere Ware 1 bis 3 Euro. Facettierte Steine liegen bei etwa 25 bis 60 Euro je Karat, Spitzenstücke bei 100 bis 200 Euro je Karat; sie überschreiten nur selten ein bis zwei Karat. Der eigentliche Markt sind Stufen. Miniaturen aus Tsumeb beginnen bei rund 950 US-Dollar, kleine Kabinettstufen von dort liegen bei 2500 bis 4500 US-Dollar. Stufen aus dem Kaokoveld werden ab etwa 1850 US-Dollar angeboten, gute kongolesische Kabinettstücke aus Renéville oder Mindouli erreichen 6000 bis 8000 US-Dollar. Diese Angaben stammen aus dem Handel und schwanken erheblich mit Provenienz, Größe und Zustand.
Fälschungen, Reparaturen und Prüfung
Klassische Fälschungen sind bei Dioptas selten, weil sich der Aufwand kaum lohnt. Verbreiteter sind zwei andere Probleme. Erstens die Falschbezeichnung: Chrysokoll, Malachit, grüner Fluorit und gefärbte Materialien werden gelegentlich als Dioptas angeboten. Zweitens, und das ist das eigentliche Thema bei teuren Stufen, aufgeklebte Kristalle und reparierte Bruchstellen. Prüfen Sie eine Stufe deshalb mit der Lupe an den Kristallansätzen auf Kleberreste und im Streiflicht auf Kittfugen; unter langwelligem UV-Licht leuchten viele Klebstoffe auf. Mineralogisch ist Dioptas leicht anzusprechen: Härte 5, grüner Strich, Glasglanz bis fast Diamantglanz, sehr hohe Doppelbrechung mit sichtbaren Doppelbildern und eine Dichte um 3,3. Malachit ist weicher und braust in Säure auf, Smaragd ist deutlich härter. Ein Refraktometer ist bei Kristallstufen selten anwendbar, die Kombination aus Härte, Strichfarbe und Habitus reicht für die Ansprache jedoch in aller Regel aus.
