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Das Edelstein-Lexikon

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Dioptas Lexikon · Entstehung & Mineralogie

Dioptas – Entstehung & Mineralogie

Dioptas

Ein Sekundärmineral aus der Wüste

Dioptas bildet sich in der Oxidationszone von Kupfersulfidlagerstätten, also dort, wo Kupferkies und verwandte Erze durch sauerstoffhaltiges Grundwasser zersetzt werden. Auffällig ist, dass die klassischen Vorkommen fast alle in ariden Gebieten liegen: in Kasachstan, in der Namib, im Kaokoveld, im Kongo, in Arizona und in Chile. Das hat einen chemischen Grund. Bei der Verwitterung von Sulfiden entstehen saure Lösungen, und in saurem Milieu ist Kieselsäure kaum löslich, sodass sich ein Kupfersilikat eigentlich nicht bilden kann. Erst wo Carbonatgestein die Säure abpuffert und das Milieu in den neutralen bis leicht alkalischen Bereich hebt, kommen Kupfer und Kieselsäure gemeinsam in Lösung und können als Dioptas auskristallisieren. Die trockenen Klimabedingungen sorgen zusätzlich dafür, dass die gebildeten Kristalle nicht wieder weggelöst werden. Gefunden wird Dioptas deshalb typischerweise in den oberen Sohlen alter Kupfergruben, nicht in der Tiefe.

Kristallform und Paragenese

Dioptas kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R-3 und bildet kurzprismatische bis gedrungene, sechsseitige Kristalle mit rhomboedrischen Endflächen. Viele Kristalle sind beidseitig ausgebildet, weil sie frei in Hohlräumen gewachsen sind. Daneben treten drusige Überzüge, radialstrahlige und traubige Aggregate auf. Als Unterlage dient in den schönsten Fällen schneeweißer Calcit, der den Farbkontrast maximiert und Tsumeb-Stufen ihren Ruf verschafft hat. Zur typischen Paragenese gehören außerdem Chrysokoll, Malachit, Cerussit, Wulfenit, Duftit, Quarz und gediegen Kupfer. Im Kaokoveld tritt Dioptas häufig zusammen mit leuchtend blauem Shattuckit und Plancheit auf, eine Kombination, die zu den optisch eindrucksvollsten des gesamten Mineralreichs zählt. Für die Bestimmung hilft der grüne Strich, den außer Dioptas nur wenige Minerale zeigen; Malachit ist deutlich weicher und kalkiger im Bruch. Achten Sie beim Kauf einer Stufe auch auf die Begleitminerale, denn sie erhöhen den Sammlerwert oft erheblich.

Von Altyn-Tübe nach Paris

Die Erstbeschreibung ist eng mit der Verwechslungsgeschichte verknüpft. Die Bergleute von Altyn-Tübe, einer Kupfergrube im heutigen Bezirk Buchar-Schyrau der Region Karaganda in Kasachstan, fanden in Quarzgängen innerhalb eines Kalksteins Hohlräume voller durchsichtiger grüner Kristalle und meldeten Smaragdfunde. Die nach Moskau gesandten Stücke erwiesen sich bei der Prüfung als zu weich: Härte 5 gegenüber 8 beim Smaragd. René Just Haüy, der Begründer der modernen Kristallographie, untersuchte das Material und beschrieb es 1797 als neue Spezies unter dem Namen Dioptas. Altyn-Tübe gilt seither als Typlokalität. Das dortige Material sitzt typischerweise in bräunlichem Quarzit und Kalkstein und ist an dieser Matrix gut zu erkennen. Historische Stufen von dort sind bis heute gesuchte Sammlerobjekte mit hohem ideellem Wert. Für Sie als Käufer heißt das: Eine Stufe von Altyn-Tübe kaufen Sie in erster Linie wegen ihrer Herkunft, nicht wegen ihres Aussehens.

Häufige Fragen

Warum kommt Dioptas nur in trockenen Regionen vor?
Weil seine Bildung ein chemisches Fenster braucht. Verwitternde Kupfersulfide erzeugen saure Lösungen, in denen Kieselsäure kaum löslich ist. Nur wo Carbonatgestein diese Säure abpuffert, kommen Kupfer und Kieselsäure gleichzeitig in Lösung und können als Kupfersilikat ausfallen. In feuchten Klimaten werden die entstandenen Kristalle zudem leicht wieder aufgelöst oder in Malachit umgewandelt. Aride Gebiete erhalten sie dagegen über lange Zeiträume.
Wie sehen Dioptas-Kristalle aus?
Typisch sind kurzprismatische, sechsseitige Kristalle mit rhomboedrischen, zugespitzten Endflächen, meist wenige Millimeter bis etwa zwei Zentimeter groß. Kristalle über zwei Zentimeter gelten als groß und entsprechend wertvoll. Viele sind beidseitig ausgebildet, weil sie frei in Hohlräumen gewachsen sind. Daneben kommen drusige Krusten sowie radialstrahlige und traubige Aggregate vor, die aber weit weniger gesucht sind.
Welche Minerale begleiten Dioptas?
Am häufigsten Calcit, Chrysokoll, Malachit und Quarz, dazu Cerussit, Wulfenit, Duftit und gediegen Kupfer. Besonders geschätzt sind Stufen auf schneeweißem Calcit, weil der Kontrast das Grün zur Geltung bringt. Aus dem Kaokoveld in Namibia stammen Kombinationen mit leuchtend blauem Shattuckit und Plancheit, die zu den farbintensivsten Mineralstufen überhaupt zählen.