Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Bytownit Lexikon · Qualität & Preis

Bytownit – Qualität & Preis

Bytownit

Was den Preis bestimmt

Bei Bytownit entscheiden drei Faktoren, und sie wiegen anders als bei den meisten Farbsteinen. Erstens die Farbsättigung: Der Sprung von blassem Champagner zu sattem Honiggold ist der größte Werttreiber, weil kräftig gefärbtes Material der Ausreißer und nicht der Normalfall ist. Zweitens die Größe. Weil augenreine Kristalle vorkommen, die zweistellige Karatgewichte hergeben, verschiebt sich die Erwartung: Ein Zwei-Karäter ist hier nichts Besonderes, interessant wird es oberhalb von fünf Karat, und Fachhändler heben Steine über zwanzig Karat eigens hervor. Drittens die Schliffqualität, weil der Stein fast immer als Einzelstück von Hand geschnitten wird und die Ausführung entsprechend schwankt. Reinheit ist dagegen kaum ein Unterscheidungsmerkmal — augenreine Ware ist die Regel, sichtbar eingeschlossene Steine sind schlicht unverkäuflich. Behandlungen fallen als Preisfaktor vollständig weg, weil für Bytownit keine bekannt sind.

Qualitätsstufe Merkmale Preisspanne
Mine-run-RohwareUnsortierte Partie aus Mexiko, viel Eingeschlossenes, einzelne klare Stückerund 250 US-Dollar je 250 g, etwa 0,20 US-Dollar je Karat Rohgewicht
Ausgelesene FacettenrohwareDurango, honiggold bis champagnerfarben, klare Stücke von 0,5 bis 1,5 Zollrund 16 bis 25 Euro je Gramm, je nach Losgröße
Handelsware geschliffen, blassChampagner bis Strohgelb, augenrein, Standardschliffrund 10 Euro je Karat
Gute Handelsware geschliffengleichmäßige Farbe, gut proportioniert, augenrein, 5 bis 10 Karatrund 20 bis 25 Euro je Karat
Spitzenwaresattes Honiggold, über 5 Karat, präziser IndividualschliffAufschläge im Spezialistenhandel; keine belegten Zahlen
Sammlerkaliberaugenrein über 20 Karat, hier ist die Größe der Wertrund 200 US-Dollar für 21,23 Karat, also etwa 10 US-Dollar je Karat

Preisspannen von der Rohware bis zum geschliffenen Stein

Bytownit ist ein preiswerter Stein, und die belegten Zahlen zeigen, wie preiswert. Unsortierte Mine-run-Rohware aus Mexiko wird in Partien ab 250 Gramm für rund 250 US-Dollar gehandelt, also etwa ein Dollar je Gramm oder umgerechnet grob 0,20 Euro je Karat Rohgewicht. Ausgelesene Facettenrohware aus Durango kostet erheblich mehr: Lose von zwei bis vier Gramm liegen bei rund 54 US-Dollar, zehn Gramm bei rund 218 und dreißig Gramm bei rund 544 US-Dollar, das entspricht etwa 16 bis 25 Euro je Gramm. Bei geschliffenen Steinen fand sich ein augenreiner, eigenwillig geschnittener mexikanischer Stein von 21,23 Karat für 212 US-Dollar, also 10 Dollar je Karat, sowie ein gut proportionierter blassgelber Ovalschliff von 7,01 Karat aus Chihuahua für 125 Pfund, umgerechnet rund 21 Euro je Karat. Kalkulieren Sie für ordentliche Handelsware also etwa 10 bis 25 Euro je Karat.

Verwechslung statt Fälschung: das eigentliche Risiko

Fälschungen im klassischen Sinn sind bei Bytownit kein Thema. Es existieren keine Synthesen, keine Behandlungen sind dokumentiert, und der niedrige Preis macht jede Imitation wirtschaftlich unsinnig. Das reale Risiko liegt im Namen. Bytownit wird als „Goldlabradorit“ oder „Golden Sunstone“ verkauft, und umgekehrt werden unter denselben Namen Andesin und echter Labradorit angeboten. Die Internationale Gemmologische Gesellschaft stellt klar, dass diese Feldspäte sich nur über eine chemische Analyse des Natrium-Calcium-Verhältnisses sicher trennen lassen, und warnt ausdrücklich vor behandeltem Material, das als „Andesin“ aus China und dem Kongo in den Markt kommt. Die Standardmessungen helfen nur bedingt weiter, weil sich die Spannen überschneiden: Labradorit liegt beim Brechungsindex zwischen 1,554 und 1,573 und bei der Dichte zwischen 2,68 und 2,72, Bytownit zwischen 1,563 und 1,583 beziehungsweise 2,72 und 2,75. Eindeutig wird es erst im oberen Messbereich.

Häufige Fragen

Was kostet ein guter Bytownit?
Belegte Handelspreise für geschliffene mexikanische Steine liegen bei rund 10 US-Dollar je Karat für einen augenreinen Stein von 21,23 Karat und bei umgerechnet rund 21 Euro je Karat für einen gut proportionierten Ovalschliff von 7,01 Karat. Rechnen Sie im Fachhandel mit etwa 10 bis 25 Euro je Karat. Für kräftig honiggoldene Ware über fünf Karat verlangen Spezialisten Aufschläge, für die sich in den ausgewerteten Quellen keine konkreten Zahlen fanden.
Warum ist Oregon Sunstone so viel teurer als Bytownit?
Weil dort ein anderes Merkmal bezahlt wird. Laut GIA erzielen feine Oregon-Sonnensteine über fünf Karat mehr als 1.000 US-Dollar je Karat. Preistreiber sind die roten und grünen Körperfarben und der Kupferschiller, beides Eigenschaften, die dem mexikanischen Bytownit fehlen. Sie kaufen beim Bytownit klare gelbe Körperfarbe in großem Kaliber — ein vollständig anderes Produkt, trotz der teilweise identischen Handelsnamen.
Lohnt sich ein Laborzertifikat für Bytownit?
Bei den üblichen Beträgen in der Regel nicht — die Prüfkosten übersteigen leicht den Steinwert. Sinnvoll ist ein Nachweis bei großen, kräftig gefärbten Einzelstücken und immer dann, wenn der Verkäufer eine Bezeichnung wie „Labradorit“ oder „Sunstone“ verwendet und Sie die tatsächliche Species wissen wollen. Nur eine chemische Analyse des Natrium-Calcium-Verhältnisses trennt Bytownit, Labradorit und Andesin zuverlässig.