Was den Preis bestimmt
Bei Bytownit entscheiden drei Faktoren, und sie wiegen anders als bei den meisten Farbsteinen. Erstens die Farbsättigung: Der Sprung von blassem Champagner zu sattem Honiggold ist der größte Werttreiber, weil kräftig gefärbtes Material der Ausreißer und nicht der Normalfall ist. Zweitens die Größe. Weil augenreine Kristalle vorkommen, die zweistellige Karatgewichte hergeben, verschiebt sich die Erwartung: Ein Zwei-Karäter ist hier nichts Besonderes, interessant wird es oberhalb von fünf Karat, und Fachhändler heben Steine über zwanzig Karat eigens hervor. Drittens die Schliffqualität, weil der Stein fast immer als Einzelstück von Hand geschnitten wird und die Ausführung entsprechend schwankt. Reinheit ist dagegen kaum ein Unterscheidungsmerkmal — augenreine Ware ist die Regel, sichtbar eingeschlossene Steine sind schlicht unverkäuflich. Behandlungen fallen als Preisfaktor vollständig weg, weil für Bytownit keine bekannt sind.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Mine-run-Rohware | Unsortierte Partie aus Mexiko, viel Eingeschlossenes, einzelne klare Stücke | rund 250 US-Dollar je 250 g, etwa 0,20 US-Dollar je Karat Rohgewicht |
| Ausgelesene Facettenrohware | Durango, honiggold bis champagnerfarben, klare Stücke von 0,5 bis 1,5 Zoll | rund 16 bis 25 Euro je Gramm, je nach Losgröße |
| Handelsware geschliffen, blass | Champagner bis Strohgelb, augenrein, Standardschliff | rund 10 Euro je Karat |
| Gute Handelsware geschliffen | gleichmäßige Farbe, gut proportioniert, augenrein, 5 bis 10 Karat | rund 20 bis 25 Euro je Karat |
| Spitzenware | sattes Honiggold, über 5 Karat, präziser Individualschliff | Aufschläge im Spezialistenhandel; keine belegten Zahlen |
| Sammlerkaliber | augenrein über 20 Karat, hier ist die Größe der Wert | rund 200 US-Dollar für 21,23 Karat, also etwa 10 US-Dollar je Karat |
Preisspannen von der Rohware bis zum geschliffenen Stein
Bytownit ist ein preiswerter Stein, und die belegten Zahlen zeigen, wie preiswert. Unsortierte Mine-run-Rohware aus Mexiko wird in Partien ab 250 Gramm für rund 250 US-Dollar gehandelt, also etwa ein Dollar je Gramm oder umgerechnet grob 0,20 Euro je Karat Rohgewicht. Ausgelesene Facettenrohware aus Durango kostet erheblich mehr: Lose von zwei bis vier Gramm liegen bei rund 54 US-Dollar, zehn Gramm bei rund 218 und dreißig Gramm bei rund 544 US-Dollar, das entspricht etwa 16 bis 25 Euro je Gramm. Bei geschliffenen Steinen fand sich ein augenreiner, eigenwillig geschnittener mexikanischer Stein von 21,23 Karat für 212 US-Dollar, also 10 Dollar je Karat, sowie ein gut proportionierter blassgelber Ovalschliff von 7,01 Karat aus Chihuahua für 125 Pfund, umgerechnet rund 21 Euro je Karat. Kalkulieren Sie für ordentliche Handelsware also etwa 10 bis 25 Euro je Karat.
Verwechslung statt Fälschung: das eigentliche Risiko
Fälschungen im klassischen Sinn sind bei Bytownit kein Thema. Es existieren keine Synthesen, keine Behandlungen sind dokumentiert, und der niedrige Preis macht jede Imitation wirtschaftlich unsinnig. Das reale Risiko liegt im Namen. Bytownit wird als „Goldlabradorit“ oder „Golden Sunstone“ verkauft, und umgekehrt werden unter denselben Namen Andesin und echter Labradorit angeboten. Die Internationale Gemmologische Gesellschaft stellt klar, dass diese Feldspäte sich nur über eine chemische Analyse des Natrium-Calcium-Verhältnisses sicher trennen lassen, und warnt ausdrücklich vor behandeltem Material, das als „Andesin“ aus China und dem Kongo in den Markt kommt. Die Standardmessungen helfen nur bedingt weiter, weil sich die Spannen überschneiden: Labradorit liegt beim Brechungsindex zwischen 1,554 und 1,573 und bei der Dichte zwischen 2,68 und 2,72, Bytownit zwischen 1,563 und 1,583 beziehungsweise 2,72 und 2,75. Eindeutig wird es erst im oberen Messbereich.
