Reinigung: lauwarmes Wasser und sonst nichts
Reinigen Sie Calcit ausschließlich mit lauwarmem Wasser, einem Tropfen pH-neutraler Seife und einem weichen Tuch oder Pinsel. Spülen Sie gründlich nach und tupfen Sie den Stein trocken. Ultraschallbäder sind ausgeschlossen: Die Schwingungen setzen genau an den drei Spaltrichtungen an und erweitern feinste Risse, bis das Stück auseinanderfällt. Dampfreiniger scheiden wegen der Hitze aus. Verzichten Sie auf jedes Scheuermittel, denn schon Zahnpasta ist härter als Calcit und mattiert die Politur. Absolut verboten ist alles Saure: Essigreiniger, Zitronensäure, Entkalker, WC-Reiniger, saure Silberputzbäder und selbst Fruchtsäfte lösen Calciumcarbonat unter Aufbrausen auf und ätzen matte Flecken in die Oberfläche, die sich nicht wegpolieren lassen. Bei gewachster oder harzgetränkter Ware kommt hinzu, dass Aceton, Nagellackentferner, Alkohol und alkoholhaltige Desinfektionsmittel die Imprägnierung anlösen und die Oberfläche fleckig machen. Für die laufende Pflege genügt ein trockener weicher Pinsel. Legen Sie den Stein nie feucht in ein geschlossenes Etui.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | Schwingungen wirken direkt auf die drei Spaltrichtungen, Mikrorisse erweitern sich | Grundsätzlich nicht verwenden |
| Dampfreiniger | Hitze und Druckstoß erzeugen Spannungsrisse entlang der Spaltflächen | Nicht verwenden |
| Säuren (Essig, Zitrone, Entkalker) | Lösen Calciumcarbonat unter Aufbrausen auf, es entstehen matte Ätzflecken | Jeden Kontakt vermeiden, auch mit Fruchtsäften und Schweiß |
| Wasser und pH-neutrale Seife | Chemisch unbedenklich, greift die Politur nicht an | Lauwarm verwenden, gründlich nachspülen und trocken tupfen |
| Hitze und Temperaturwechsel | Anisotrope Ausdehnung führt zu Rissen; bei starker Hitze Zersetzung zu Branntkalk | Heizung, Sonne hinter Glas und jede Lötflamme meiden |
| Tageslicht | Natürliche Eisen- und Manganfarben sind lichtecht, Farbstoffe nicht | Gefärbte Ware dunkel lagern, natürliche Ware ist unproblematisch |
| Reibung und Staub | Quarzstaub der Härte 7 mattiert die polierte Oberfläche binnen Wochen | Getrennt im Stoffbeutel oder gefütterten Fach aufbewahren |
| Lösungsmittel (Aceton, Alkohol) | Lösen Wachs- und Harztränkungen an, Farbstoffe können ausbluten | Bei behandelter oder gefärbter Ware vollständig meiden |
Hitze, Licht und Chemie
Calcit ist thermisch empfindlich. Er dehnt sich in den verschiedenen Kristallrichtungen unterschiedlich stark aus, weshalb schnelle Temperaturwechsel zu Rissen entlang der Spaltflächen führen. Legen Sie ein Schmuckstück deshalb nie auf eine Heizung, in die pralle Sonne hinter Autoglas oder unter einen heißen Wasserstrahl. Bei starker Erhitzung zersetzt sich Calcit endgültig: Er gibt Kohlendioxid ab und hinterlässt Branntkalk, weshalb Reparaturlötungen am gefassten Stein ausgeschlossen sind. Gegenüber Licht ist natürlich gefärbter Calcit überwiegend stabil; das Orange aus Eisenoxiden und das Rosa aus Mangan bleichen bei Tageslicht nicht merklich aus. Künstlich gefärbte Ware verhält sich anders: Viele der verwendeten Farbstoffe verblassen im direkten Sonnenlicht innerhalb von Monaten. Chemisch ist Calcit gegenüber Laugen unempfindlich, gegenüber Säuren dagegen schutzlos. Auch Schweiß, Parfüm und Haarspray sind auf Dauer ungünstig, weil sie leicht sauer reagieren und Rückstände in den Poren hinterlassen. Legen Sie Calcitschmuck deshalb zuletzt an und zuerst ab.
Lagerung und Echtheitsprüfung
Lagern Sie Calcit getrennt von allen härteren Steinen. Ein eigenes Fach mit Stoffauskleidung, ein Samtbeutel oder eine Schachtel mit Schaumstoffeinlage verhindert, dass Quarz, Topas oder Korund die Oberfläche zerkratzen. Sammlerstufen stellen Sie am besten in eine geschlossene Vitrine, denn Staub lässt sich von zerbrechlichen Kristallspitzen kaum entfernen, ohne Kanten abzubrechen. Für die Prüfung genügen drei einfache Schritte. Erstens die Härte: Calcit lässt sich mit einer Kupfermünze ritzen, mit dem Fingernagel dagegen nicht. Zweitens die Spaltbarkeit: Bruchstücke sind selbst wieder schiefwinklige Rhomboeder und nicht muschelig wie bei Quarz oder Glas. Drittens der Säuretest: Ein Tropfen verdünnte Salzsäure an verdeckter Stelle lässt Calcit sofort und heftig aufbrausen. Rechnen Sie dabei mit einem bleibenden Ätzfleck und führen Sie den Test niemals an einem gefassten oder wertvollen Stück durch. Bei klarem Material kommt die Doppelbrechung als viertes Merkmal hinzu: auf eine bedruckte Seite gelegt, verdoppelt Calcit jede Zeile.
