Altyn-Tübe in Kasachstan: die Typlokalität
Die Grube Altyn-Tübe liegt im Bezirk Buchar-Schyrau der Region Karaganda in Kasachstan. Dort wurde im späten 18. Jahrhundert Kupfer abgebaut, und dort fanden Bergleute in Quarzgängen innerhalb eines Kalksteins Hohlräume voller durchsichtiger grüner Kristalle, die sie für Smaragde hielten. Die Prüfung in Moskau widerlegte das über die Härte, René Just Haüy beschrieb das Material 1797 als neue Spezies. Seither ist Altyn-Tübe die Typlokalität des Dioptas. Charakteristisch ist die bräunliche Matrix aus Quarzit und Kalkstein, an der sich Stücke von dort gut erkennen lassen, und die vergleichsweise große Kristallgröße. Neues Material kommt nur in geringen Mengen auf den Markt; was gehandelt wird, stammt überwiegend aus alten Sammlungen. Der Aufschlag für die Typlokalität ist beträchtlich und beruht mehr auf der Geschichte als auf der Optik.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Altyn-Tübe, Bezirk Buchar-Schyrau, Region Karaganda | Kasachstan | Typlokalität, Erstbeschreibung 1797 durch Haüy, Kristalle in bräunlichem Quarzit und Kalkstein |
| Tsumeb Mine | Namibia | klarste und glänzendste Kristalle, oft auf schneeweißem Calcit; Grube seit 1996 stillgelegt |
| Kaokoveld-Plateau, Kunene-Region | Namibia | Vergesellschaftung mit leuchtend blauem Shattuckit und Plancheit |
| Distrikt Mindouli | Republik Kongo | großflächige, dicht besetzte Drusen, wichtigste aktuelle Quelle für Schaustufen |
| Renéville, Departement Pool | Republik Kongo | klassische Stufen, zugleich Typlokalität des Fornacit |
| Kimbedi und Mfouati | Republik Kongo | weitere ergiebige Fundstellen mit glänzenden Kristallgruppen |
| Christmas Mine bei Hayden und Mammoth-St. Anthony Mine | USA (Arizona) | nur Mikrokristalle, ausschließlich für Mikromount-Sammler |
| Malpaso Quarry, Agua de Oro | Argentinien | gute Kristallqualität in kleineren Mengen |
Namibia: Tsumeb und das Kaokoveld
Die Tsumeb Mine in Namibia lieferte die klarsten und glänzendsten Dioptase überhaupt, häufig auf schneeweißem Calcit, was den Farbkontrast maximiert. Diese Stufen gelten unter Sammlern als Maßstab und erzielen die höchsten Preise; da die Grube 1996 stillgelegt wurde, kommt kein neues Material nach. Ein zweites namibisches Vorkommen liegt auf dem Kaokoveld-Plateau in der Kunene-Region, wo Dioptas gemeinsam mit leuchtend blauem Shattuckit und Plancheit auftritt. Diese Kombination aus Grün und Blau ist optisch einzigartig und hat dem Kaokoveld einen eigenen Rang im Sammlermarkt verschafft. Auch die Omaue Mine steuert Material bei. Kaokoveld-Stufen sind deutlich besser verfügbar als Tsumeb-Ware und liegen preislich darunter, was sie zu einem sinnvollen Einstieg macht. Achten Sie bei Tsumeb-Angeboten besonders auf die Provenienz, denn bei einer geschlossenen Grube ist die dokumentierte Herkunft ein erheblicher Teil des Preises, und Falschetikettierungen kommen vor.
Republik Kongo: die Massenquelle für gute Stufen
Der größte Teil der heute angebotenen Dioptas-Stufen stammt aus der Republik Kongo mit der Hauptstadt Brazzaville. Die wichtigsten Fundstellen liegen im Distrikt Mindouli sowie bei Renéville, Kimbedi und Mfouati in den Departements Pool und Bouenza. Von dort kommen dicht mit glänzenden Kristallen besetzte Drusen und Platten, oft mit großer Fläche, die als Schaustücke sehr wirkungsvoll sind. Renéville ist zugleich Typlokalität des Fornacit. Weitere Vorkommen finden sich in der Malpaso-Grube bei Agua de Oro in Argentinien, in Chile, in Peru und in Arizona, wo die Christmas Mine bei Hayden sowie die Mammoth-St. Anthony Mine allerdings nur Mikrokristalle liefern. Für Sammler, die eine große, farbstarke Stufe suchen, führt der Weg praktisch immer über kongolesisches Material. Die Verfügbarkeit ist hier vergleichsweise gut, sodass Sie in Ruhe vergleichen und auf unversehrte Kristallspitzen achten können.
