Reinigung: warmes Seifenwasser, nichts Schnelleres
Die International Gem Society ist hier eindeutig: Vermeiden Sie mechanische Reinigungsverfahren wie Dampf und Ultraschall; verwenden Sie stattdessen eine weiche Bürste, ein mildes Reinigungsmittel und warmes Wasser. Der Grund liegt in der Spaltbarkeit. Ultraschall bringt das Schmuckstück in schnelle Schwingung, und jede vorhandene, noch geschlossene Spaltfläche ist eine Sollbruchstelle, die dabei aufreißen kann. Dampf setzt zusätzlich Wärme ein, und auch die ist bei einem Stein mit Hydroxylgruppen in der Struktur nichts, womit man sorglos umgehen sollte. Praktisch heißt das: lauwarmes Wasser, ein Tropfen Spülmittel, eine weiche Zahnbürste für die Fassungsränder, klar nachspülen, mit einem fusselfreien Tuch trocken tupfen. Legen Sie das Stück nicht auf die Heizung und föhnen Sie es nicht trocken. Bringen Sie Amblygonitschmuck beim Juwelier ausdrücklich mit dem Hinweis, ihn nicht ins Ultraschallbad zu geben.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallbad | Risiko durch vollkommene Spaltbarkeit; von der IGS abgeraten | nicht anwenden; Hinweis an den Juwelier geben |
| Dampfreiniger | von der IGS ausdrücklich abgeraten | nicht anwenden |
| Warmes Seifenwasser | von der IGS als Reinigungsweg empfohlen | weiche Bürste, mildes Mittel, lauwarmes Wasser, trocken tupfen |
| Bestrahlung | kann blassgelbe Steine blassgrün färben (IGS) | Stein keiner energiereichen Strahlung aussetzen |
| Tageslicht | keine belegte Angabe in den geprüften Quellen | im Zweifel dunkel lagern |
| Chemikalien und Säuren | keine belegte Angabe; Phosphat, daher Vorsicht geboten | von Reinigern, Chlorwasser und Kosmetika fernhalten |
| Stoß und Druck | Härte 5,5 bis 6, vier Spaltrichtungen, spröde | Zargenfassung, kein Armband, beim Sport ablegen |
| Lagerung bei anderen Steinen | wird von Quarz, Topas und Beryll zerkratzt | getrennt in weichem Säckchen oder gefüttertem Fach |
Wärme, Licht und Chemie
Bei den Empfindlichkeiten muss man sauber zwischen Belegtem und Naheliegendem trennen. Belegt ist die Warnung der IGS vor Dampf und Ultraschall. Belegt ist außerdem, dass Bestrahlung blassgelbe Steine blassgrün werden lassen kann — ein Hinweis darauf, dass die Farbe auf energiereiche Strahlung reagiert. Ob umgekehrt Tageslicht die Farbe verändert, sagt keine der geprüften Quellen; behandeln Sie diese Frage als offen und lagern Sie den Stein im Zweifel dunkel. Zu Säure- oder Laugenbeständigkeit findet sich in den geprüften Quellen ebenfalls keine Angabe. Als Phosphat gehört Amblygonit zu einer Mineralklasse, bei der Vorsicht gegenüber Säuren angebracht ist; halten Sie ihn deshalb von Reinigungsmitteln, Chlorwasser und Kosmetika fern. Nehmen Sie Amblygonitschmuck vor dem Duschen, vor dem Schwimmbad und vor Gartenarbeit ab. Zur Hitzebeständigkeit selbst findet sich in den geprüften Quellen keine Messung; die Warnung der IGS bezieht sich auf die mechanische Reinigung. Behandeln Sie Wärme deshalb als ungeklärtes Risiko und legen Sie Amblygonitschmuck vor Sauna, Lötarbeiten und Ofenhitze ab.
Lagerung und Echtheitsprüfung
Lagern Sie Amblygonit getrennt von härteren Steinen. Bei einer Mohs-Härte von 5,5 bis 6 zerkratzt ihn jeder Quarz, jeder Topas und jeder Beryll im selben Fach; ein weiches Einzelsäckchen oder ein gefüttertes Kästchenfach ist Pflicht. Für die Prüfung am Handstück nennt galleries.com Dichte, Vergesellschaftung, geologisches Umfeld, Lithium-Flammprobe und vor allem die vielen stumpfwinkligen Spaltrichtungen als beste Kennzeichen; Steine-und-Minerale verweist zur Abgrenzung gegen Albit und Quarz ebenfalls auf die Flammenfärbung. An geschliffener Ware messen Sie Brechungsindex und Dichte: Werte um 1,61 bei einer Dichte um 3,00, wie sie das GIA an einem Prüfstück ermittelte, passen ins Bild der Reihe. Ob Amblygonit oder Montebrasit vorliegt, klärt erst das optische Vorzeichen oder ein Raman-Spektrum — letzteres ist die Methode, mit der das GIA-Labor 2015 gearbeitet hat.
